Kids & School Holding übernimmt ROFU Kinderland

Die Zahl der Insolvenzen in Deutschland sank im November 2024 leicht, bleibt aber deutlich über dem Vorjahresniveau. Prognose: Anstieg 2025.
Foto: © Alexander Limbach_AdobeStock

Die ROFU Kinderland Spielwarenhandelsgesellschaft GmbH schließt ihre Sanierung in Eigenverwaltung erfolgreich ab. Im Erörterungs- und Abstimmungstermin stimmten alle Gläubigergruppen dem erstellten Insolvenzplan einstimmig zu. Nach Angaben des Unternehmens sind mittlerweile alle Bedingungen des Plans eingetreten. Der Investor Kids & School Holding GmbH übernimmt den Geschäftsbetrieb sowie wesentliche Vermögenswerte. Das Amtsgericht Idar-Oberstein hob das Insolvenzverfahren daraufhin offiziell auf. Der Spielwarenhändler vollzieht den rechtlichen Neustart ab dem 1. August 2026. Durch die vereinbarte Übernahmelösung bleiben rund 1.150 Arbeitsplätze im Handelsunternehmen erhalten.

Neustart durch Einstieg eines Investors

Die Investorenvereinbarung setzte der Händler im Rahmen eines rechtlich geprüften Insolvenzplans um. Nach Angaben der Berater beruht die Rettung auf einem Vergleich mit den Gläubigern. Das Unternehmen agiert künftig wieder vollkommen eigenständig am Markt. Die geschäftsführenden Mitgesellschafter Achim Weniger und Bernd Stocker übernehmen die künftige Führung des Betriebes. Beide Manager verfügen über langjährige Erfahrung und ein sehr gutes Netzwerk in der gesamten Spielwarenbranche. Die ROFU Kinderland Spielwarenhandelsgesellschaft GmbH befand sich seit dem 19. Januar 2026 in der Eigenverwaltung. Das bisherige Management blieb während des gesamten Verfahrens im Amt. Sanierungsgeschäftsführer Marcus Katholing von der Pluta Management GmbH steuerte die Sanierung gemeinsam mit Geschäftsführer Michael Fuchs. Rechtsanwalt Stefan Warmuth von der Pluta Rechtsanwalts GmbH beriet das Handelsunternehmen insolvenzrechtlich. Zum erweiterten Sanierungsteam gehörten zudem Daniela Schneider und Sachwalterin Annemarie Dhonau von der Kanzlei Schiebe und Collegen.

„Die einstimmige Zustimmung der Gläubiger zum Insolvenzplan ist ein starkes Signal“, sagt Marcus Katholing. Das klare Ergebnis schaffe deutliche Verhältnisse für die Zukunft des Händlers. Er dankte allen beteiligten Partnern für die sehr gute Zusammenarbeit und das Vertrauen. Den Investoren wünschte der Sanierungsexperte viel Erfolg für die Zukunft. Das angestrebte Verfahrensziel einer strukturellen Neuaufstellung wurde nach Expertenangaben vollumfänglich erreicht. Die Eigenverwaltung verlief planmäßig. Die Sanierungsberater Marcus Katholing und Michael Fuchs scheiden daher planmäßig zum Ende des Monats aus der Geschäftsführung aus. „In der Eigenverwaltung ist eine Lösung gelungen, die den Fortbestand von ROFU langfristig sichert“, erklärt Annemarie Dhonau. Zugleich ermögliche das erarbeitete Konzept die bestmögliche Befriedigung der Gläubiger. Die konstruktive Zusammenarbeit aller Beteiligten trug maßgeblich zu diesem positiven Ergebnis bei.

Filialnetz wird gezielt angepasst

Der Geschäftsbetrieb lief während der vergangenen Monate in sämtlichen Filialen uneingeschränkt weiter. Das Unternehmen überarbeitete interne Abläufe und optimierte die Steuerung der Bestände und Flächen. Künftig führt der Betrieb noch 77 Filialen erfolgreich weiter. Insgesamt 27 Standorte gehören nicht zum Erwerberkonzept des neuen Investors. In diesen betroffenen Filialen läuft bis Ende Juli 2026 ein Abverkauf. Danach gehen die Mietflächen an die jeweiligen Vermieter zurück. Die Zentrale verbleibt am bisherigen Hauptsitz in Hoppstädten-Weiersbach. „Wir freuen uns darauf, ROFU künftig weiterzuentwickeln“, sagt Achim Weniger. Ziel sei die Stärkung der Marktposition als stationärer Spielwarenhändler. Ebenso danke er allen Beteiligten herzlich für die konstruktive Zusammenarbeit der vergangenen Monate. Der Fokus liege nun auf profitablen Filialen. Der neue Investor will den Händler durch gezielte betriebliche Prozessoptimierungen wieder dauerhaft profitabel machen. Das traditionsreiche Handelsunternehmen betreibt derzeit eigene Standorte in insgesamt sechs Bundesländern. Das breite Sortiment umfasst Markenartikel, Kinderbücher, Schulbedarf, Bastelsets sowie Puzzles und Gesellschaftsspiele. Die Marktposition soll nachhaltig gestärkt werden.

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Autorenprofil

Als Redakteur der Unternehmeredition berichtet Alexander Görbing regelmäßig über Unternehmen und das Wirtschaftsgeschehen. Zu seinen Schwerpunkten gehören Restrukturierungen, Insolvenzen, M&A-Prozesse, Finanzierungen und Unternehmensnachfolgen.

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