„Wir sehen enormes Potenzial für wertschaffende Transaktionen“

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Vertevis Capital Partners verbindet opportunistisches Investieren mit operativer Nähe und einem klaren Fokus auf nachhaltige Wertschaffung. Die Beteiligungsgesellschaft investiert eigenes Kapital, konzentriert sich auf übersehene Nischen im Small- und Lower-Mid-Cap-Segment und begleitet Unternehmen aktiv bei Strukturierung, Stabilisierung und Transformation. Im Interview spricht Sadia Wern-Sukhera über Chancen in Sondersituationen, den praktischen Nutzen von KI und die Bedeutung operativer Nähe bei Beteiligungsinvestitionen.

Unternehmeredition: Wie entwickelt sich Vertevis als Impact Investor im aktuellen wirtschaftlichen Umfeld?

Sadia Wern-Sukhera: Der Begriff „Impact“ hat im aktuellen Marktumfeld insgesamt an Bedeutung verloren, da Investoren derzeit deutlich stärker auf Profitabilität, Cashflow, Resilienz und belastbare Geschäftsmodelle achten. Der Fokus liegt heute klar auf wirtschaftlicher Substanz und operativer Umsetzung. Genau deshalb sehen wir aktuell attraktive Opportunitäten in Restrukturierungen und unterbewerteten Assets mit realem Wertsteigerungspotenzial. Unser Ansatz bleibt dabei sehr pragmatisch und unternehmerisch. Wir setzen auf disziplinierte Execution, klare Risikosteuerung und nachhaltige Wertschaffung.

In welchem Marktsegment sind Sie als Beteiligungsgesellschaft aktiv und wo liegt der Branchenfokus von Vertevis?

Wir investieren in Unternehmen aus den Bereichen Critical Infrastructure Services, Built Environment und Energy and Resources Efficiency. Dabei fokussieren wir uns auf den Small-Cap- und Lower-Mid-Cap-Bereich. Unser Ansatz bei jeder Investition ist es, in absoluten Nischenbereichen hochinteressante kleinere Unternehmen zu identifizieren, die von großen Fonds häufig übersehen werden.

Wo sehen Sie die größten Herausforderungen und die größten Chancen?

Die größte Herausforderung ist aktuell sicherlich die allgemeine Marktunsicherheit sowie der erschwerte Zugang zu Kapital in komplexeren Transaktionen. Gleichzeitig entstehen genau daraus die größten Chancen: Viele gute Unternehmen geraten nicht wegen mangelnder Substanz unter Druck, sondern aufgrund von Kapitalstruktur, Timing oder Marktzyklen. Hier sehen wir enormes Potenzial für wertschaffende Transaktionen.

Inwieweit tangiert künstliche Intelligenz das Geschäftsmodell von Vertevis?

KI wird aus unserer Sicht langfristig fast jedes Geschäftsmodell verändern. Gleichzeitig sehen wir aktuell aber auch enormen Hype rund um das Thema. Entscheidend ist am Ende nicht, ob irgendwo „KI“ draufsteht, sondern ob dadurch tatsächlich Prozesse besser, schneller und wirtschaftlich sinnvoller werden. Für uns ist KI vor allem ein Werkzeug, um Analysen, Prozesse und operative Abläufe effizienter zu machen. Gerade bei komplexen Transaktionen oder Restrukturierungen kann das helfen, schneller bessere Entscheidungen zu treffen. Trotzdem glauben wir, dass Erfahrung, operative Umsetzung und unternehmerisches Denken weiterhin die entscheidenden Faktoren bleiben werden. KI kann vieles unterstützen, aber keine echte Execution ersetzen.

Was zeichnet Vertevis gerade in der aktuellen Situation aus?

Was uns aktuell besonders auszeichnet, ist unsere hohe operative Nähe zu den Transaktionen. Wir sind nicht nur Kapitalgeber, sondern arbeiten zudem aktiv an Strukturierung, Umsetzung und Stabilisierung. Darüber hinaus investieren wir selbst signifikant eigenes Kapital. Dieses klare Alignment schafft Vertrauen bei Partnern, Investoren und Stakeholdern.

Wie entwickelt sich das Fundraising? Wer investiert in Vertevis?

Das Interesse an opportunistischen und impactorientierten Strategien nimmt deutlich zu, insbesondere bei Investoren, die langfristig denken und nach realwirtschaftlicher Wertschöpfung suchen. Unsere Investorenbasis besteht aktuell vor allem aus Unternehmern, Family Offices sowie strategischen Partnern mit langfristigem Investmenthorizont.

Was erwarten Sie von der nächsten Zukunft?

Wir erwarten, dass die nächsten zwölf bis 24 Monate außergewöhnlich attraktive Opportunitäten im Bereich Transformation, und nachhaltige Restrukturierungen bieten werden. Unser Fokus liegt darauf, diese Marktphase diszipliniert zu nutzen, hochwertige Assets zu sichern und langfristig nachhaltige Wertsteigerung aufzubauen.

👉 Dieser Beitrag erscheint auch im Spezial „Investoren im Mittelstand 2026“.


ZUR INTERVIEWPARTNERIN

Sadia Wern-Sukhera,

Gründerin und CEO,

Vertevis Capital Partners GmbH

info@vertevis.com

Autorenprofil
Bärbel Brockmann

Bärbel Brockmann ist eine freie Wirtschaftsjournalistin, die schwerpunktmäßig über Finanz-, Energie- und Immobilienthemen schreibt. Die frühere Leiterin des Düsseldorfer Korrenspondentenbüros der Nachrichtenagentur Reuters begann ihre berufliche Karriere bei einer großen Regionalzeitung.

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