4Care, ein Versandhändler für Kontaktlinsen, Pflegemittel und Brillen, kam mit neuem Management und frischem Kapital der MBG Schleswig-Holstein wieder in die Erfolgsspur.

Der Wettbewerbsdruck im Online-Handel ist groß. Gerade die Kunden, die Produkte über das Internet bestellen, sind außerordentlich preisbewusst – und die Preistransparenz im Netz ist groß. Das gilt auch für sehr spezielle Produkte wie Kontaktlinsen. Die 4CARE GmbH mit Sitz in Kiel kennt dies seit vielen Jahren und muss ständig darauf achten, mit Qualität, Sortiment und Preisstruktur Kunden zu halten und auch neue zu gewinnen. Seit zwei Jahren hat das Unternehmen sein Sortiment um eine weitere Produktgruppe ergänzt: Brillen. Diese machen bislang etwa 10% des Umsatzes aus. Ihr Umsatzanteil soll sich aber in den nächsten Jahren erhöhen, lautet das Ziel.

Interne Zwistigkeiten
Dass die 4CARE GmbH heute relativ gut dasteht und optimistisch in die Zukunft blickt, war vor ein paar Jahren keineswegs selbstverständlich. Das Unternehmen befand sich 2006/2007 in einer tiefen Krise. „Es gab damals eine desaströse Schieflage“, sagt Bernd Behrens, einer der beiden Geschäftsführer. „Die Ursache lag in einer Mischung aus internen Zwistigkeiten und dem Verpassen aktueller Marktentwicklungen.“ Der Vorstand und die anderen Organe des Unternehmens hätten sich eine Zeit lang zu sehr mit sich selbst beschäftigt und dabei aktuelle Entwicklungen aus dem Blick verloren. „Andere Unternehmen hatten damals das Konzept von 4CARE kopiert und verbessert“, so Behrens. Auch ein Interimsmanager, der vor 2007 aktiv war, habe die Probleme nicht genügend angegangen.

Rückzug der Hausbank
Behrens kam mit seiner Erfahrung im Versandhandel Anfang 2007 ins Unternehmen, kurze Zeit später stieg zudem Marco Siegmund – bis dahin im Controlling tätig – als Prokurist in die Geschäftsführung auf. „Wir haben dann die Probleme analysiert und einige Maßnahmen eingeleitet, etwa eine neue Personalstruktur gebildet und die Zahl der Mitarbeiter reduziert.“ In Spitzenzeiten hatte 4CARE rund 100 Mitarbeiter, heute sind es noch etwa 50. Anfang 2008 wurde der Jahresabschluss für 2007 erstellt – und hier gab es Schwierigkeiten mit dem Testat. Dazu kam noch die strategische Umorientierung der damaligen Hausbank, die den kleinen Mittelstand nicht mehr zu ihrer Kernzielgruppe zählte und sich aus dem Unternehmen zurückziehen wollte. Ohne Finanzierung wollten die Wirtschaftsprüfer den Jahresabschluss nicht testieren. „Das war eine schwierige Gemengelage – und suchen Sie in einer solchen Situation einmal einen neuen Bankpartner“, so Behrens.