Herma Train Components GmbH stellt sich in eigener Regie neu auf. Das Unternehmen aus Delmenhorst nutzt ein Sanierungsverfahren in Eigenverwaltung. Der Geschäftsbetrieb und die Fertigung laufen nach Angaben der Geschäftsführung ohne Einschränkungen weiter. Alle Aufträge werden wie geplant bearbeitet, produziert und geliefert. Die Löhne der knapp 60 Mitarbeitenden sind bis Ende April gesichert. Dies geschieht über das Insolvenzgeld. Alexander Müller ist der Geschäftsführer der Herma Train Components GmbH. Nach seiner Aussage erhalten Kunden weiterhin die gewohnte Qualität und Beratung. Das Unternehmen ist seit dem Jahr 1986 am Markt tätig. Es ist auf die Fertigung von Komponenten für Schienenfahrzeuge spezialisiert. Als zertifizierter Schweißfachbetrieb fertigt der Betrieb hochwertige Bauteile aus verschiedenen Metallen. Das Spektrum umfasst Baugruppen für den Innenausbau und die Klimatisierung. Auch Systemkomponenten für den Unterflurbereich gehören zum Portfolio. Ab Mai sollen die Löhne wieder aus dem laufenden Betrieb erwirtschaftet werden.
Sanierung durch Eigenverwaltung
Die Geschäftsführung wird durch ein Team der Kanzlei Schultze & Braun beraten. Dr. Ludwig J. Weber und Michael Böhner agieren dabei als Generalbevollmächtigte. Sie unterstützen das Unternehmen bei der Erarbeitung eines Sanierungsplans. Dieser Plan soll dem Gericht in den nächsten Monaten vorgelegt werden. Laut Ludwig J. Weber ist das Geschäftsmodell grundsätzlich intakt. Die aktuelle Lage sei primär durch externe Krisen beeinträchtigt. „Wir sind sehr zuversichtlich, dass uns die Sanierung gelingen wird“, sagen die Sanierungsexperten. Die Kunden und Lieferanten unterstützen den Prozess der Neuaufstellung ausdrücklich. Zu den Auftraggebern zählen namhafte Hersteller wie Alstom, Hitachi, Siemens und Stadler.
Das Gericht hat Dr. Malte Köster von der Kanzlei Kösterberner bestellt. Er fungiert in dem Verfahren als vorläufiger Sachwalter. Malte Köster beaufsichtigt die Geschäftsführung und begleitet die Neuausrichtung konstruktiv. Laut Malte Köster ist die bisherige Aufstellung eine gute Ausgangslage für den Erfolg. Das Team von Schultze & Braun umfasst weitere Experten für das Verfahren. Dazu gehören Alexander von Saenger, Thomas Dömmecke, René Schmidt und Stefan Höge. Auch Martin Gehlen von der Kanzlei Kösterberner ist an dem Prozess beteiligt.
Ursachen der wirtschaftlichen Krise
Die wirtschaftliche Schieflage resultiert aus mehreren sich verstärkenden Faktoren. Laut dem Unternehmen geriet der Betrieb mit Beginn der Pandemie unter Druck. Massive Störungen in den Lieferketten führten zu Verzögerungen in der Produktion. Gleichzeitig verlängerten sich die Zahlungsfristen seitens der Kunden erheblich. Viele Lieferanten stellten zudem auf Vorkasse um. Dies führte laut dem Unternehmen zu einem hohen Liquiditätsdruck. Vorfinanzierte Materialien konnten nur verzögert ausgeliefert werden. Die entstandene Liquiditätslücke konnte bisher nicht nachhaltig geschlossen werden. Grund dafür sind auch die gestiegenen Kosten für Rohstoffe. Der Krieg in der Ukraine trieb zudem die Preise für Energie in die Höhe. Man habe bereits begonnen, die Strukturen anzupassen. Diesen Weg wolle man nun konsequent weitergehen. Ein Abschluss wird zeitnah angestrebt.







