Bundesbank und Kreditwirtschaft schlagen Alarm: Die Umstellung auf das europaweit einheitliche Zahlungsformat SEPA (Single Euro Payments Area) ist bei mittelständischen Unternehmen kaum fortgeschritten. Im ersten Quartal 2013 wurden nur 8,72% aller Überweisungen mit Angabe der neuen europaweit einheitlichen Kontokennung IBAN durchgeführt, bei Lastschriften waren es gerade mal 0,14%. Ab 1. Februar 2014 kann der bargeldlose Zahlungsverkehr in Europa jedoch nur noch im Sepa-Verfahren durchgeführt werden – sowohl im In- als auch im Ausland. Im schlimmsten Fall drohen den Unternehmen Liquiditätsengpässe und Zahlungsausfälle.

Das Sepa-Format sieht eine Kontokennung über die IBAN-Nummer vor. Diese setzt sich aus der bisherigen Kontonummer und Bankleitzahl und jeweils zwei Zahlen und Buchstaben zusammen. Für die Unternehmen bedeutet die Umstellung auf Sepa jedoch einen erheblichen Mehraufwand. Sie müssen ihre Zahlungsformate und Software umstellen, außerdem muss jedes Unternehmen und jede gemeinnützige Organisation eine Gläubigeridentifikationsnummer bei der Deutschen Bundesbank beantragen. Gerade die Umstellung der IT-Systeme ist sehr aufwendig.

Gemeinsam mit der Deutschen Kreditwirtschaft, dem Bundesfinanzministerium und der Verbraucherzentrale Bundesverband Unternehmen und Vereine warnt die Bundesbank deshalb vor einem allzu nachlässigen Umgang mit dem Thema Sepa. „Manche Kunden wollen uns einfach nicht glauben, dass es eine gesetzliche Vorgabe ist, die den Umstieg auf Sepa ab 1. Februar 2014 anordnet“, erzählt Ludger Gooßens vom Deutschen Sparkassen- und Giroverband. Bundesbank-Vorstandsmitglied Carl-Ludwig Thiele ergänzt: „Alle Beteiligten, sprich Hausbanken, Verbände, IT-Dienstleister, sind deshalb aufgefordert, ihre Kunden noch fester an die Hand zu nehmen und die Sepa-Umstellung voran zu bringen.“ www.bundesbank.de