Wird Deutschland als Standort zu teuer?

Energieintensive Industrie
Energieintensive Industrie: Die gestiegenen Kosten könnten sich zum Problem auswachsen.

Deutsche Technologien und Produkte sind weltweit gefragt. Deshalb waren deutsche Unternehmen auch schon immer Unternehmer im Ausland aufgestellt. Doch zum ersten Mal seit langem könnte das auch an gestiegenen Kosten am Heimatstandort liegen.  

Deutsche Unternehmen wollen sich in Zukunft noch stärker in Auslandsmärkten engagieren. Laut aktueller DIHK-Umfrage „Auslandsinvestitionen in der Industrie“  fast jedes zweite Unternehmen (45%). Vor allem die europäische Nachbarländer sollen davon profitieren. Doch zum ersten Mal seit 2003 spielen dabei auch wieder Kostenvorteile eine Rolle: Diese sind für 21% der befragten Betriebe ausschlaggebend.

Zuletzt gaben 2003 20% der Unternehmen an,  dass es für sie günstiger sei, Vertrieb oder Produktion im Ausland auszubauen. Auch wenn der Anstieg im Vergleich zu 2003 minimal ist: DIHK-Geschäftsführer Martin Wansleben nannte ihn dennoch „ein erstes Warnsignal für den Standort Deutschland“. Auch hätten viele europäische Krisenstaaten ihre Hausaufgaben gemacht und kämen als Investitionsstandorte vermehrt in Frage. Auch der Absatz in diesen Ländern zog zuletzt wieder an.

In Deutschland machen den Unternehmen vor allem gestiegene Arbeits- und Energiekosten zu schaffen. „Gerade in Sachen Stromkosten sind die meisten Standorte außerhalb Deutschlands inzwischen günstiger“, so Wansleben. Gleichzeitig wollen die Unternehmen, die aufgrund der Energiekosten ins Ausland gehen, am wenigsten in Personal und Standort in Deutschland investieren. Doch dafür sei zum Teil auch der Fachkräftemangel verantwortlich.

Zweitwichtigster Grund für das verstärkte Auslandsengagement sind laut Umfrage die Zunahme von Handelshemmnissen. Die zwingen Unternehmen zu Investitionen in den Zielländern, um keinen Wettbewerbsnachteilen zu erliegen. Dies sei vor allem Russland und Südamerika der Fall.

Die Ergebnisse der Umfrage finden Sie hier.