Modehändler Yeans Halle meldet Insolvenz an

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Die Trender Jeansmode GmbH & Co. KG aus Sindelfingen sowie zwölf operative Tochtergesellschaften haben ein Verfahren in Eigenverwaltung beim Amtsgericht Stuttgart beantragt. Daraufhin wurde die vorläufige Eigenverwaltung über das Vermögen der Gruppe angeordnet. Rechtsanwalt Steffen Beck von der PLUTA Rechtsanwalts GmbH unterstützt die Neuaufstellung als Sanierungsgeschäftsführer (CRO). Rechtsanwalt Dr. Sebastian Mielke aus der Kanzlei Menold Bezler in Stuttgart wurde zum vorläufigen Sachwalter bestellt, der das Verfahren im Sinne der Gläubiger begleitet. Die Trender Jeansmode GmbH & Co. KG mit Hauptsitz in Sindelfingen ist die Muttergesellschaft der Modekette Yeans Halle. Die Unternehmensgruppe betreibt insgesamt 18 Filialen in Südwestdeutschland. Die Yeans Halle Gruppe besteht aus der zentralen Einkaufs- und Servicegesellschaft Trender Jeansmode GmbH & Co. KG sowie weiteren zwölf operativen Gesellschaften, die die Stores betreiben. Die Filialen befinden sich unter anderem in Amtzell, Augsburg, Karlsruhe, Kempten, Leonberg, Ludwigsburg, Münsingen, Sindelfingen, Stuttgart, Ulm und Viernheim. Insgesamt beschäftigt die Gruppe rund 270 Mitarbeiter.

Geschäftsbetrieb wird fortgeführt

Die Neuaufstellung ist laut einer Mitteilung von Pluta nötig, da die Gruppe insbesondere seit der Corona-Pandemie rückläufige Umsätze verzeichnet. Die negative Konsumstimmung aufgrund der hohen Inflation und der politischen Lage sowie wachsende Konkurrenz des Online-Handels habe zu einer deutlichen Kaufzurückhaltung der Kunden geführt. Gleichzeitig seien die Kosten, beispielsweise für Energie, im gleichen Zeitraum stark gestiegen. Sanierungsgeschäftsführer Steffen Beck erläutert: „Der stationäre Handel steht derzeit stark unter Druck. Mit der Eigenverwaltung stellen wir die Unternehmensgruppe zukunftsfähig auf. Zusammen mit dem Gesellschafter Horst Mühlberger und dem operativen Geschäftsführer Marcus Pantke haben wir bereits erste Gespräche mit wichtigen Geschäftspartnern geführt. Diese verliefen konstruktiv, was gute Voraussetzungen für die Neuaufstellung sind.“ Das 1977 gegründete Unternehmen wird Angaben von Pluta trotz Antragstellung in vollem Umfang weitergeführt. Alle Filialen seien wie gewohnt geöffnet. Die rund 270 Mitarbeitenden des Unternehmens seien bereits über die aktuelle Situation informiert. Die Löhne und Gehälter der Mitarbeiter für die nächsten drei Monate gesichert durch das Insolvenzgeld.

Sanierungsplan wird erstellt

In den kommenden Wochen würden im Rahmen eines umfassenden Sanierungskonzeptes sämtliche Kosten- und Umsatzpositionen aller Filialen geprüft und interne Prozesse analysiert. Gesellschafter und Geschäftsführer Horst Mühlberger erklärt: „Die Situation ist derzeit nicht leicht. Die Antragstellung erfolgte, um die Möglichkeiten des Sanierungsverfahrens zu nutzen und unsere Gruppe zukunftsfähig aufzustellen. Die Mitarbeiter ziehen mit uns an einem Strang. Das freut mich sehr.“ Pluta hilft Unternehmen in rechtlich und wirtschaftlich schwierigen Situationen. Seit der Gründung 1982 ist das Unternehmen stetig gewachsen und beschäftigt heute rund 500 Mitarbeiter in Deutschland, Spanien und Italien. Mehr als 290 Kaufleute, Betriebswirte, Rechtsanwälte, Wirtschaftsjuristen, Steuerberater, Wirtschaftsprüfer, vereidigte Buchprüfer, Ökonomen, Bankfachwirte, Buchhalter, Ingenieure und Fachkräfte für Insolvenzverwaltung, darunter viele mit Mehrfachqualifikationen, sorgen für praktikable, wirtschaftlich sinnvolle Lösungen. Pluta unterstützt insbesondere bei der Sanierung und Fortführung von Unternehmen in Krisen oder Insolvenzsituationen.

Autorenprofil

Als Redakteur der Unternehmeredition berichtet Alexander Görbing regelmäßig über Unternehmen und das Wirtschaftsgeschehen. Zu seinen Schwerpunkten gehören dabei Restrukturierungen, M&A-Prozesse, Finanzierungen sowie Tech-Startups.

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