Die Fiege-Gruppe meldet für ihre Betreibergesellschaft am Standort in Unna Insolvenz in Eigenverwaltung an. Grund für diesen Schritt ist die erneute Insolvenz der Warenhauskette Galeria, für die das Logistikzentrum exklusiv arbeitet. Von dem Verfahren sind ausschließlich die Gesellschaften in Unna betroffen, während die gesamte Fiege-Gruppe mit weltweit mehr als 130 Standorten und etwa 21.000 Mitarbeitern stabil bleibt. Die erneute Pleite der Warenhauskette Galeria Anfang Oktober zieht weite Kreise in der deutschen Logistikbranche. Nach Angaben des Logistikdienstleisters Fiege macht die enge Abhängigkeit vom einzigen Kunden in Unna diesen Schritt unumgänglich. Da das dortige Zentrallager alle Filialen der Kaufhauskette versorgt, gefährdet jede geringere Auslastung die wirtschaftliche Stabilität des Standorts.
Zukunft von 1.250 Arbeitsplätzen ungewiss
Für rund 1.250 Beschäftigte am Standort in Unna herrscht große Ungewissheit über ihre berufliche Zukunft. Nach Angaben des Unternehmens laufen bereits Gespräche mit den Betriebsräten, um die Belegschaft eng in den Prozess einzubinden. Die Lohn- und Gehaltszahlungen der Mitarbeiter werden im Rahmen des Insolvenzverfahrens vorläufig durch Insolvenzgeld gesichert, wie das Unternehmen mitteilt. Das Logistikunternehmen hat mit Galeria eine Fortführungsvereinbarung bis zum 31. Dezember abgeschlossen. Laut Angaben der Beteiligten soll diese den laufenden Betrieb des Lagers zunächst stabilisieren und den Übergang regeln. Ein Fiege-Sprecher betonte gegenüber dem Fachblatt Logistik Heute, dass man sich intensiv für die Fortführung der Zusammenarbeit starkmache.
Neue Kunden sollen Stabilität bringen
Parallel dazu steuert das Unternehmen gezielt potenzielle Neukunden an, um den Standort breiter aufzustellen. Laut Fiege gestaltet sich die Neukundenakquise angesichts der aktuellen konjunkturellen Rahmenbedingungen jedoch äußerst anspruchsvoll. Das Eigenverwaltungssverfahren soll dem Unternehmen den notwendigen zeitlichen Spielraum verschaffen, um diese Neuausrichtung erfolgreich voranzutreiben. Die weitere Entwicklung des Logistikzentrums hängt maßgeblich von den Entscheidungen im Hauptverfahren der Warenhauskette ab. Der vorläufige Insolvenzverwalter von Galeria, Frank Kebekus, prüft derzeit jedes einzelne Warenhaus der Kette auf seine wirtschaftliche Tragfähigkeit. Sollten im Zuge dessen zahlreiche Filialen geschlossen werden, könnte dies auch die Auslastung des Lagers in Unna weiter reduzieren.








