Brasilien: Der M&A-Markt boomt

Wachstum am Zuckerhut: Brasilien gehört zu den größten Volkswirtschaften der Welt.
Wachstum am Zuckerhut: Brasilien gehört zu den größten Volkswirtschaften der Welt.

Brasilien stand als Ausrichter der FIFA WM 2014 in diesem Jahr im besonderen Fokus. Es ging nicht gut aus für die Heimmannschaft: Im historischen Halbfinale in Belo Horizonte wurde der Gastgeber mit 1:7 verabschiedet. Auch die brasilianische Wirtschaft wird 2014 einen Dämpfer erleiden.

Nach guten Wachstumsraten des Bruttoinlandsprodukts (BIP) von 2004 bis 2011 mit durchschnittlich 4,9 Prozent erwarten Experten für Brasilien in diesem Jahr nur noch eine geringe Steigerung von 0,3 Prozent – auch ein Nullwachstum ist möglich. Dennoch wird die derzeit siebtgrößte Volkswirtschaft der Welt in den nächsten Jahren weiter zu den Gewinnern der internationalen Entwicklung gehören. Es wird davon ausgegangen, dass Brasilien zwischen 2023 und 2027 zur fünftgrößten Wirtschaftsnation aufsteigt. Damit sollte das Land noch stärker in den Fokus deutscher Unternehmen, insbesondere auch des Mittelstands, rücken.

Chancen in Brasilien

Die Treiber der weiteren Entwicklung Brasiliens liegen auf der Hand:

      • Mit über 200 Mio. Einwohnern ist der starke Binnenmarkt mit über 80 Prozent Anteil am BIP der wesentliche Konjunkturmotor. Die konsumfreudige Mittelschicht ist in den vergangenen Jahren signifikant gewachsen. Zudem ist die brasilianische Bevölkerung sehr jung. Das mittlere Alter beträgt 30,3 Jahre (Deutschland: 45,7 Jahre).
      • Brasilien verfügt über sehr bedeutende Land-, Wasser-, Energie- und Rohstoffressourcen. Das Land ist der weltweit zweitgrößte Produzent von Ethanol und viertgrößter Produzent von Biodiesel. Zu den wichtigsten Ausfuhrerzeugnissen gehören Eisenerz, Sojaprodukte, Fleisch und Zucker.
      • Die Wirtschaft hat bereits einen hohen Diversifikationsgrad. Gut zwei Drittel (69 Prozent) des BIP werden im Dienstleistungssektor erbracht, 25 Prozent in der Industrie und ca. sechs Prozent in der Landwirtschaft. Die Produktion und Verarbeitung von Agrarrohstoffen machen insgesamt knapp ein Viertel (23 Prozent) des BIP aus.
      • Der Staat hat die Wirtschaft liberalisiert und Investitionshemmnisse für ausländische Investoren weitgehend abgebaut. Ferner wurden zur Konjunkturbelebung bedeutende staatliche Investitionsprogramme in Infrastruktur, Energie und sozialem Wohnungsbau aufgesetzt.