Immer mehr Fachkräfte aus dem Ausland

Knackpunkt Fachkräfte: Immer mehr Firmen holen sich gut qualifiziertes Personal im Ausland.
Knackpunkt Fachkräfte: Immer mehr Firmen holen sich gut qualifiziertes Personal im Ausland.

Jedes sechste Unternehmen beschäftigt mittlerweile Fach- und Führungskräfte aus dem Ausland – bei Großunternehmen ist es sogar jedes zweite. Vor allem IT-Fachkräfte und Controller sind gefragt. Das ist Ergebnis einer Umfrage des Karrierenetzwerks LinkedIN und Bitkom. 

Letztes Jahr gaben noch 13 Prozent der Unternehmen an, Fachkräfte aus dem Ausland zu beschäftigen. Doch der Fachkräftemangel scheint weiter durchzuschlagen: Bei der diesjährigen Befragung waren es bereits 17 Prozent. Aktuell plant jedes neunte Unternehmen (11 Prozent), im Ausland nach Personal zu suchen. Bevorzugter Rekrutierungsweg ist dabei das Internet: 84 Prozent haben eigene Karrierewebseiten, 75 Prozent suchen in sozialen Netzwerken, 73 Prozent setzen auf Online-Jobbörsen. Die eigenen Karrierewebseiten werden als das erfolgreichste Rekrutierungsinstrument bewertet.

Großunternehmen sind noch etwas offener als Mittelständler für die Personalsuche im Ausland. Von ihnen wollen sich zwei Drittel über die Landesgrenzen hinauswagen. Vorrangiger Grund für beide Unternehmensklassen ist jedoch der gleiche: der Mangel an qualifizierten Bewerbern aus dem Inland. Mittelständler leiden zu 60 Prozent unter diesem Problem, Großunternehmen sogar zu 78 Prozent. Besonders gesucht werden IT-Spezialisten (53 Prozent) und Controller (52 Prozent). Mit den Spezialisten aus dem Ausland sind die Arbeitgeber voll zufrieden: 96 Prozent meinen, dass diese sich gut ins Unternehmen integriert hätten. Auch deren Arbeitsleistung stand für 92 Prozent der von ähnlich qualifizierten deutschen Arbeitnehmern in nichts nach – allerdings nach Einarbeitung.

Für die Studie befragte Bitkom Research 2013 und 2014 mehr als 1.000 Personalentscheider von mittelständischen und Großunternehmen. Auftraggeber war das Karrierenetzwerk LinkedIN. www.bitkom.de

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