Die Schweiz im M&A-Paradox

Große Transaktionen prägen 2025, der Markt insgesamt bleibt verhalten

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2025 hinterlässt am Schweizer M&A-Markt ein widersprüchliches Bild: Rekordhohe Einzeltransaktionen und spektakuläre Megadeals treiben die aggregierten Dealwerte, während die Breite des Marktes hinter den Erwartungen zurückbleibt. Ein Jahr der Extreme, das mehr über strukturelle Verschiebungen als über eine echte Belebung aussagt.

Vor einem Jahr veröffentlichten wir einen optimistischen Ausblick für den Schweizer M&A-Markt 2025, gestützt auf ein hervorragendes Schlussquartal 2024, das beste Quartal seit vielen Jahren.

Auch 2025 begann vielversprechend: Ein solides erstes Quartal und ein ausgezeichnetes zweites Quartal im Vergleich zu den entsprechenden Vorjahresquartalen.

Leider folgte dann eine verlängerte Sommerpause (siehe Update vom Herbst 2025) mit einem im Juli nahezu geschlossenen Schweizer M&A-Markt sowie einem schwachen August und September, was zu einem deutlichen Rückgang der M&A-Aktivitäten im dritten Quartal 2025 führte.

Dank eines starken Oktobers mit vier Transaktionen im Milliardenbereich (zwei strategische Auslandsakquisitionen durch Novartis und Holcim sowie zwei Schweizer Akquisitionen durch ausländische Investoren) und einem aggregierten Dealwert von 18,3 Mrd. CHF innerhalb eines Monats wurde das vierte Quartal mit einem Transaktionsvolumen von 21,3 Mrd. CHF das zweitstärkste Quartal 2025.

Es lag damit rund 10 % hinter dem zweiten Quartal 2025 (mit dem größten Deal des Jahres) und ebenfalls 10 % unter dem vierten Quartal 2024. Die Zahlen zeigen zudem ein relativ niedriges Volumen und geringe Transaktionswerte im November und Dezember 2025.

Markttrends (Executive Summary)

  • Der Schweizer M&A-Markt 2025 brachte höhere aggregierte Dealwerte, jedoch weniger Transaktionen.
  • Die Aktivität konzentrierte sich stark auf Large-Cap-Transaktionen; die zehn größten Deals repräsentierten 56 Milliarden CHF an Transaktionswert.
  • Private Equity blieb die dominierende Liquiditätsquelle.
  • Inländische Konsolidierung war selten.
  • Strategische Auslandsakquisitionen – insbesondere in die USA – prägten das Jahr.
  • Trotz globaler M&A-Rekorde kam die Schweizer Transaktionstätigkeit im November faktisch zum Erliegen.
  • Für 2026 erwarten wir eine erneute Belebung, getrieben durch Add-on-Akquisitionen strategischer Käufer und internationale Expansionsstrategien.

Im Detail:

  • Wie üblich kauften globale Schweizer Pharmaunternehmen Wachstum (neue Produktentwicklungen) im Ausland, mit starkem Fokus auf die USA.
  • Private Equity ist wieder dominant: Wie bereits 2024 sichtbar, prägt Private Equity den Markt dreifach – durch neue Plattforminvestitionen (13 der Top 31), Add-on-Akquisitionen sowie Exits (10 der Top 31), häufig auch als Secondary-PE-Transaktionen (fünf von zehn Exits in den Top 31). Private Equity erreichte einen Marktanteil von über 50 % (nach Anzahl und Volumen).
  • Die Schweiz bleibt ein attraktiver Zielmarkt, jedoch klar dominiert von Private Equity (zwölf der Top 20, davon fünf Secondaries).
  • Der Schweizer Binnenmarkt (sieben von Top 50) bleibt eine Nische für kleinere Transaktionen. Insgesamt wird der Markt jedoch klar von grenzüberschreitenden Deals dominiert – sowohl outbound (führend beim Transaktionsvolumen) als auch inbound. Dennoch war der größte M&A-Deal 2025 eine inländische Fusion – zugleich der einzige inländische Deal in den Top 20.
  • Größter Schweizer Tech-Deal 2025: ABB verkauft ihr Robotics-Geschäft an die SoftBank Group.
  • Fintech / Software: Zwei Private-Equity-/Venture-Capital-Exits in den Top 10, beide Schweizer Unternehmen mit starker US-Präsenz; beide Käufer aus den USA, einmal Secondary Private Equity, einmal strategischer Käufer.

Höhere Dealwerte – 18 Milliarden-Schweizer-Franken-Transaktionen 2025

Insgesamt verzeichneten wir 18 Transaktionen im Milliardenbereich (CHF) mit einem aggregierten Dealwert von 65,5 Mrd. CHF.

Davon entfielen 56 Mrd. CHF auf die zehn größten Deals.

Exakt ein Drittel dieses Betrags wurde durch den größten Schweizer M&A-Deal 2025 beigetragen – eine inländische Fusion.

Zum Vergleich:

  • 2024 zählten wir 24 Milliarden-Schweizer-Franken-Deals mit einem Gesamtwert von 51,5 Mrd. CHF.
  • 2023 waren es lediglich 14 Deals im Milliardenbereich, jedoch ebenfalls mit einem Gesamtwert von 51,5 Mrd. CHF.

Im Vergleich zu 2024 sank somit die Anzahl der Transaktionen, während der aggregierte Dealwert deutlich anstieg.

Für die Top 45 Schweizer M&A-Transaktionen 2025 (ab 100 Mio. CHF) identifizierten wir einen aggregierten Dealwert von 76 Mrd. CHF.

Der Trend zu Megatransaktionen und höheren Transaktionswerten ist global beobachtbar: PitchBook meldete für 2025 in den USA 617 sogenannte Megadeals (ab 1 Mrd. USD). Diese machten lediglich 1,5 % aller Transaktionen aus, jedoch 56,6 % des gesamten aggregierten Dealwerts (PitchBook Global M&A Report 2025).

Überträgt man diesen Prozentsatz auf die 65,5 Mrd. CHF Schweizer Transaktionswert aus Megatransaktionen, ergibt sich ein indikativer Transaktionswert von rund 116 Mrd. CHF für den gesamten Schweizer M&A-Markt (siehe unten).

Größter Schweizer M&A-Deal 2025: 19 Mrd. CHF Inlandsfusion

Der größte M&A-Deal des Jahres war die größte Unternehmenstransaktion in der Schweiz seit der 20-Milliarden- CHF-Übernahme von DSM durch Firmenich im Jahr 2022 und die größte inländische Fusion seit dem Zusammenschluss von UBS und Swiss Bank Corporation im Jahr 1998: die Fusion unter Gleichen („Merger of Equals“) zwischen den führenden Schweizer Versicherern Helvetia Holding AG (Bieter) und Baloise Holding AG mit einem (Eigenkapital-) Wert von 18,75 Mrd. CHF.

Die 18,75 Mrd. CHF beziehen sich auf den Wert der Aktien des kombinierten Unternehmens zum Ankündigungszeitpunkt am 22. April 2025, ohne Berücksichtigung der Finanzverbindlichkeiten und somit nicht auf den Enterprise Value.

Größte Equity-Capital-Markets-Transaktion mit Schweizer Beteiligung 2025

Die größte Schweizer Kapitalmarkttransaktion 2025 war der Spin-off der nordamerikanischen Aktivitäten der Holcim-Gruppe im Wert von 33,7 Mrd. USD in die neu gegründete Amrize Ltd., die an der SIX sowie an der NYSE kotiert wurde.

Der erste Handelspreis am 23. Juni 2025 lag bei 39,31 CHF an der SIX und 51,35 USD an der NYSE, entsprechend einer Marktkapitalisierung von 23,7 Mrd. CHF.

Der aktuelle Aktienkurs liegt bei 44,95 CHF, entsprechend einer Marktkapitalisierung von rund 27 Mrd. CHF.

Da es sich hierbei nicht um einen Kontrollerwerb handelt, sondern um eine Sachdividende in Form neu geschaffener Aktien an bestehende Aktionäre, wird diese Transaktion nicht in unseren M&A-League-Tabellen berücksichtigt. Es handelt sich um eine Abspaltung an bestehende Aktionäre im Weg eines IPO.

Viele M&A-Statistiken erfassen solche Transaktionen jedoch.

Wir wenden strengere M&A-Definitionen an und schließen aus:

  • Übertragungen von Beteiligungen ohne Kontrollerwerb;
  • Squeeze-outs von Minderheitsaktionären;
  • Nachträgliche Aufstockungen nach Kontrollerwerb;
  • Infrastruktur- oder Immobilien-Transaktionen (z. B. Kraftwerke, Pipelines, Einkaufszentren, Rechenzentren), sofern es sich nicht um operative Multi-Asset-Unternehmen handelt (z.B. kommerzielle Datencenterbetreiber);
  • Finanzierungsrunden, insb. für Scale-up und anderen Wachstumsunternehmen.

Gerade letztere haben in den vergangenen Jahren zu einer inflationsartigen und stetig steigenden Transaktionsanzahl in vielen führenden M&A-Datenbanken geführt.

Schweizer Gesamt-M&A-Markt 2025

KPMG berichtet in seinem jüngst veröffentlichten Swiss M&A Recap 2025 von 502 Schweizer M&A-Transaktionen (+8 %) mit einem aggregierten Dealwert von 166,8 Mrd. USD (+45 %), einschließlich des 33,7-Milliarden-USD-Amrize-Spin-offs. Der aggregierte Transaktionswert setzt sich aus lediglich 148 Transaktionen mit offengelegtem Dealwert (2024: 120) zusammen. Bei 354 Transaktionen wurden keine Dealwerte veröffentlicht, so dass der tatsächliche Gesamttransaktionswert substantiell höher liegt, auch wenn die 354 Transaktionen meist private und wesentlich kleinere Unternehmen betrifft.

Ohne den Amrize-Spin-off verbleibt ein aggregierter Transaktionswert von 133 Mrd. USD beziehungsweise rund 106,5 Mrd. CHF. Hinzu kämen weitere 9 Mrd. CHF für die Helvetia-Baloise-Fusion, da diese von KPMG als Akquisition von Baloise durch Helvetia – basierend auf der an Baloise-Aktionäre ausgegebene neue Aktien – behandelt wurde.

Tatsächlich ist die Transaktion als „Merger of Equals“ strukturiert und von Management und Aktionären beider Gesellschaften unter einem gemeinsamen Dach genehmigt worden. Unter Einbeziehung der Nettofinanzverschuldung läge der tatsächliche Transaktionswert deutlich höher.

Wir berichteten für 2024 von einem aggregierten Transaktionswert für den Schweizer M&A-Markt (Schweizer Zielunternehmen oder Schweizer Käufer oder Schweizer Verkäufer) von 107 Mrd. CHF aus 460 Transaktionen mit offengelegtem Dealwert, gegenüber 71,5 Mrd. CHF im Jahr 2023.

Bis Ende Oktober 2025 erwarteten wir weiterhin ein Wachstumsjahr mit der realistischen Möglichkeit, ein aggregiertes Transaktionsvolumen von circa 120 Mrd. CHF zu erreichen – nahe am Rekordjahr 2021, wenn auch mit weniger Transaktionen. Diese Erwartung wurde nicht erfüllt.

Während die globalen und US-Märkte im dritten und vierten Quartal neue Rekorde erreichten, und mit den höchsten aggregierten Transaktionswerten der Geschichte abschlossen, blieb Europa insgesamt unter dem Rekordjahr 2021.

Im deutlichen Gegensatz zum weltweiten Trend (einschließlich Europa) konnten die drei DACH-Märkte die Erwartungen nicht erfüllen und kamen im November und Dezember 2025 nahezu zum Stillstand. Auch im Januar 2026 verharrte der Markt im Ruhemodus.

Eine vollständige Auswertung aller Transaktionen mit offengelegtem Dealwert liegt noch nicht vor; wir konzentrieren uns heute auf die Analyse der großen Transaktionen mit Transaktionswerten von mindestens 100 Mrd. CHF.

Top 10 Schweizer M&A-Deals 2025: 56 Mrd. CHF – bis zu 50 % des aggregierten Dealwerts?

Die zehn größten Schweizer M&A-Transaktionen mit einem aggregierten Wert von 56 Mrd. CHF umfassen:

  • vier Akquisitionen in der Schweiz
  • vier strategische Auslandsakquisitionen Schweizer Unternehmen (alle im Pharmabereich – Roche und Novartis), davon drei in den USA
  • zwei Secondary-Private-Equity-Transaktionen unter Führung von Partners Group

Sieben der Top-10-Transaktionen wiesen eine Private-Equity-Beteiligung auf, drei davon als Secondary-Private-Equity-Deals.

Top 31 Schweizer M&A-Deals 2025: 73 Mrd. CHF – Private Equity in mehr als drei von fünf Transaktionen

Unter den nächsten fünf Transaktionen waren erneut vier strategische Auslandsakquisitionen Schweizer Unternehmen (Holcim, Alcon sowie zweimal Novartis), drei davon in den USA und eine in Deutschland.

Die fünfte Transaktion war eine Private-Equity-Investition in die Schweizer Swixx Pharma durch ein US-Private-Equity-Haus.

Die nächsten fünf Transaktionen waren sämtlich Akquisitionen in der Schweiz, darunter drei Private-Equity-Deals (allesamt Exits), zwei davon Secondary-Private-Equity-Transaktionen sowie eine strategische Auslandsakquisition, eine SPAC-Transaktion und eine strategische Akquisition durch die chinesische Jiangxi Copper Corp. 

Top 20 Schweizer M&A-Deals 2025 (Schweizer Target, Schweizer Käufer oder Schweizer Verkäufer)

Von den Top 31 Schweizer M&A-Transaktionen mit einem aggregierten Wert von 73 Mrd. CHF verzeichneten wir 18 Transaktionen mit Private-Equity-Beteiligung – 13-mal als Verkäufer und zehnmal als Käufer, und somit fünf Secondary-Private-Equity-Deals.

Die beiden größten Transaktionen mit einem kombinierten Dealwert von 28,5 Mrd. CHF erfolgten ohne Private-Equity-Beteiligung.

Die größte strategische Akquisition eines Schweizer Unternehmens war der Venture-Capital-Exit des an der NYSE kotierten Fintech-Scale-ups Global Blue S.A. für 2,5 Mrd. USD an den amerikanischen Zahlungsplattform-Betreiber Shift4Payment.

Die zweitgrößte ausländische Unternehmensinvestition in ein Schweizer Unternehmen war ebenfalls ein Venture-Capital-Exit: das Biotech-Scale-up Araris Biotech AG, ein Spin-off des Paul Scherrer Instituts, wurde für 1,14 Mrd. USD durch die japanische Taiho Pharmaceutical übernommen.

Top-Deals und Akteure im Schweizer M&A-Markt 2025

Der Schweizer M&A-Deal des Jahres war zweifellos die Fusion von Helvetia und Baloise im Versicherungsbereich mit einem Dealwert von rund 19 Mrd. CHF.

Auf Unternehmensseite gaben die beiden Schweizer Pharmariesen Novartis (#2, #6, #14, #15) und Roche Holding (#4, #7) mit insgesamt fünf Investitionen in den USA das Tempo vor, darunter vier öffentliche Übernahmen. Die größte davon war das 12-Milliarden-USD-Tenderangebot von Novartis zur Übernahme des US-amerikanischen RNA-Therapeutika-Spezialisten Avidity Biosciences.

Die nächsten bedeutenden Schweizer strategischen Käufer waren:

  • Die Holcim Group (#11) mit der 1,85-Milliarden- EUR-Akquisition (CHF 1,7 Milliarden) der deutschen Xella International GmbH von Lone Star Funds, einem europäischen Marktführer für nachhaltige und innovative Wandsysteme. Diese Transaktion unterstreicht den Trend großer Zementhersteller, sich zunehmend zu umfassenden Baustoffgruppen zu transformieren.
  • Die „Heimkehr“ der Textilmaschinenunternehmen Barmag AG, Neumag AG sowie des Oerlikon-Vliesstoffgeschäfts unter das Dach des Textilmaschinen-Spezialisten Rieter AG (#20) für 713 Mio. CHF (zweitgrößter inländischer Schweizer M&A-Deal).

Die größte Schweizer Unternehmensveräußerung war der Verkauf des globalen Robotics-Geschäfts von ABB für 5,4 Mrd. USD an die SoftBank Group Corp. (#5).

Der mit Abstand aktivste und zugleich größte direkte Unternehmensinvestor und -verkäufer war wie fast jedes Jahr die Schweizer Partners Group (#3, #10, #11), zweimal auf der Käuferseite und zweimal auf der Verkäuferseite, und somit einmal auf Käufer- als auch auf Verkäuferseite: der Verkauf des deutschen Marktführers für Mess- und Energiedienstleistungen Techem AG für 6,7 Mrd. EUR an ein Konsortium unter Führung des Infrastructure-Bereichs der Partners Group (Mehrheitsbeteiligung) gemeinsam mit den Syndikatsinvestoren GIC, TPG Rise Climate und Mubadala wurde am 14. Juli 2025 angekündigt und am 7. Oktober 2025 vollzogen.

Bereits ein Jahr zuvor hatte Partners Group den Verkauf an TPG Rise Climate (Lead) und GIC (Minderheitsinvestor) angekündigt. Nach intensiven Gesprächen mit den EU-Wettbewerbsbehörden zogen die Käufer jedoch Anfang 2025 ihre kartellrechtliche Anmeldung zurück und die Transaktionsstruktur wurde angepasst.

Daher tauchte dasselbe Zielunternehmen in zwei aufeinanderfolgenden Jahren zweimal in den League Tables auf und bereits 2018, als Partners Group ein Investorenkonsortium mit den kanadischen Co-Investoren CDPQ und OTPP anführte und das Unternehmen zu einem Enterprise Value von 4,6 Mrd. EUR erwarb.

Ausblick 2026: Noch sehr ruhig, aber globales Wachstum erwartet

Der Januar 2026 war ebenso ruhig wie November und Dezember im alten Jahr.

Wir erwarten jedoch, dass die Winterpause bald endet – und mit ihr eine deutliche Belebung des Schweizer M&A-Marktes erfolgt.

Februar dürfte stärker als Januar, und März klar der stärkste Monat im ersten Quartal 2026 werden, falls nicht geopolitische Entwicklungen die Dealaktivitäten vollständig zum Erliegen bringen.

Für den weiteren Jahresverlauf erwarten wir kontinuierlich stärkere Quartale, wobei das zweite Halbjahr deutlich stärker ausfallen dürfte, als das erste.

Megatransaktionen werden dabei weiterhin die wesentliche Rolle spielen und können das Jahresergebnis schnell und maßgeblich verändern (siehe Helvetia/Baloise im zweiten Quartal 2025). Wir sind deutlich optimistischer für größere Add-on-Akquisitionen als für neue transformative Fusionen. Helvetia/Baloise war eine Ausnahme, ebenso wie UBS/Credit Suisse eine einmalige Wettbewerbschance darstellte, und natürlich ein Geschenk hinsichtlich der Bewertung und Behandlung einiger Passivpositionen.

Es gilt weiterhin: erfolgreiche Schweizer Unternehmen müssen international wachsen – nicht zuletzt aufgrund der limitierten Größe des heimischen Marktes.

Europa beziehungsweise die EU ist zwar einer der größten Einzelmärkte der Welt, jedoch kein dynamischer Wachstumsmarkt mehr und aus makroökonomischer sowie demografischer Perspektive und aufgrund der Uneinigkeit ihrer Partner langfristig kein attraktiver Produktionsstandort.

Große Pharmaunternehmen werden weiterhin stark in den USA investieren – dem weltweit größten und wichtigsten Markt für pharmazeutische Entwicklung und Gesundheitsversorgung – und opportunistisch auch in anderen Regionen. Sie verfügen bereits über globale Vertriebsnetzwerke.

Wir erwarten daher bedeutende Outbound-Wachstumstransaktionen sowohl von den großen Konzernen als auch von zahlreichen Hidden Champions in ihren jeweiligen Nischen.

Internet- und softwarebasierte Geschäftsmodelle, einschließlich Fintech, aber auch viele andere industrielle Anwendungen, sind ohnehin global und virtuell ausgerichtet.

Rohstoffe, Energie, Materialien, industrielle Produktion und Logistik hingegen sind physischer Natur und damit stärker lokal geprägt; sie erfordern eine differenziertere Wachstumsstrategie.

FAZIT

Die Schweiz bleibt ein attraktiver M&A-Markt – über alle Branchen hinweg und über sämtliche Unternehmensgrößen, von sehr großen bis zu kleinen Transaktionen.

Private Equity wird die aktivste Käufergruppe bleiben.

Doch M&A bleibt für jedes erfolgreiche Unternehmen die zentrale strategische Wachstumsstrategie.

Autorenprofil
Dr. Winfried Weigel

Dr. Winfried Weigel ist Partner des international tätigen Corporate Finance-/M&A-Beraters www.weigelCF.com mit Fokus auf Unternehmensnachfolgen und Private-Equity-Transaktionen sowie des Strategie- und Business-Development-Beraters www.cltcap.com mit Schwerpunkt auf erneuerbaren Energien und umweltfreundlichen Technologien. Daneben ist Dr. Weigel als Coach und Mentor im VC-Bereich und als Dozent für strategische Unternehmenstransaktionen tätig.

E-Mail: winfried.weigel@wweigel.com

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