Billiges Geld – wohin damit?

Unternehmensfinanzierung im Niedrigzinsumfeld: Sie ist Thema der aktuellen Ausgabe der Unternehmeredition.
Unternehmensfinanzierung im Niedrigzinsumfeld: Sie ist Thema der aktuellen Ausgabe der Unternehmeredition.

Selten war so viel Liquidität im Markt wie jetzt. Die Notenbanken halten die Zinsen auf Rekordtief, die EZB kauft bis 2016 Anleihen im Wert von über 1 Brd. Euro auf. Was bedeutet das Umfeld für die Unternehmensfinanzierung? Wie können Mittelständler davon profitieren? Kommt das billige Geld überhaupt bei Ihnen an? Das ist das Schwerpunktthema unserer diesjährigen Ausgabe „Mittelstandsfinanzierung“.

Die Europäische Zentralbank kauft Anleihen in Milliardenhöhe. Die Zinsen sinken auf ein Rekordtief. Unternehmen frohlocken, da sie günstige Kredite zur Finanzierung von Fabriken, Maschinen und vielem mehr bekommen – das zumindest sollte man meinen. Selten war die Gelegenheit so günstig, an billiges Geld zu kommen. Doch kommen die niedrigen Zinsen tatsächlich bei den Unternehmen an? Unsere Kollegin Andrea Martens fragte bei den Unternehmen nach (Titel S. 6). Grundverschieden fallen die Antworten aus: Für Mittelständler mit einer hohen Bonität könnten die Zeiten tatsächlich kaum besser sein. Sie bekommen das Geld hinterher geworfen – und haben es oft gar nicht nötig.

Schwächere Unternehmen hingegen sitzen weiterhin auf dem Trockenen. Basel III und die gestiegenen Anforderungen an die Eigenkapital- und Liquiditätsvorschriften der Banken lassen grüßen. Banken setzen ganze Branchen auf ihre Watchlist. Sie scheren Unternehmen über einen Kamm. Wohl auch, weil den Beratern die Nähe fehlt, um sich ein abschließendes Bild zu machen.

Anders ist das beim Maschinenbauer Trumpf: Er ist über seinen Vertrieb nah dran an den Firmen. Das sagen zumindest die beiden Geschäftsführer der Trumpf-Bank (S. 28). Sie gibt es jetzt seit einem Jahr und sie könnte als Blaupause für andere große Familienunternehmen dienen.

Alternative Finanzierungsmodelle sind im Kommen. Über Crowdfunding mit Genussscheinen finanzierte etwa die kleine Münchner Brauerei Giesinger Biermanufaktur einen Teil ihrer Braustätte mit angeschlossenem Stüberl (S. 78). Acht Prozent beträgt der Zins. Gezahlt wird in Bierwertmarken. Über ein Unternehmensnetzwerk hat das asiatische Restaurant coa Geld eingesammelt, um weiter zu wachsen (S. 90). Neue Formen der Finanzierung graben den alten immer mehr das Wasser ab.

Kein Wunder, dass der Präsident des Sparkassen und Giroverbands, Georg Fahrenschon, fordert, mittelständisches Firmenkreditgeschäft und mittelständisch orientierte Hausbanken regulatorisch zu entlasten (S. 68).

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