Volkswagen (© fotolia/Sven Krautwald)
Vertrauen zerstört: VW schönte jahrelang die Abgaswerte seiner Dieselautos.

Es ist ein Schlag für die Autonation Deutschland: Bis zu elf Millionen VW-Autos sollen weltweit von dem Abgas-Skandal betroffen sein. Sogar die Vereinten Nationen äußerten Bedenken. Nun nehmen führende deutsche Industrieverbände Stellung.

Die VW-Krise sorgt weltweit für Verunsicherung. Und mit ihr geraten auch andere Teile der deutschen Industrie in den Fokus. Von wem stammt das eingebaute Teil? Was hat der Hersteller mit den Manipulationsvorwürfen zu tun? Und was ist mit Autos anderer deutscher Hersteller? All das veranlasst führende Industrieverbände in Deutschland zu einer Stellungnahme.


Um den Stellenwert von „Made in Germany“ sorgt sich vor allem dem Verband Deutscher Maschinen- und Anlagenbauer, kurz VDMA. „Rund eine Million Mitarbeiterinnen und Mitarbeiter in Deutschland geben allein im deutschen Maschinenbau jeden Tag ihr Bestes, um den verdienten guten Ruf der Industrie zu verteidigen. Es gibt keinen Grund, sie jetzt unter Generalverdacht zu stellen“ sagte Hauptgeschäftsführer Thilo Brodtmann. Die Kunden der deutschen Maschinenbauer könnten sich darauf verlassen,  Spitzenleistungen „Made in Germany“ zu bekommen. Der Bundesverband der Deutschen Industrie (BDI) sieht die Unternehmen in der Pflicht: „Wir kritisieren jegliche Manipulation scharf. Jedes Unternehmen muss sich an die geltenden Regeln halten. Ich begrüße es, dass Volkswagen unabhängige Fachleute mit der Untersuchung der Vorwürfe betraut hat“, so BDI-Präsident Ulrich Grillo. Um Transparenz geht es auch Martin Wansleben, Hauptgeschäftsführer des Deutschen Industrie- und Handelskammertages (DIHK): Als „Schlag ins Kontor“ bezeichnete er den Skandal gegenüber der neuen Osnabrücker Zeitung. Umso wichtiger sei es, dass VW nun wie angekündigt für Transparenz sorge.

Die Aufklärung des Skandals scheint indes noch nicht abgeschlossen: Nachdem am 23. September VW-Vorstandschef Martin Winterkorn zurückgetreten war, folgten am Tag darauf zwei Vorstände von Audi und Porsche. Kurz zuvor war bekannt geworden, dass VW in den USA jahrelang manipulierbare Software verbaut hat, um Abgaswerte zu schönen. Mittlerweile ist klar, dass die Schönungen weltweit, auch in Europa, stattgefunden haben.