Brennpunkt Nachfolge (© fotolia/contrastwerkstatt)
Brennpunkt Nachfolge: Vor allem kleine Unternehmen gehen sie zu spät an.

Sie häufen sich, die Meldungen über fehlende Nachfolgeplanung bei Mittelständlern. Jetzt weist das aktuelle Mittelstandsbarometer der Prüf- und Beratungsgesellschaft EY auf das Problem hin.

28 Prozent der mittelständischen Unternehmen in Deutschland müssen in den nächsten zehn Jahren ihre Nachfolge regeln – so viele wie fast nirgends in Europa. Das wäre nicht weiter beunruhigend, gäbe es nicht folgendes Problem: Laut dem aktuellen Mittelstandsbarometer der Prüf- und Beratungsgesellschaft EY haben 28 Prozent von ihnen noch keine Lösung gefunden. Das entspricht rund 46.000 Unternehmen, die für 292 Mrd. Euro Umsatz und 1,5 Mio. Beschäftigte stehen. Laut Studie sind das vor allem kleinere Mittelständler mit einem Umsatz zwischen zehn und 30 Mio. Euro. Gut 30 Prozent von ihnen muss die Nachfolge innerhalb der nächsten zehn Jahre regeln – zwölf Prozent haben es noch nicht getan.

Diejenigen, die sich über ihre Nachfolgeregelung im Klaren sind, geben ihr Unternehmen vorrangig in die Hände eines Familienmitglieds (knapp 60 Prozent). 31 Prozent hieven einen bewährten Mitarbeiter auf den Chefsessel, sechs Prozent suchen eine externe Lösung. Mit Griechenland gehört Deutschland damit zu den Ländern, die am stärksten auf eine Familienlösung setzen. Unternehmensexterne Lösungen werden am häufigsten in Großbritannien gewählt. Spitzenreiter bei den ungelösten Nachfolgen innerhalb Europas ist Polen: Hier stehen 17 Prozent noch vor Fragezeichen. In Schweden und der Schweiz hat jedes zehnte Unternehmen noch keine Lösung gefunden. EY rät dazu, sich frühzeitig mit dem Thema Nachfolge zu beschäftigen. „Eine Nachfolgeregelung ist oft keine rein geschäftliche Entscheidung, sondern es hängen viele Emotionen mit daran. Sie ist nicht über Nacht zu erreichen“, so Peter Englisch, Partner bei EY und Leiter der Studie. www.ey.com

Die Studie finden Sie hier.