Die DOMO Collection GmbH hat einen Insolvenzantrag gestellt. Das Amtsgericht Oldenburg ordnete die vorläufige Insolvenzverwaltung über das Vermögen der Gesellschaft an. Zum vorläufigen Insolvenzverwalter bestellte das Gericht Rechtsanwalt Dr. Christian Kaufmann von der Pluta Rechtsanwalts GmbH. Der Sanierungsexperte traf bereits die Entscheidung zur Fortführung des Geschäftsbetriebs. Derzeit prüfen die Verantwortlichen intensiv die genauen Voraussetzungen für den weiteren Geschäftsbetrieb. Der Erhalt des etablierten Möbelanbieters steht im Zentrum aller eingeleiteten Sanierungsmaßnahmen. Die Beteiligten streben eine dauerhafte Sanierungslösung an.
Die DOMO Collection GmbH mit Sitz in Hude wurde im Jahr 2011 gegründet. Das inhabergeführte Unternehmen ist auf die Entwicklung und den Vertrieb von hochwertigen Polstermöbeln spezialisiert. Mit funktionalem Design und harmonischen Materialkompositionen gehört die Firma zu den etablierten Anbietern in Deutschland. Zum Produktsortiment des Herstellers zählen unter anderem verschiedene funktionale Sofas und Sessel. Der Betrieb beschäftigt am niedersächsischen Standort Hude insgesamt 24 Mitarbeiter. Nach Angaben von Insolvenzverwalter Dr. Christian Kaufmann sind die Löhne der Beschäftigten gesichert. Die Absicherung der Gehaltszahlungen erfolgt über das Insolvenzgeld bis Ende September. Das Sanierungsteam der Kanzlei Pluta leitet derzeit die nötige Insolvenzgeldvorfinanzierung in die Wege. Dadurch können die Gehälter der Mitarbeiter wie gewohnt pünktlich an die Beschäftigten ausgezahlt werden. Die Verantwortlichen informierten die Belegschaft bereits im Rahmen einer Mitarbeiterversammlung über die Lage. Neben Dr. Christian Kaufmann gehören Rechtsanwalt Alexander Bortfeldt und Betriebswirt Dr. André Schulte zum Sanierungsteam.
Insolvenzverfahren auch bei Tochtergesellschaft
Die Produktion der Möbel erfolgt über ein Tochterunternehmen der Firma in Polen. Auch für die dortige Gesellschaft Oflor Sp. z o.o. mit Sitz in Psarskie wurde ein Insolvenzantrag gestellt. Das zuständige Amtsgericht Oldenburg bestellte Dr. Christian Kaufmann ebenfalls zum vorläufigen Insolvenzverwalter dieser Gesellschaft. In dem polnischen Produktionsbetrieb arbeiten rund 245 Mitarbeiter für das Unternehmen. Laut dem Insolvenzverwalter Dr. Christian Kaufmann soll der Geschäftsbetrieb auch in Polen fortgeführt werden. Das Sanierungsteam der Kanzlei war bereits vor Ort in Psarskie im Einsatz. Die Experten informierten die dortigen Beschäftigten umfassend über die aktuelle wirtschaftliche Situation. Die Aufrechterhaltung der Fertigung in Polen ist für die Zukunft des Anbieters von zentraler Bedeutung.
Im Fokus der kommenden Wochen steht die weitere Zusammenarbeit mit allen Vertriebspartnern. Zudem müssen die Aufträge der Kunden weiterhin zuverlässig erfüllt werden. „Unser oberstes Ziel ist es jetzt, den Geschäftsbetrieb stabil fortzuführen“, betont Dr. Christian Kaufmann. Er leitet das Verfahren bei der Kanzlei Pluta. „Dafür führen wir intensive Gespräche mit allen wichtigen Geschäftspartnern. Im nächsten Schritt werden wir alle Sanierungsoptionen sorgfältig prüfen. Zudem sprechen wir gezielt Investoren an, um den Fortbestand des Betriebs zu ermöglichen.“
Ursachen der wirtschaftlichen Krise
Die Antragstellung der DOMO Collection GmbH erfolgte aufgrund von akuten Liquiditätsschwierigkeiten. Die Gründe für die Liquiditätskrise liegen primär in einer hinter den Erwartungen zurückgebliebenen Umsatzentwicklung. Ursache hierfür ist eine allgemein festzustellende Konsumzurückhaltung der Kunden in Deutschland. Zudem werden in der Möbelbranche im Sommer ohnehin gewöhnlich geringere Umsätze erzielt. Anders als in den Vorjahren verliefen die Bemühungen um eine Saisonlinie jedoch nicht erfolgreich. Das Unternehmen stellte den Antrag daher, um eine Sanierung im Rahmen des Insolvenzverfahrens zu ermöglichen. Geschäftsführer Ulf Vietor nimmt Stellung zur aktuellen Lage des Möbelherstellers. „Die wirtschaftlichen Rahmenbedingungen haben sich in den vergangenen Monaten deutlich verschlechtert“, erklärt Ulf Vietor. „Vor diesem Hintergrund war dieser Schritt für uns unvermeidbar. Jetzt geht es darum, gemeinsam mit dem vorläufigen Insolvenzverwalter alle Möglichkeiten auszuloten. So wollen wir eine tragfähige Zukunftslösung für unser Unternehmen erarbeiten.“
Stabilisierung der Prozesse
Das Sanierungsteam arbeitet nun an der langfristigen Stabilisierung beider Gesellschaften. Sowohl in Hude als auch in Psarskie läuft der Geschäftsbetrieb vorerst weiter. Die vertrauensvolle Zusammenarbeit mit den Partnern bildet das Fundament für die anstehenden Investorengespräche. Die gezielte Ansprache potenzieller Erwerber soll den dauerhaften Fortbestand des Unternehmens sichern.







