Unternehmervermögen 2020 – Anlageideen für Entrepreneure

Andreas Thümmler (St. Kilian Distillers), Gero Gode (Alpha Star Capital), Markus Rieger (GoingPublic), Carsten Herwig (Bantleon) und Felix Gode (Alpha Star Capital)

Rückblick auf eine „ETWAS ANDERE“ NETWORKING-VERANSTALTUNG

Was verbindet Unternehmer unserer Zeit speziell mit dem Thema Vermögen? Erfolgreiche Unternehmer beschäftigen sich oft erst mit der Anlage ihres Vermögens, wenn das eigene Unternehmen oder Teile davon verkauft wurden. In solchen Situationen gilt es dann möglichst schnell die richtigen Vermögensverwalter, Anlageklassen und Finanzprodukte kennenzulernen.

Mit dem neuen, exklusiven Eventformat „Unternehmervermögen – Anlageideen für Entrepreneure“ präsentierten am 20. Januar in München Autoren und Partner des Unternehmeredition SPEZIAL Unternehmervermögen 2020 Grundlagen, Hintergründe und Anlageideen und stellten sich im anschließenden „Speed-Dating-Modus“ den Fragen der teilnehmenden Unternehmern. Ziel der Veranstaltung war es, eine Symbiose aus Magazin, Online und Event zu schaffen sowie aktiv durch Elemente von Elevator Pitch und Speed-Dating die konkrete „Partnerwahl“ zu befeuern.

Von liquider Vermögensverwaltung bis Private Equity

Den Start in den Abend bestritt Jürgen Lampe, Vorstand der firstfive AG, der ein paar grundlegende Überlegungen definierte, die bei der Suche nach dem richtigen Vermögensverwalter als „Partner fürs Leben“ berücksichtigt werden sollten. Manchmal ähnlich zu einer (Liebes-)Beziehung wird eine individuelle Dienstleistung erwartet, die persönliche Präferenzen berücksichtigt. Weder das eigene Single Family Office noch ein Multi Family Office, dem man sich anvertraut, bieten für jedermann die passende Lösung. Von daher sollte ein Vermögensträger vor Angebotseinholung seine wesentlichen Erwartungen, wie etwa Anlagedauer, Liquidität oder Risikopräferenzen festlegen und klar kommunizieren. Wichtig ist anschließend, den Kreis der Anbieter ausschließlich auf lizenzierte und der Kontrolle der BaFin unterliegende Portfoliomanager zu limitieren. Zu guter Letzt, betont Lampe, müsse auch die Chemie stimmen, denn Vermögensverwaltung ist auch immer Vertrauenssache. Als unabhängige Bewertungsinstanz, frei von produktspezifischen Interessenkonflikten, unterstützt die firstfive AG Anleger mit belastbaren Entscheidungsgrundlagen im Rahmen eines einfachen oder mehrstufigen Auswahlprozesses.

Anschließend gab Detlef Mackewicz, Mackewicz & Partner Investment Advisers, eine Einführung in das Investieren in Private Equity – gerade bei großen Vermögen ab 50 Mio. Euro nicht mehr aus dem Anlagemix wegzudenken. Am Beispiel der Stiftung der Yale University skizzierte er, wie erfolgreich die langjährige Beimischung von Private Equity sein kann. Gerade in den USA, wo die Kapitalmärkte weltweit am weitesten entwickelt sind, gilt dies schon lange als wichtiger Bestandteil des Anlagespektrums institutioneller Investoren. Hierzulande gestalte sich die Ausgangssituation für erste eigene Private-Equity-Investments von Unternehmern und vermögenden Privatpersonen allerdings weiter schwierig.

Fünf Anlageideen, fünf Anbieter

Nun wurde das Podium Vertretern von fünf verschiedenen Anlageideen überlassen, die „ihre Idee“ in jeweils rund fünf Minuten vorstellten, um der anschließenden Speed-Dating-Runde den entsprechenden Diskussionsrahmen zu liefern.

Aktienfonds – Infrastruktur, Value Investing, China im Fokus

Den Start machte Johannes Maier, Bantleon AG, indem er die Assetklasse Infrastruktur und hierbei vor allem die Möglichkeit, aus internationalen Aktienwerten auszuwählen, vorstellte. Die Wunschvorstellung der Bantleon Fondsmanager: krisenfest, dividendenstark und nachhaltig sollte jeder der auszuwählenden Werte sein. Mit dem Leitgedanken, dass an erster Stelle die Bewahrung des Kapitals steht und dann mit maximaler Konzentration attraktive Erträge erwirtschaftet werden, bietet Bantleon institutionelle Anlagelösungen, konjunkturbasiertes Asset Management sowie Spezial- und Publikumsfonds. Dabei stehen u.a. Transportlösungen für die Zukunft, Passive Kommunikations-Infrastruktur, Energieversorgung, Wasser sowie generell die Nachhaltigkeit im Fokus.

Die beiden Brüder Felix und Gero Gode stellten im Anschluss den Alpha Star Aktienfonds vor. 2006 hatten sie den Alpha Star Aktienclub für Familie und Freunde aus der Taufe gehoben und beschäftigen sich seitdem intensiv mit ihrem ganz speziellen Ansatz des Value Investing und hier auch mit der Frage, welche Werte man im Zuge der digitalen Transformation für die Investmentauswahl im Depot haben sollte. Die Alpha Star-Fonds investieren in 3% der besten Unternehmen des deutschen Mittelstands und streben langfristig ein Renditeziel von 15% pro Jahr an. Seit Auflage (9/2014) ist ihnen das bereits gelungen! Kapitalrenditen stellen den wesentlichen Werttreiber dar und das Portfolio setzt sich konzentriert zusammen aus circa 20 Aktien. Felix Gode, der selbst mit 100% seines privaten Vermögens in den Fonds investiert ist, verkündete abschließend, dass dieser bei einem Volumen von 40 Mio. Euro für neue Investoren geschlossen wird.

Timon Heinrich (Hansen & Heinrich), Markus Rieger (GoingPublic) und Enrico Jakob (Awesome Capital)

Den internationalen Part deckte an dem Abend Andreas Winiarski, Awesome Capital, ab. Als Brücke zwischen Deutschland und dem digitalen China stellte er den ersten Publikumsfonds mit Venture-DNA vor, der voraussichtlich ab April 2020 investierbar sei. Mit den drei Säulen Venture Fonds, Aktienfonds und Venture Building spezialisiert sich das Unternehmen auf chinesische Technologie-Titel mit internationalen Ambitionen. Jedoch fügte Winiarski hinzu, dass darüber hinaus eine Risikostreuung auf weitere Titel aus den USA, Rest-Europa oder Süd-Ost-Asien möglich sei. Ausschlaggebendes Investmentkriterium sei dabei der Bestandteil einer zukunftsweisenden Technologie mit industrieveränderndem Charakter. Weiterhin findet hier eine Aufteilung nach Proven Winners‘ und Rising Stars‘ statt: höhere Gewichtung von am Markt bereits etablierten Titeln, gepaart mit niedrigerer Gewichtung von neuen innovativen Unternehmen, die noch eher starken Kursschwankungen ausgesetzt sind. Die Aktivitäten von Awesome Capital seien gerade deshalb für Unternehmer geeignet, da sie selbst kein Konzern sind, sondern Unternehmer mit Herz und Verstand. Damit war wiederum die These Lampes bestätigt, dass auch bei der Vermögensverwaltung eine gute persönliche Beziehung wichtig sei. Zuletzt sein Appell an alle: Vom Aufstieg des digitalen China profitieren, sollte für die Zukunft eine Handlungsmaxime für jeden Anleger werden!

Vermögensverwaltung: Die „Extrameile“ macht den Unterschied

Mehr als nur klassische Vermögensverwaltung verspricht Timon Heinrich, Gründer und Vorstand der Hansen & Heinrich AG. Ob bei der Bewältigung von Nachlassfällen, als „Privatsekretariat“ oder bei Immobilienservice und Vorsorgeberatung – gerade die Beratung im Bereich des nicht Alltäglichen zeichne oft sein Haus aus. Das Herzstück, die individuelle Vermögensverwaltung, wird daneben durch die H&H Managed Depots, Publikumsfonds sowie eine Stiftungstreuhand ergänzt. Heinrich erläuterte daneben, wie das H&H-Cockpit über eine ganzheitliche Sicht auf die typischen Onlinebanking-Module hinaus biete und wie man – auch in Zusammenarbeit mit Steuerberatern – Szenarien für die rechtzeitige Übergabe von Vermögenswerten an die nächste Generation ermöglicht.

Whisky als Geldanlage!

Den Abschluss machte Andreas Thümmler, St. Kilian Distillers, der mit Whisky als alternative Assetklasse die vielfältigen Anlageideen des Abends noch um etwas Außergewöhnliches ergänzte. Er hat die größte Whiskydestillerie Deutschlands aufgestellt und sieht Whisky – bei ihm auch als eigenes Fass zu erwerben – als ideales Investment für sich und seine Kunden. Whisky sei als Getränk des gehobenen Mittelstands auf der ganzen Welt etabliert und hat bei den Spirituosen einen Weltmarktanteil von etwa 40 Prozent. Deshalb bietet Thümmler nun Sammlern, Whiskyliebhabern und Anlegern ein Paket an, bei dem möglichst vielen Whiskybotschaftern durch den Kauf eines Fasses von St. Kilian der Zugang ermöglicht werden kann. In vermeintlich inflationären Phasen, in denen es kaum noch Zinsen gibt, habe auch der Unternehmer Probleme und müsse sein Geld anlegen. Nach Investmentbanker Thümmler sind Investments in krisenfeste Alternatives ein Muss. Und bieten auch noch Genuss mit dazu… Hier hat der Single Malt perfekte Eigenschaften: Je älter er ist und je seltener er wird, desto mehr ist er wert. Wenn er dann noch von einer kleinen Produktion ist, „reißen“ sich die Sammler irgendwann darum. Von der praktischen Qualität der Anlagemöglichkeit durften sich die Gäste bei einer kleinen Whiskyverkostung überzeugen, wenn sie beim Speed-Dating den Tisch des Destillerie-Gründers erreichten.

Fazit

Bei allen Unternehmern und Vermögensanlegern kam das komprimierte Veranstaltungskonzept aus Elevator-Pitch-Präsentationen und Table-Hopping/Speed-Dating gut an. Sehr persönliches und individuelles Kennenlernen, gutes Essen und der Blick aus der Opernstube des Spatenhaus an der Oper trugen ein Übriges zur guten Stimmung bei. Visitenkarten wurden reichlich ausgetauscht, Kontakte geknüpft und die eine oder andere Anlageidee hat ihren Anleger gefunden. Wir freuen uns bereits auf die Wiederholung!