Die Penn Solutions GmbH hat einen Insolvenzantrag gestellt und führt den bisherigen Betrieb unverändert fort. Nach Angaben der PLUTA Rechtsanwalts GmbH hat das Amtsgericht Paderborn das vorläufige Verfahren angeordnet. Das zuständige Gericht bestellte daraufhin den Anwalt Stefan Meyer zum vorläufigen Insolvenzverwalter des bekannten Textilunternehmens. Der Geschäftsbetrieb wird derzeit uneingeschränkt fortgeführt. Unmittelbar nach seiner Bestellung hat sich der Insolvenzverwalter mit seinem Team einen ersten Überblick über die finanzielle Situation verschafft. Die Lage des insolventen Unternehmens wird aktuell weiter tiefgehend analysiert. Gleichzeitig prüfen die Experten die Möglichkeiten für eine nachhaltige Fortführung des operativen Betriebs.
Gehälter der Mitarbeiter sind sicher
Das Unternehmen aus Paderborn beschäftigt gegenwärtig 91 Arbeitnehmer. Deren Löhne und Gehälter sind zunächst über das gesetzliche Insolvenzgeld vollständig abgesichert. Die Geschäftsführung und der vorläufige Insolvenzverwalter haben die besorgte Belegschaft bereits während einer Versammlung über die nächsten Schritte informiert. Meyer erklärte dazu: „Die wirtschaftliche Ausgangslage ist anspruchsvoll. Wir konnten in den vergangenen Wochen den Geschäftsbetrieb stabilisieren.“ Für die kommenden Wochen sei die weitere Unterstützung der Mitarbeiter, Kunden und Lieferanten von großer Bedeutung. Wichtige Gespräche mit den wesentlichen Beteiligten wurden laut Meyer bereits geführt.
Ursachen der Krise im Fokus
Die Firma verzeichnet seit einiger Zeit einen erheblichen Rückgang bei Umsätzen und Aufträgen. Nach Einschätzung der Geschäftsführung kommen schwierige Rahmenbedingungen für den Produktionsstandort Deutschland erschwerend hinzu. Hierzu zählen insbesondere die enormen Energiekosten. Diese haben sich für das Unternehmen innerhalb der vergangenen vier Jahre verdreifacht. Die Geschäftsleitung sieht das Unternehmen zudem durch eine zunehmende europäische Regulierung benachteiligt. Außerdem herrschen aus ihrer Sicht unfaire Wettbewerbsbedingungen gegenüber den asiatischen Importen. Der vorläufige Insolvenzverwalter wird diese wirtschaftlichen Ursachen der Unternehmenskrise nun umfassend prüfen.
Der Textilhersteller verfügt über langjährige Erfahrung bei der Produktion von gewirkten Textilien. Mit speziellen Wirkverfahren lassen sich innerhalb eines Stoffes unterschiedliche funktionale Eigenschaften erzeugen. Einzelne Bereiche eines Kleidungsstücks können elastisch ausgeführt werden. Andere Bereiche übernehmen gleichzeitig eine stützende Funktion. Dieses Produktionswissen spielt bei der Suche nach einer Fortführungslösung eine wichtige Rolle. Meyer sagte: „Penn Solutions verfügt über eine erfahrene Belegschaft und besonderes technisches Know-how.“ Das seien wichtige Voraussetzungen für die Zukunft.
Prozess für Investoren gestartet
Ein strukturierter Investorenprozess läuft bereits und wird in den kommenden Wochen vorangetrieben. Das Ziel ist eine schnelle und zudem belastbare Zukunftslösung für den Textilspezialisten. Neben Meyer arbeiten auch André Wehner und Malte Ottemeier in dem eingesetzten Team. Meyer betonte: „Unser Ziel ist es, möglichst gute Voraussetzungen für eine Fortführung des Unternehmens und den Erhalt möglichst vieler Arbeitsplätze zu schaffen.“ Die beauftragte Kanzlei Pluta unterstützt Firmen in rechtlich und wirtschaftlich extrem herausfordernden Situationen. Sie begleitet betroffene Unternehmen sehr intensiv bei Transaktionen oder in der Restrukturierung.








