Die Stimmung unter den deutschen Private-Equity-Investoren hellt sich zum Ende des Jahres spürbar auf. Nach einer Phase der Verunsicherung zeigt der Geschäftsklimaindikator für das Segment der etablierten Unternehmen eine deutliche Aufwärtsbewegung. Dieser Stimmungsumschwung beim German Private Equity Barometer 4. Quartal 2025 sorgt für eine optimistische Ausgangslage im Hinblick auf das neue Geschäftsjahr. Vor allem die aktuelle Lagebeurteilung der Beteiligungsgesellschaften hat sich massiv verbessert. Die Erwartungen für die kommenden sechs Monate ziehen ebenfalls an, wenn auch etwas moderater. Damit scheint das Wechselbad der Gefühle auf dem deutschen Markt vorerst beendet zu sein.
Positive Signale für den Mittelstand
Hinter der Aufhellung steht vor allem eine gestiegene Zuversicht hinsichtlich der gesamtwirtschaftlichen Impulse. Laut Ulrike Hinrichs, Vorstandssprecherin des BVK, dürfte die Hoffnung auf eine konjunkturelle Belebung die Investoren zuversichtlicher werden lassen. Sie verweist zudem auf wirtschaftliche Impulse aus dem Infrastruktursondervermögen und den Deutschlandfonds. Ein wesentlicher Faktor für diese Entwicklung ist die hohe Investitionsbereitschaft der Gesellschaften. Diese trifft auf mittelständische Unternehmen, die einen erheblichen Finanzierungsbedarf für ihre anstehende Transformation aufweisen. Die Bereitschaft zu Neuengagements ist laut dem aktuellen Barometer von KfW Research spürbar gestiegen. In Kombination mit einer höheren Nachfrage nach Kapital ergibt sich eine vielversprechende Gemengelage.
Herausforderungen im Bereich der Exits
Trotz der guten Stimmung bleibt das Umfeld für Unternehmensverkäufe vorerst noch anspruchsvoll. Das Klima für Exits hat sich zuletzt wieder abgekühlt, was eng mit der allgemeinen Konjunkturentwicklung verknüpft ist. Dennoch blicken Experten optimistisch auf die kommenden Monate. „Mit der prognostizierten Konjunkturerholung 2026 stehen die Chancen aber gut, dass wir hier eine Besserung sehen werden“, sagt Dr. Dirk Schumacher, Chefvolkswirt der KfW. Laut Schumacher macht das schwierige Exitumfeld zwar noch Sorgen, die Tendenz zeigt jedoch nach oben. Da eine starke Korrelation zwischen Wirtschaftswachstum und Verkaufsmöglichkeiten besteht, wecken die Prognosen für 2026 große Erwartungen. Eine Belebung der Konjunktur könnte somit zeitnah den Weg für erfolgreiche Desinvestitionen ebnen.
Attraktive Bedingungen für neue Deals

Das aktuelle Bewertungsumfeld wird von den Marktteilnehmern weiterhin als sehr attraktiv eingeschätzt. Die Einstiegsbewertungen bewegen sich auf einem Niveau, das neue Transaktionen begünstigt. „Die Investitionsbereitschaft bei den Private Equity-Gesellschaften ist da, die Einstiegsbewertungen werden weiterhin attraktiv eingeschätzt“, erläutert Ulrike Hinrichs. Viele Unternehmen müssen derzeit Herausforderungen bei Wachstum und Zukunftsfähigkeit meistern. Beteiligungskapital bietet hier eine stabile Lösung für anstehende Nachfolgeregelungen oder notwendige Restrukturierungen. Während die Quantität der angebotenen Deals zunimmt, bleibt die Qualität der Projekte auf einem stabilen Niveau. Die Rahmenbedingungen für einen Aufschwung bei den Investitionen sind somit vorhanden.
Stabilität in der Finanzierung
Die Verfügbarkeit von Akquisitionsfinanzierungen zeigt sich im Vergleich zum Vorquartal weitgehend beständig. Auch wenn das Zinsniveau die Kalkulationen weiterhin beeinflusst, haben sich die Konditionen stabilisiert. Dies ermöglicht den Investoren eine verlässliche Planung ihrer kommenden Projekte. Das Fundraising-Umfeld bleibt zwar kompetitiv, doch die Zuversicht der Akteure überwiegt deutlich. Sollte die Konjunktur im laufenden Jahr an Fahrt aufnehmen, dürfte sich die Erholung stabilisieren. Der deutsche Markt zeigt eine bemerkenswerte Resilienz gegenüber den Krisen der vergangenen Jahre. Die Akteure sind bereit, aktiv an der Gestaltung der wirtschaftlichen Zukunft mitzuwirken. Investoren fokussieren sich verstärkt auf reife, mittelständische Firmen mit soliden Geschäftsmodellen. Damit fungiert Private Equity als wichtiger Anker für die deutsche Wirtschaft in einer Phase des Umbruchs. Die Talsohle scheint durchschritten, und der Blick richtet sich nun fest auf die Wachstumschancen der kommenden zwei Jahre.






