Bierothek stellt Insolvenzantrag – Geschäftsbetrieb läuft vorerst weiter

Vorläufige Insolvenzverwaltung für Online-Bierplattform in Bamberg angeordnet

Foto: © NAD SANG PAP - Adobe Stock

Die Bamberger Bierhandelsplattform Bierothek hat für zwei Gesellschaften Insolvenzantrag gestellt. Das Amtsgericht Bamberg ordnete daraufhin die vorläufige Insolvenzverwaltung für die Bierothek GmbH und die Bierothek Marketplace GmbH, an. Zum vorläufigen Insolvenzverwalter der Bierothek GmbH wurde Rechtsanwalt Peter Roeger bestellt, für die Bierothek Marketplace GmbH ist Holger Christian Buehler tätig. Beide gehören der PLUTA Rechtsanwalts GmbH an.

Geschäftsbetrieb wird unter vorläufiger Insolvenzverwaltung fortgeführt

Nach Angaben der vorläufigen Insolvenzverwalter wird der Geschäftsbetrieb der beiden Gesellschaften derzeit unverändert fortgeführt. Die Online-Plattform für den Handel mit nationalen und internationalen Bierspezialitäten sowie der digitale Marktplatz für Brauereien und Händler bleiben demnach weiterhin aktiv. Bestellungen würden wie gewohnt bearbeitet, auch der Marketplace-Betrieb laufe fort. Die vorläufigen Insolvenzverwalter erklärten, sie hätten unmittelbar nach ihrer Bestellung damit begonnen, sich einen Überblick über die wirtschaftliche Situation des Unternehmens zu verschaffen.

Im Mittelpunkt der ersten Prüfungen stünden die Analyse der finanziellen Lage, die Sicherung der Liquidität sowie die Bewertung möglicher Fortführungs- und Sanierungsoptionen. Parallel dazu führen Roeger und Buehler gemeinsam mit der Geschäftsführung Gespräche mit wesentlichen Kunden, Lieferanten und weiteren Stakeholdern, um die Voraussetzungen für eine stabilisierte Fortführung des Geschäftsbetriebs zu schaffen. Als Begründung für die Antragstellung werden laut Unternehmensangaben insbesondere Liquiditätsschwierigkeiten infolge rückläufiger Umsätze sowie notwendiger Anpassungen im Geschäftsmodell genannt.

19 Mitarbeiter über Insolvenzgeld abgesichert

Die Gehälter der rund 19 Beschäftigten sind nach Angaben der Beteiligten über das Insolvenzgeld für einen Zeitraum von drei Monaten gesichert. Die Bierothek versteht sich als Online-Marktplatz und Omnichannel-Anbieter im Bereich Bierspezialitäten. Das Geschäftsmodell umfasst einen E-Commerce-Shop für nationale und internationale Biere sowie eine digitale Plattform, über die Brauereien und Fachhändler ihre Produkte vertreiben können. Ergänzend betreibt das Unternehmen vier stationäre Filialen, die im Franchisemodell organisiert sind. Diese Filialen sind nach Unternehmensangaben nicht Teil des Insolvenzantrags und werden daher unabhängig von den beiden Gesellschaften fortgeführt.

Liquidität und Sanierungsoptionen im Fokus

Die vorläufigen Insolvenzverwalter betonen, dass derzeit sämtliche Optionen zur Fortführung und möglichen Sanierung des Unternehmens geprüft würden. Ziel sei es, eine tragfähige Lösung für die Zukunft der Plattform zu entwickeln, die sowohl die Interessen des Unternehmens als auch der Gläubiger berücksichtigt. In den kommenden Wochen soll insbesondere die wirtschaftliche Perspektive der beiden Gesellschaften weiter konkretisiert und die Grundlage für eine mögliche Fortführung geschaffen werden.

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Eva Rathgeber ist Chefredakteurin der Unternehmeredition und verfügt über langjährige Erfahrung in Journalismus, PR und Unternehmenskommunikation. Inhaltlich liegt ihr Fokus auf Mittelstand, Familienunternehmen, Finanzierung, Investitionen, Private Equity, M&A, Nachfolge, Digitalisierung und Innovation.

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