Die Beteiligungsgesellschaft Mutares SE & Co. KGaA übernimmt die Steinmüller Engineering GmbH von der japanischen IHI Corporation. Die Vereinbarung wurde am heutigen Dienstag unterzeichnet, das Closing wird für das vierte Quartal 2026 erwartet. Zum Kaufpreis machen die Parteien keine Angaben. Steinmüller entwickelt Lösungen der thermischen Verfahrenstechnik für Energie und Industrie. Dazu zählen Engineering, Beschaffung und schlüsselfertige EPC-Lösungen für Feuerungs- und Verbrennungsanlagen, Abgasreinigung und Wärmeübertragung. Das Unternehmen beschäftigt rund 170 Mitarbeitende und erzielte zuletzt eine Gesamtleistung von nahezu 100 Mio. Euro. Mehr als 1.300 Projekte für über 500 Kunden in 80 Ländern stehen in der Referenzliste, gestützt auf ein Portfolio europäischer Patente. Die Wurzeln reichen bis 1874 zurück.
Japanischer Konzern trennt sich von der deutschen Tochter
Verkäufer ist die IHI Corporation, ein 1853 gegründeter Schwerindustriekonzern mit Sitz in Tokio. Im Geschäftsjahr bis März 2026 erzielte IHI einen Umsatz von 1.643 Mrd. Yen mit rund 26.200 Beschäftigten. Steinmüller kam 2014 zu IHI, um die Entwicklung von Braunkohlekesseln zu beschleunigen. Aus dem Verkauf erwartet IHI im Konzernabschluss einen Aufwand von rund 14 Mrd. Yen. Der Anteilsübergang ist für Mitte Oktober geplant.
Mutares setzt auf Energiewende
Für Mutares ist Steinmüller ein neues Plattforminvestment im Bereich Energiewende und industrielle Dekarbonisierung. Das Unternehmen verweist auf ein starkes, regulatorisch getriebenes Marktwachstum. Johannes Laumann, CIO von Mutares, sagt: „Mit dieser Transaktion fügen wir unserem Energy & Technology-Segment eine starke Plattform hinzu. Gemeinsam mit unserem Portfoliounternehmen Sofinter Group sehen wir erhebliche Synergien in diesem schnell wachsenden Markt für Dekarbonisierung. Zusammen haben die beiden Plattformen das Potenzial, eine führende Marktposition aufzubauen und einen ähnlichen Wertsteigerungspfad wie bei der NEM Energy Group einzuschlagen. Ein großartiger Deal.“
Käufer und Verkäufer zugleich
Mutares ist 2026 auf beiden Seiten des Marktes aktiv. Der Konzernumsatz stieg im ersten Halbjahr um 9 Prozent auf 3,4 Mrd. Euro. Das bereinigte EBITDA lag bei 67 Mio. Euro, nach minus 89 Mio. Euro im Vorjahr. Die Prognose von 7,9 bis 9,1 Mrd. Euro Jahresumsatz wurde bestätigt. Größte Übernahme der Firmengeschichte ist das Geschäft Engineering Thermoplastics von SABIC, heute NexPoint Materials mit rund 2 Mrd. Euro Umsatz. Hinzu kommt Gas Solutions von Wärtsilä, heute Nord Gas Solutions. Im September folgten AmeriTerpenes und Trepel/MAFI. Verkauft wurden unter anderem Kalzip, inTime, Relobus, Locapharm und Peugeot Motocycles. Die NEM Energy Group geht an Hyundai Heavy Industries Power Systems. Prénatal Niederlande ging am 23. September an dessen CEO.mutares+2
Die Mutares-Aktie (WKN A2NB65, ISIN DE000A2NB650) wird primär im Xetra-Handel gehandelt. Am 28. September schloss sie dort bei 23,90 Euro.








