Im europaweiten Vergleich von Standorten für Familienunternehmen bewegt sich Deutschland lediglich im Mittelfeld auf Platz 11. Das ist zentrales Ergebnis einer von der Stiftung für Familienunternehmen (www.familienunternehmen.de) beim Zentrum für Europäische Wirtschaftsforschung (ZEW) (www.zew.de) zum vierten Mal in Auftrag gegeben Studie. Auf Platz 1 landete erneut die Schweiz, Platz 2 konnte Finnland belegen. Dänemark, bei der letzten Erhebung 2010 auf Platz 5 platziert, konnte 2012 auf Platz 3 vorschieben. Schlusslichter des Ländervergleichs bilden Spanien und Italien auf Platz 17 bzw. 18. Die Studie erachtet vor allem das Steuersystem Deutschlands als besonders problematisch. Benötigt ein mittelständisches Unternehmen hierzulande 221 Arbeitsstunden zur Erledigung von Steuer- und Abgabeverpflichtungen, so sind es in der Schweiz lediglich 63 Stunden. Die schlechteste Platzierung gab es im Bereich Regulierung. Wie die Studie deutlich macht, kommen Spitzenländer des Vergleichs mit viel weniger Vorschriften für Arbeitsmarkt, betriebliche Mitbestimmung und Tarifrecht aus. Verbesserungsbedarf herrscht außerdem bei Strom- und Energiekosten sowie im Bereich „Arbeitskosten, Produktivität und Humankapital“ vor. Lediglich im Bereich Finanzierung erreicht Deutschland Platz 7.

Prof. Dr. Dr. h.c. Brun-Hagen Hennerkes, Vorstand der Stiftung für Familienunternehmen, warnte Politik und Wirtschaft vor zu viel Selbstzufriedenheit: „Im Kontrast zu anderen Ländern zeigt sich: Die ökonomische Robustheit Deutschlands ist in vielen Fällen nur gefühlte Stärke.“