Die Himolla Polstermöbel GmbH hat ein Schutzschirmverfahren beantragt. Laut Angaben des Unternehmens sind ein schwaches Konsumklima und eine stockende Bautätigkeit die Auslöser für diesen Schritt. Zudem belaste ein zunehmend preisaggressiver Wettbewerb das Geschäft. Dieser Druck kommt vor allem aus Niedriglohnländern. Klassische Möbelhäuser und Lieferanten kämpfen gleichermaßen um Frequenz und Margen, heißt es in einer Mitteilung. Der Polstermöbelhersteller konnte seine Marktanteile mit starken Marken zwar stabil halten. Doch der Umsatzrückgang ließ sich durch Restrukturierungsmaßnahmen nicht mehr kompensieren, wie das Unternehmen berichtet. Das 1947 gegründete Unternehmen zählt zu den etablierten Herstellern in Deutschland. Der Absatz erfolgt primär über den Möbelhandel im In- und Ausland. Wichtige Märkte sind neben Deutschland vor allem das übrige Europa. Auch ausgewählte Exportmärkte gehören dazu. Die Nachfrage ging zuletzt spürbar zurück.
Erfahrene Experten für die Sanierung
Für die anspruchsvolle Neuordnung haben Gesellschafter und Geschäftsführung die Transformationsberatung Falkensteg an Bord geholt. Zugleich verstärkt Rechtsanwalt Tillmann Peeters die Führung als Sanierungsgeschäftsführer. Er ist Partner von Falkensteg. Neben Tillmann Peeters sind Mathias Schneider, Wolfram Lenzen und Frederik Hörner im Projekt tätig. Auch Nils Aderhold, Andreas Stark, Philipp Langer und Sebastian Rösler unterstützen das Vorhaben. Ein Team um Dr. Thomas Ressmann von DMR Legal übernimmt die rechtliche Beratung. Das Amtsgericht Landshut hat zudem Arndt Geiwitz von SGP Schneider Geiwitz zum vorläufigen Sachwalter bestellt.
Stabilität durch Schutzschirmverfahren
Das Verfahren verschafft dem Betrieb einen rechtlich geschützten Rahmen. In diesem Rahmen soll gemeinsam mit Gläubigern ein Sanierungsplan erarbeitet werden. Anders als im Regelinsolvenzverfahren behält die Geschäftsführung die Verwaltungsbefugnis. Der Geschäftsbetrieb läuft in Abstimmung mit dem Sachwalter weiter. Die Führung behält somit die volle Kontrolle über alle operativen Entscheidungen. Das sichert die Handlungsfähigkeit in dieser Phase. Alle Beteiligten arbeiten eng zusammen. Das schafft Vertrauen. Das hilft.
Auswirkungen auf die Beschäftigten
„Mit dem Schutzschirmverfahren wollen wir die Marktrückgänge strukturiert bewältigen und die Wettbewerbsfähigkeit der Himolla-Gruppe wiedererlangen“, sagt Sanierungsgeschäftsführer Tillmann Peeters. „Gemeinsam mit der Geschäftsführung, dem vorläufigen Sachwalter und den Gläubigern werden wir in den kommenden Wochen einen Sanierungsplan erarbeiten. Dieser stabilisiert das Kerngeschäft und eröffnet eine nachhaltige Perspektive für die gesamte Unternehmensgruppe.“
Der Geschäftsbetrieb und die Lieferung an die Kunden laufen unverändert weiter. Die Löhne und Gehälter der rund 850 Mitarbeitenden am Standort Taufkirchen sind für drei Monate abgesichert. Diese Absicherung erfolgt über das Insolvenzgeld, wie aus einer Pressemitteilung hervorgeht. Insgesamt beschäftigt die gesamte Gruppe 2.000 Mitarbeitende. Die internationalen Tochtergesellschaften in Rumänien, der Slowakei und Ungarn sind von dem Verfahren nicht betroffen. Das Verfahren dient der nachhaltigen Sanierung des Betriebs und sichert die Zukunft der gesamten Gruppe. Die Produktion läuft an allen Standorten normal weiter. Alle Verträge bleiben gültig. Das Unternehmen blickt zuversichtlich nach vorn.







