Die B.T. innovation GmbH übernimmt den Geschäftsbereich Betonfertigteiltechnik der insolventen Avermann-Gruppe. Parallel dazu führt die neu gegründete Avermann Germany GmbH wesentliche Teile der Avermann Maschinenfabrik GmbH & Co. KG fort. Nach Angaben der beteiligten Insolvenzverwalter wurden die Kaufverträge Ende März unterzeichnet. Die Übertragungen sichern insgesamt mehr als 70 Arbeitsplätze am Standort Deutschland. Der M&A-Prozess erfolgte unter der Leitung der Transformationsberatung Falkensteg. Laut dem Sanierungsexperten Stefan Meyer von der Kanzlei Pluta wurden damit zukunftsorientierte Lösungen für das Osnabrücker Traditionsunternehmen entwickelt. Die erzielten Ergebnisse schaffen nach seiner Einschätzung die Grundlage für eine nachhaltige Weiterentwicklung.
Strategische Neuausrichtung in Osnabrück
Die Avermann Precast Technology GmbH führt seit dem 1. April 2026 den Betrieb der Avermann Betonfertigteiltechnik GmbH & Co. KG fort. Insgesamt werden 33 Mitarbeiter aus den Bereichen Konstruktion und Fertigung übernommen. Der Investor aus Magdeburg ist als Anbieter von Magnettechnik in der Branche etabliert. Laut dem Unternehmen bestand zwischen beiden Firmen bereits zuvor eine enge Zusammenarbeit. Die Kernkompetenzen verbleiben laut der Vereinbarung am Standort Osnabrück. Durch die Integration in die Strukturen der B.T. innovation GmbH sollen zusätzliche Synergien entstehen. Künftig tritt der Betriebsteil unter der neuen Marke Avermann Precast Technology auf dem Markt auf. Die Beteiligten streben eine nachhaltige Stärkung der Marktposition an.
Verlagerung der industriellen Produktion
Für die Avermann Maschinenfabrik GmbH & Co. KG wurde zeitgleich eine Lösung mit der Avermann Germany GmbH realisiert. Diese Gesellschaft übernahm zum 1. April 2026 den Geschäftsbetrieb sowie wesentliche Vermögenswerte. Im Zuge der Transaktion erfolgt die vollständige Verlagerung der Produktion an internationale Standorte. Laut den Verantwortlichen ist dieser Schritt aus wirtschaftlichen Gründen notwendig. Die Bereiche Verwaltung und Service verbleiben hingegen am bisherigen Standort. Auf diese Weise werden rund 40 Arbeitsplätze im Rahmen des Erwerberkonzepts gesichert. Die Entscheidung zur Produktionsverlagerung resultiert nach Firmenangaben aus strukturellen Standortnachteilen in Deutschland. Ohne diese Anpassungen wäre eine Fortführungslösung laut der Geschäftsführung nicht möglich gewesen.
Wettbewerbsfähigkeit durch Einschnitte
„Die Entscheidung zur Aufgabe der Produktion in Osnabrück ist äußerst schwergefallen, jedoch alternativlos, um eine langfristig tragfähige Lösung zu ermöglichen“, betonen Marieke Keller und Timo Steinhauer. Das Ziel ist die nachhaltige Positionierung der Avermann Germany GmbH auf Basis des vorhandenen Know-hows. Der M&A-Prozess unter der Leitung von Sascha Dahlke von Falkensteg galt als besonders komplex. Es mussten parallele Transaktionsstränge für beide Gesellschaften koordiniert werden. Das Team verantwortete die Ansprache der Investoren sowie die operative Auftrennung der Unternehmensteile. Dazu gehörten laut Falkensteg auch die IT-Separation und neue Mietverträge. Die enge Abstimmung mit allen Beteiligten war laut Sascha Dahlke entscheidend für den Erfolg.
Sicherung von Fachkräften
Die Sanierungslösung sichert wesentliche Teile des seit über 75 Jahren bestehenden Traditionsunternehmens. Laut der Insolvenzverwalterin Ria Brüninghoff konnte der Prozess trotz eines anspruchsvollen Marktumfeldes erfolgreich abgeschlossen werden. Die Neugestaltung umfasst zudem spezifische Markenvereinbarungen zwischen den Erwerbern. Durch die Aufteilung der Geschäftsbereiche Environmental Technology und Precast entstehen zwei spezialisierte Einheiten. Die Gläubigerversammlungen haben den Verkäufen bereits zugestimmt. Damit endet die Phase der Ungewissheit für die verbliebene Belegschaft in Osnabrück. Die Investoren planen nun die schrittweise Integration der Betriebsteile in ihre bestehenden Netzwerke. Beide Erwerber setzen auf die Fortführung der etablierten Kundenbeziehungen. Die internationale Ausrichtung der Maschinenfabrik soll die langfristige Stabilität des Servicegeschäfts garantieren.









