Rückert + Müller GmbH stellt Insolvenzantrag

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Die Rückert + Müller GmbH hat beim Amtsgericht Karlsruhe einen Antrag auf Eröffnung eines Insolvenzverfahrens gestellt. Das Gericht ordnete die vorläufige Insolvenzverwaltung über das Vermögen des Karlsruher Unternehmens an. Zum vorläufigen Insolvenzverwalter wurde Rechtsanwalt Ilkin Bananyarli von der Pluta Rechtsanwalts GmbH bestellt. Gemeinsam mit Rechtsanwalt Niko Maier bildet er das Team für die Sanierung des Betriebs. Nach Angaben der Kanzlei Pluta läuft der Geschäftsbetrieb des Experten für Elektrotechnik vollumfänglich weiter. Sämtliche Aufträge werden laut dem vorläufigen Insolvenzverwalter wie gewohnt bearbeitet. Die Ansprechpartner stünden den Kunden weiterhin zur Verfügung. Das Team habe sich in den vergangenen Tagen bereits einen Überblick über die wirtschaftliche Situation verschafft. Erste Gespräche mit Kunden und Lieferanten sowie mit potenziellen Interessenten wurden nach Angaben der Kanzlei bereits geführt.

Suche nach Investoren

Das primäre Ziel des Verfahrens sei die Findung einer langfristigen Lösung für die Zukunft des Betriebs. Ilkin Bananyarli von Pluta sagt: „Der Betrieb läuft weiter. Unser Ziel ist es, eine Lösung für die Zukunft des Unternehmens zu finden. In den kommenden Wochen werden wir sämtliche Handlungsoptionen prüfen und einen Investorenprozess durchführen. Wir suchen einen Investor, der den Betrieb übernimmt.“ In den nächsten Wochen sollen dafür alle verfügbaren Optionen geprüft werden. Die Rückert + Müller GmbH beschäftigt derzeit 55 Mitarbeiter. Diese wurden laut dem Unternehmen bereits über den aktuellen Stand der Dinge informiert. Die Löhne und Gehälter der Beschäftigten seien über das Insolvenzgeld für einen Zeitraum von drei Monaten gesichert. Das Team von Pluta leite derzeit die notwendige Vorfinanzierung des Insolvenzgeldes in die Wege. Damit sei sichergestellt, dass die Auszahlungen an die Belegschaft wie gewohnt erfolgen können.

Gründe für die Krise

Als Ursache für den Gang zum Insolvenzgericht nennt das Unternehmen Liquiditätsschwierigkeiten. Diese seien laut der Geschäftsführung durch eine rückläufige Umsatzentwicklung in der jüngeren Vergangenheit begründet. Die Geschäftsführung sagt: „Unser Team ist motiviert und arbeitet gemeinsam mit dem vorläufigen Insolvenzverwalter an einer langfristigen Lösung. Wir hoffen, dass wir einen Investor finden.“ Das Unternehmen ist seit dem Jahr 1980 am Markt tätig.

Das Unternehmen plant und gestaltet laut eigenen Angaben ganzheitliche Elektrotechnikkonzepte in den Bereichen Energie, Sicherheit und Vernetzung. Zum Portfolio gehören die Installation von Photovoltaikanlagen sowie die Umsetzung moderner Beleuchtungssysteme. Im Bereich der Elektromobilität bietet der Betrieb Ladeinfrastrukturlösungen wie Ladesäulen und Wallboxen an. Zudem ist die Firma auf Gebäudeautomation und Sicherheitslösungen spezialisiert. Dazu zählen laut dem Unternehmen unter anderem Rauchwarnanlagen und Brandmeldesysteme.

Autorenprofil

Als Redakteur der Unternehmeredition berichtet Alexander Görbing regelmäßig über Unternehmen und das Wirtschaftsgeschehen. Zu seinen Schwerpunkten gehören Restrukturierungen, M&A-Prozesse, Finanzierungen und Tech-Start-ups.

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