Der Bundesverband Beteiligungskapital (BVK) und der Zentrale Immobilien Ausschuss (ZIA) fordern verbesserte Rahmenbedingungen für private Investitionen in Deutschland. Die Verbände haben ein gemeinsames Forderungspapier für den Investitionsgipfel der Bundesregierung präsentiert. Dieses verbindet die Eigenkapitalversorgung von mittelständischen Unternehmen mit Investitionen in Wohnraum und Infrastruktur. Nach Angaben der beiden Verbände sind konkrete Verbesserungen bei der Finanzierung und der Regulierung nun entscheidend.
Fokus auf Infrastruktur und Unternehmen
Start-ups und mittelständische Unternehmen benötigen langfristiges Eigenkapital für Wachstum und Innovation. „Deutschland braucht neben leistungsfähiger Infrastruktur auch Unternehmen, die wachsen und investieren können“, sagt Ulrike Hinrichs, Vorstandssprecherin des BVK. Beteiligungskapitalfonds bündeln dafür privates und institutionelles Kapital. „Wer dieses Kapital nach Deutschland holen will, braucht einen wettbewerbsfähigen Fondsstandort und verlässliche Regeln“, sagt Hinrichs. Dafür sind größere regulatorische Spielräume und wettbewerbsfähige steuerliche Rahmenbedingungen notwendig. Versicherungen und Versorgungswerke sollen künftig mehr investieren können.
Neuer Wohnraum für benötigte Fachkräfte
Auch der Wohnraum und die Infrastruktur erfordern langfristiges privates Kapital. „Wenn Investitionen beispielsweise in KI, Energie oder Halbleiter angereizt werden, bedeutet das notwendigerweise Fachpersonal“, sagt Aygül Özkan, Hauptgeschäftsführerin des ZIA. Dies führe in der Folge zu einem zusätzlichen Bedarf an Wohnungen. „Deshalb braucht es jetzt einen Investitionsbooster für den Wohnungsneubau in Deutschland“, fordert Özkan. Im Jahr 2025 stammten 33,1 % des Investmentvolumens am deutschen Wohninvestmentmarkt von ausländischen Käufern. Im Vorjahr lag dieser Wert bei lediglich 20,8 %.
Herausforderungen auf dem Immobilienmarkt
Laut dem Statistischen Bundesamt wurden zuletzt rund 206.600 Wohnungen fertiggestellt. Der jährliche Bedarf liegt laut einem Gutachten der Immobilienwirtschaft jedoch bei rund 257.400 Wohnungen. Diese Zahlen unterstreichen für den ZIA die Bedeutung verlässlicher Finanzierungsbedingungen im Wohnungsbau. Das gemeinsame Forderungspapier benennt sechs konkrete Handlungsfelder für die Politik. Die Finanzierung muss erleichtert und institutionelles Kapital muss stärker mobilisiert werden. Versicherungen sollen mehr Spielraum für risikogerechte Anlagen erhalten. Der ZIA drängt zudem auf eine sachgerechte Korrektur des Risikogewichts für Projektentwicklungsfinanzierungen auf europäischer Ebene.
Wettbewerbsfähige Steuern
Deutschland muss internationales Kapital gewinnen und Steuern wettbewerbsfähig gestalten. Der BVK verlangt rechtssichere Steuerregeln für Private Equity und Venture Capital. Der ZIA fordert die gezielte Bekämpfung von steuerlichem Missbrauch ohne pauschale Belastungen für langfristige ausländische Investoren. Öffentliche Mittel sollen gezielt als Hebel genutzt werden. Die KfW soll als Ankerinvestor in Mittelstandsfonds gestärkt werden. Zusätzliches privates Eigenkapital soll über Dachfonds und öffentlich-private Instrumente mobilisiert werden. Das Wohnungsbaumodul des Deutschlandfonds muss nach dem Willen der Verbände zügig starten.
Die KfW und die Europäische Investitionsbank müssen als Garantiepartner gestärkt werden. Eigentumsrechte und Beteiligungsrechte erfordern einen besseren Schutz. Der ZIA fordert die Umsetzung des vereinbarten Investitionsschutzgesetzes noch im Jahr 2026. Beide Verbände verlangen planbare Regeln für Immobilien und Beteiligungskapital. Bestehende Mietverträge müssen geschützt werden. Weitere Eingriffe auf dem Wohnungsmarkt müssen auf ihre Investitionswirkungen geprüft werden. „Bezahlbares Wohnen entsteht nicht durch immer neue Eingriffe in bestehende Mietverträge, sondern durch Investitionen in Neubau“, betont Özkan. Debatten über Vergesellschaftung konterkarieren die Ziele der Regierung.
Verlässlichkeit als Basis für Wachstum









