Die Rettung eines Unternehmens aus der Zahlungsunfähigkeit ist eine große Herausforderung. Eine Gelegenheit zum Austausch fanden führende Restrukturierungsexperten vergangenen Mittwoch auf der 2. Restrukturierungskonferenz in München.

Unter dem Motto „Das ESUG und die Folgen – Restrukturierung durch Insolvenz“ gaben Reinhard Willemsen, Arndt Geiwitz, Thorsten Stoermer und Peter Fabry einen Einblick in die Erfahrungen mit der jüngsten Reform des Insolvenzrechts. Reinhard Willemsen, Partner Luther Rechtsanwaltsgesellschaft, stellte zu Beginn der Kurzreferate die neuen Instrumente im Rahmen des ESUG vor.

„Das Schutzschirmverfahren hat uns sehr geholfen Wurlitzer aus der Zahlungsunfähigkeit zu führen“, bewertete Thorsten Stoermer, Geschäftsführer des Herstellers von Musik- und Verkaufsautomaten, seine Erlebnisse im Unternehmen. Arndt Geiwitz, Schneider Geiwitz und Partner, wies in seinem Vortrag darauf hin, dass es mit dem ESUG viel leichter sei, mit dem vorhanden Management oder einem CRO das Unternehmen neu aufzustellen. „Nicht länger steht der Abwicklungsgedanke im Vordergrund. Hier hat ein Umdenken stattgefunden.“

Einen zweiten inhaltlichen Schwerpunkt bildete das Thema „Distressed M&A“. Dr. Florian von Alten, geschäftsführender Partner Angermann M&A International, gab in seinem Vortrag einen Überblick über aktuelle Herausforderungen bei der Transaktionsberatung. Weitere Referenden waren Tobias Verlende und Christoph Schauenburg, beide Partner bei der Luther Rechtsanwaltsgesellschaft, die sich in ihren Beiträgen der Finanzierung von angeschlagenen Unternehmen durch neue Investoren widmeten.

Den Abschluss der Veranstaltung bildete eine Diskussionsrunde mit den Referenten. Hier waren sich alle einig: Mit dem ESUG wurde ein wichtiger Schritt in die richtige Richtung gemacht. Die Restrukturierungskonferenz fand bereits zum zweiten Mal in der bayerischen Landeshauptstadt statt und wird von der internationalen Rechtsanwaltsgesellschaft Luther organisiert.