Laut einer aktuellen Umfrage von EY-Parthenon nimmt die Belastung der Unternehmen in Europa stetig zu. Die befragten Experten rechnen nach eigenen Angaben mit einem Höhepunkt der Restrukturierungen im ersten Halbjahr 2026. Dieser Zeitpunkt liegt laut dem Bericht sechs Monate später als noch im Frühjahr 2025 angenommen wurde. Das anhaltend schwache Wirtschaftswachstum belastet die Betriebe laut den Autoren weiterhin massiv. Über 200 Führungskräfte aus dem Bankensektor nahmen laut der Studie an der Befragung teil. Mehr als die Hälfte der Befragten meldete laut dem Survey bereits steigende Fallzahlen in ihren Portfolios. In der zweiten Jahreshälfte 2025 wird laut den Fachleuten ein weiterer Zuwachs der Krisenfälle erwartet. Die Experten von Ernst & Young weisen darauf hin, dass die Entwicklung regional sehr unterschiedlich verläuft. Geopolitische Risiken und politische Unsicherheiten bleiben laut der Analyse die größten Treiber für wirtschaftlichen Stress. Viele Unternehmen zehren laut dem Bericht noch von Liquiditätspolstern aus der Zeit der Pandemie. Diese Puffer laufen laut den Bankern nun jedoch allmählich aus.
Belastungsfaktoren in der Industrie
Die Branchen Automotive und Produktion stehen laut der Untersuchung besonders stark unter Druck. Auch das Baugewerbe bleibt nach Angaben der Befragten ein Sektor mit sehr hoher Krisenanfälligkeit. Sinkende Verkaufszahlen gelten laut den Experten als der Hauptgrund für die finanziellen Schieflagen. Die hohen Arbeitskosten belasten die Rentabilität der Unternehmen laut der Auswertung zusätzlich. Auch der Druck durch regulatorische Änderungen nimmt laut dem Bericht stetig zu. Die Transformation zur Elektromobilität stellt laut den Fachleuten eine enorme finanzielle Hürde dar.
Besonders Zulieferbetriebe der zweiten und dritten Ebene sind laut der Studie massiv gefährdet. Diese Firmen leiden laut dem Bericht unter dem intensiven Wettbewerb mit Anbietern aus Asien. In Osteuropa zeigt sich laut der Analyse eine besonders tiefe und lang anhaltende Krise. Dort erwarten 43% der Umfrage-Teilnehmer eine deutliche Zunahme der notwendigen Sanierungen. Die konjunkturelle Schwäche trifft laut den Experten vor allem die energieintensive Basisindustrie. Ein grundlegender Umbau der Geschäftsmodelle ist laut der Analyse für viele Betriebe unumgänglich.
Situation im internationalen Baugewerbe
Im Vereinigten Königreich ist laut den Befragten vor allem der Bausektor von starken Spannungen betroffen. Regulatorische Änderungen wie der Building Safety Act erhöhen dort laut dem Bericht die Compliance-Kosten. Auch der Mangel an qualifizierten Fachkräften ist laut der Analyse in Großbritannien besonders akut. In Westeuropa steht laut dem Survey zudem der Einzelhandel verstärkt im Fokus der Krisenmanager. Das Gastgewerbe leidet laut den Experten unter der spürbaren Konsumzurückhaltung der privaten Haushalte. Steigende Lohnkosten drücken laut dem Bericht zusätzlich auf die bereits geringen Margen.
Nach Angaben von des EY-Experten Ben Trask erfordern lokale Dynamiken heute sehr spezifische Sanierungskonzepte. Frühzeitiges Handeln ist laut dem Experten entscheidend für den dauerhaften Erhalt von Unternehmenswerten. Die Komplexität der notwendigen Restrukturierungen nimmt laut der Studie in allen untersuchten Regionen stetig zu. Auch spezielle Haftungsmanagement-Übungen werden laut dem Bericht in der Praxis immer häufiger angewendet. In den nordischen Ländern bleibt die wirtschaftliche Lage laut der Umfrage vergleichsweise stabil. Dort erwarten laut dem Survey nur 13 % der Banker einen Anstieg der Problemfälle.
Strategien zur finanziellen Stabilisierung
Einvernehmliche Lösungen zwischen Banken und Firmen bleiben laut der Umfrage die bevorzugte Sanierungsstrategie. Das sogenannte Amend-and-Extend-Verfahren dominiert nach Angaben der Fachleute weiterhin das gesamte Marktgeschehen. Dabei werden die Kreditlaufzeiten laut dem Bericht verlängert und die Konditionen flexibel angepasst. Dies verschafft den Unternehmen laut den Experten den dringend benötigten operativen Handlungsspielraum. Refinanzierungen spielen laut der Analyse ebenfalls eine zentrale Rolle für die kurzfristige Stabilisierung. Neue Finanzmittel kommen laut dem Survey oft von den bestehenden Gesellschaftern.
Allerdings gewinnen laut den Autoren auch spezialisierte Investoren für notleidende Kredite an Bedeutung. Operative Sanierungen erhalten laut dem Bericht gegenüber rein finanziellen Lösungen ein deutlich höheres Gewicht. Auch beschleunigte M&A-Prozesse werden laut der Studie immer häufiger als effektives Sanierungsinstrument genutzt. Ziel ist laut den Experten die langfristige Transformation der bestehenden Geschäftsmodelle. Liquiditätshilfen werden laut der Analyse heute an deutlich strengere Bedingungen geknüpft als früher. Kredite werden laut den Bankern zunehmend auf ihre langfristige Tragfähigkeit geprüft.
Ausblick auf die Transformation
Experten wie Henry Beech verwarten laut dem Bericht keinen plötzlichen Anstieg der harten Insolvenzen. Vielmehr zeichnet sich laut der Analyse ein schleichender Prozess der wirtschaftlichen Belastung ab. Geopolitische Spannungen bleiben laut den Autoren die größten unkalkulierbaren Risiken für Europa. Laut der Studie rücken operative Veränderungen bei Sanierungen immer stärker in das Zentrum. Der Fokus liegt laut den Fachleuten auf der Werterhaltung während der gesamten Umbauphase. Erfolgreiche Sanierungen hängen laut dem Bericht massiv von der Glaubwürdigkeit der Turnaround-Pläne ab.
Investoren fordern laut der Studie zudem zunehmend klare Konzepte für die Digitalisierung. Die Finanzierungskosten bleiben laut dem Bericht trotz sinkender Leitzinsen auf einem hohen Niveau. Ein enges Vertrauensverhältnis zwischen Gläubigern und Schuldnern ist laut den Autoren die Basis. Laut dem EY-Experten David Koudela müssen Unternehmen ihre Portfolios heute viel aktiver steuern als früher. Nur durch rechtzeitige Anpassungen lassen sich laut den Experten größere Ausfälle vermeiden. Die Bauwirtschaft muss laut der Analyse vor allem ihre Kostenstrukturen dringend optimieren. Ein Ende der Belastungsphase ist laut dem Survey vorerst nicht in Sicht.





