Im Gespräch mit Felix Gode, Fonds-Advisor der Alpha Star-Fonds, über die Chancen, die der deutsche Mittelstand bietet.

Unternehmeredition: Herr Gode, Alpha Star ist als Aktienclub gestartet, inzwischen managen Sie zwei Fonds, die in den deutschen Mittelstand investieren. Wer sind aktuell Ihre Investoren?


Gode: Die wesentlichen Anteile des Fondsvolumens sind durch Unternehmer und Family Offices geprägt. Bei dieser Anlegergruppe gibt es eine wertschöpfende Interessensgleichheit mit der Zielsetzung des Fonds. Zum einen betrifft das die langfristige Orientierung. Zum anderen wissen Unternehmer aus eigener Erfahrung, dass kleine Unternehmen im Vergleich zu Großkonzernen oftmals viel flexibler, innovativer und daher wachstumsstärker sind sowie bessere Margen erwirtschaften. Bezüglich der Investorenstruktur ist zu erwähnen, dass ich selbst zu 100 Prozent mit meinem Privatvermögen in unseren Fonds investiert bin und damit eine vollkommene Interessensgleichrichtung vorliegt.

Wie bewerten Sie das Risikoprofil der Fonds: Die eingeschränkte Liquidität bei Small- und Micro Caps auf der einen Seite und die hohe Abhängigkeit von Exporten im Mittelstand auf der anderen Seite könnten Probleme aufwerfen.

Die Struktur im Small Cap-Bereich ist sicherlich etwas anders gelagert als bei Blue Chips. Aber wenn man diesen Themen adäquat Rechnung trägt, lässt sich das Risiko gut kontrollieren. Wir haben verschiedene Tools entwickelt, um diese Steuerung vorzunehmen. So unterziehen wir beispielsweise jedes Unternehmen einer eingehenden Risikoanalyse nach einer Vielzahl von Aspekten und aggregieren die Ergebnisse auf Ebene des Gesamtportfolios. So behalten wir alles Wichtige im Blick und können gegebenenfalls zielgerichtet reagieren. Seit Auflage des Fonds haben wir somit eine außerordentlich geringe Volatilität für einen Aktienfonds erreicht, die mit rund zehn Prozent signifikant niedriger liegt als etwa die des DAX oder des SDAX.

Wie selektieren Sie die Aktien: Welche Kriterien sind für Sie entscheidend, welche Branchen erachten Sie aktuell als besonders interessant?

Unser Ziel ist es, in die oberen fünf Prozent der besten Unternehmen des börsennotierten deutschsprachigen Mittelstands zu investieren. Dabei ist uns vor allem wichtig, dass die Unternehmen eine überdurchschnittlich hohe Wertschöpfung erzielen, im Sinne hoher Kapitalverzinsungen und Cashflows. Diese Unternehmen zeichnen sich meist durch Wettbewerbsvorteile und Alleinstellungsmerkmale aus. Nicht selten halten die Vorstände selbst signifikante Anteile an den Unternehmen. Ein Eigentümer-CEO denkt langfristiger und nachhaltiger, was sich positiv auf die Risikostruktur auswirkt.

Bis zu welcher Fondsgröße können Sie Ihr Konzept umsetzen – oder wird gegebenenfalls das Anlageuniversum erweitert?

Im Small Cap-Bereich lassen sich die Ineffizienzen des Marktes heben, was eine nachhaltig überdurchschnittliche Rendite ermöglicht. Bisher haben wir eine durchschnittliche Rendite von rund 15 Prozent pro Jahr erreicht. Das soll auch in Zukunft so bleiben, weshalb wir an der Ausrichtung nichts verändern werden. Um das zu gewährleisten, werden wir den Alpha Star Aktienfonds bereits bei einem Volumen von 40 Mio. Euro für neue Anleger schließen. Wir werden aber weitere spezialisierte Fondskonzepte auf den Weg bringen, wie etwa vor knapp einem Jahr den Alpha Star Dividendenfonds.


Zur Person

 

Felix Gode ist Fonds-Advisor der Alpha Star-Fonds

fg@alpha-star-capital.de