Baubranche in der Krise: Höhbauer meldet Pleite

Insolvenz, Wirtschaftskrise
INSOLVENZVERWALTER

Die Höhbauer GmbH aus Luhe-Wildenau ist insolvent. Der Hersteller von Bauelementen hat einen entsprechenden Antrag beim Amtsgericht Weiden in der Oberpfalz gestellt. Von der Maßnahme sind rund 325 Beschäftigte betroffen. Das Gericht bestellte den Rechtsanwalt Volker Böhm von der Kanzlei Schultze & Braun zum vorläufigen Insolvenzverwalter. Die Löhne der Mitarbeiter sind durch das Insolvenzgeld der Bundesagentur für Arbeit bis einschließlich November gesichert. Der Betrieb geht trotz des Antrags in vollem Umfang weiter. Dies teilte der Insolvenzverwalter den Mitarbeitern bei einer Versammlung am Standort mit. Gemeinsam mit seinem Team verschafft sich Böhm derzeit einen Überblick über die wirtschaftliche Lage des Unternehmens. Die Experten prüfen alle Optionen für eine mögliche Sanierung des Betriebs. Nach Angaben der Kanzlei bringt das Unternehmen dafür grundsätzlich gute Voraussetzungen mit. Böhm lobte: „Höhbauer ist ein gut geführtes Familienunternehmen mit über 75 Jahren Tradition.“ Er verwies auf die Belegschaft und den Ruf im Markt. Dies biete grundsätzlich gute Voraussetzungen für eine Sanierung. Der Rechtsanwalt aus Nürnberg ist in der Region bereits durch die Verwaltung der großen Ziegler-Insolvenz bekannt.

Herausforderungen der Baubranche

Der oberpfälzische Traditionsbetrieb fertigt Fenster und Türsysteme aus Holz, Aluminium und Kunststoff. Zudem produziert die Firma Wintergärten und weitere Bauelemente für private und gewerbliche Kunden. Das Unternehmen geriet in die Krise, weil die Nachfrage nach Neubauten und Sanierungen auf dem Markt deutlich gesunken ist. Laut Unternehmensangaben belasten gestiegene Kosten für Energie, Material und Personal die Liquidität der gesamten Branche stark. Zusätzlich hemmen die höheren Zinsen Investitionen in Bauprojekte. In der Folge brachen die Umsätze des Familienbetriebs ein. Die langfristige Finanzierung der Firma war dadurch nicht mehr gesichert. Daher sah sich die Geschäftsführung gezwungen, den Gang zum Amtsgericht anzutreten.

Fokus auf Erhalt des Betriebs

Der Geschäftsführer Christoph Höhbauer informierte die Belegschaft über die schwierige Situation des Unternehmens. Er sagte: „Dieser Schritt ist uns nicht leichtgefallen, und wir hätten ihn unseren Mitarbeitern und Kunden gerne erspart.“ Das Management arbeitet nun eng mit dem vorläufigen Insolvenzverwalter zusammen. Beide Seiten suchen intensiv nach Lösungen für die Zukunft. Er strebt deshalb eine sehr enge Zusammenarbeit mit dem bestellten Insolvenzverwalter an. Höhbauer betonte: „Wir tun alles, um die Auswirkungen für unsere Kunden und unser Unternehmen gering zu halten.“ Das oberste Ziel der Verantwortlichen bleibt die Sicherung des Standorts und der Arbeitsplätze in der Region. Die Firma entstand im Jahr 1950 als reine Zimmerei. Der Betrieb feierte im vergangenen Jahr sein fünfundsiebzigjähriges Bestehen am Markt. Die Geschäftsführung wies jedoch schon im letzten Bericht auf Probleme hin. Die schwierigen Rahmenbedingungen sorgten damals für einen starken Rückgang der Erträge. Infolgedessen reichte das Geld nun nicht mehr für den operativen Geschäftsbetrieb aus. Nun entscheidet das aktuelle Verfahren beim Gericht über die weitere Zukunft des Unternehmens in der nördlichen Oberpfalz. Das Gericht prüft das Konzept.

Autorenprofil

Als Redakteur der Unternehmeredition berichtet Alexander Görbing regelmäßig über Unternehmen und das Wirtschaftsgeschehen. Zu seinen Schwerpunkten gehören Restrukturierungen, Insolvenzen, M&A-Prozesse, Finanzierungen und Unternehmensnachfolgen.

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