App-Analyse enthüllt unpünktliche Kunden

Mit frischem Geld schneller wachsen
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Die Firma Accountable hat eine Untersuchung zum Thema Zahlungsdauer bei Selbstständigen durchgeführt. Eine Analyse der Steuer-App zeigt erhebliche Unterschiede bezüglich der Wartezeit auf Honorare. Nach Angaben des Unternehmens wurden dafür 714.451 Rechnungen von insgesamt 23.140 Selbstständigen aus 43 Berufsgruppen ausgewertet. Laut der Auswertung erhalten Dienstleister aus der Friseur- und Beauty-Branche ihr Geld am schnellsten. Diese Personengruppe wartet im Durchschnitt lediglich 1,6 Tage auf den Ausgleich der Posten. Zudem werden dort 92% der Forderungen sofort beglichen. Nach Angaben des Instituts folgen Masseure mit 1,7 Tagen sowie Schneider mit 1,8 Tagen Wartezeit. Auch Finanzdienstleister kommen mit 2,2 Tagen rasch an ihre liquiden Mittel. Im Durchschnitt aller analysierten Berufsgruppen beträgt die Wartezeit laut der App 6,6 Tage.

Lange Wartezeiten für Sprachexperten

Am längsten müssen Dolmetscher und Übersetzer auf den Geldeingang warten. Nach Angaben des Start-ups vergehen in dieser Branche im Schnitt 19,1 Tage bis zur Erfüllung der Honorarforderung. Nur etwa jede dritte Rechnung wird in diesem Sektor sofort bezahlt. Laut der Untersuchung müssen auch Sicherheitsdienstleister mit 10,8 Tagen sowie Ingenieure und Sozialarbeiter mit jeweils 10 Tagen verhältnismäßig lange auf Zahlungen warten. Bei Haushaltshilfen sind es 9,9 Tage. Im Bereich Marketing beträgt der Wert 9,4 Tage. Unternehmensberater warten im Schnitt 9,1 Tage auf die Vergütung.

Besonders ausgeprägt ist die finanzielle Belastung bei Fristen von mehr als einem Monat. Bei den Übersetzern dauert es laut den ermittelten Daten in 28,6% aller Fälle länger als 30 Tage, bis die Kunden bezahlen. Es folgen Kfz-Sachverständige mit einem Anteil von 20,4% sowie Dolmetscher mit 18,8%. Auch Data Scientists sind mit 17,1% und Managementberater mit 16,1% überdurchschnittlich oft von solchen Verzögerungen betroffen. Am seltensten warten Nageldesigner und Hundefriseure länger als 30 Tage. Bei ihnen betrifft dies lediglich 0,1% der Kundenbelege. Im Einzelhandel liegt dieser Wert bei geringen 0,2%.

Ursachenforschung und technische Lösungen

Der Gründer Tino Keller kommentiert die Ergebnisse: „Wenn über die Herausforderungen von Selbstständigen gesprochen wird, geht es meist um Steuern, Bürokratie oder die Auftragslage. Dabei wird oft übersehen, dass auch die Geschwindigkeit der Zahlungseingänge eine zentrale Rolle spielt.“ Selbst gut laufende Geschäfte könnten laut Keller durch verzögerte Zahlungen unter Druck geraten. Die Unterschiede resultieren nach Ansicht des Gründers aus den jeweiligen Strukturen der Auftraggeber. Größere Institutionen oder öffentliche Kunden hätten oft langwierige Freigabeprozesse. Das Unternehmen bietet deshalb in der eigenen App Direktzahlungen zur Sicherung der Liquidität an.

Autorenprofil

Als Redakteur der Unternehmeredition berichtet Alexander Görbing regelmäßig über Unternehmen und das Wirtschaftsgeschehen. Zu seinen Schwerpunkten gehören Restrukturierungen, Insolvenzen, M&A-Prozesse, Finanzierungen und Unternehmensnachfolgen.

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