Die KfW Bankengruppe hat eine umfassende Untersuchung zum Finanzierungsklima und zur Investitionstätigkeit in der deutschen Wirtschaft durchgeführt. Laut dem Institut zeigt die Befragung eine spürbare Eintrübung der wirtschaftlichen Bedingungen. Die anhaltende konjunkturelle Schwächephase belastet die Unternehmen in der gesamten Breite. Nach Angaben der KfW Bankengruppe geraten die Eigenkapitalquoten der Betriebe zunehmend unter Druck. Der hohe Kostendruck und schwache Umsätze erschweren den Erhalt von Eigenkapitalpolstern. Diese Entwicklung betrifft alle Größenklassen gleichermaßen. Die Wahrscheinlichkeit sinkender Quoten hat deutlich zugenommen. Gleichzeitig verschlechtern sich die Bonitätsnoten der Marktteilnehmer. Dem Report zufolge ist die Dynamik bei den Ratingeinstufungen negativ. Für die Betriebe wird es immer schwieriger, Verbesserungen zu erzielen. Ein schwächeres Rating erschwert den Zugang zu Fremdkapital erheblich. Höhere Kosten und strengere Bedingungen sind die Folge.
Restriktive Vergabe von Bankkrediten
Das Finanzierungsklima hat sich im Vergleich zu den Vorjahren merklich verschlechtert. Das Verhalten der Banken wird als restriktiv eingestuft. Laut der KfW Bankengruppe bewerten immer weniger Firmen den Kreditzugang als leicht. Die Erschwernisse bei der Kreditaufnahme sind dabei vielfältig. Die Institute fordern vermehrt umfangreiche Sicherheiten. Zudem steigen der zeitliche Aufwand der Antragstellung und die Bonitätsanforderungen. Auch die Offenlegung von Geschäftszahlen wird strenger kontrolliert. Das erhöhte Zinsniveau wird weiterhin als erhebliche Belastung wahrgenommen.
Rückgang der Kreditnachfrage
Infolgedessen ist die Nachfrage nach Krediten rückläufig. Die Bereitschaft zu Kreditverhandlungen nimmt seit Längerem ab. Nach Angaben des Instituts liegt die Nachfrage weit unter früheren Werten. Besonders langfristige Finanzierungen werden aber weiterhin nachgefragt. Die Eintrübung zeigt sich auch bei gescheiterten Verhandlungen. Besonders bei kurzfristigen Laufzeiten kommt es seltener zum Abschluss. Hier scheitert fast jede vierte Verhandlung. Bei langfristigen Krediten sind größere Unternehmen etwas erfolgreicher. Das Thema Nachhaltigkeit spielt in Kreditgesprächen eine unverändert wichtige Rolle. Größere Betriebe werden besonders häufig mit diesen Kriterien konfrontiert. Laut der KfW Bankengruppe werden die Anfragen der Banken deutlich konkreter. Nahezu alle angesprochenen Firmen müssen spezifische Indikatoren liefern. Am häufigsten werden klassische Verbrauchsdaten abgefragt. Dazu gehören der Energieverbrauch und der Stromverbrauch. Auch der Anteil erneuerbarer Energien ist relevant. Große Marktteilnehmer müssen zudem meist eine Nachhaltigkeitsstrategie vorlegen. Angaben zu Treibhausgasen und ESG-Ratings werden ebenfalls verlangt.
Zurückhaltung bei Investitionen
Im deutschen Unternehmenssektor herrscht eine ausgeprägte Investitionszurückhaltung. Die Investitionstätigkeit liegt deutlich unter dem Niveau früherer Krisenjahre. Die KfW Bankengruppe verweist auf eine tiefe Verunsicherung. Der Schwerpunkt der getätigten Projekte verbleibt jedoch klar im Inland. Die meisten Investitionen dienen lediglich dem Erhalt bestehender Anlagen. Ersatzinvestitionen stehen somit im Vordergrund. Wachstumsorientierte Motive wie der Kapazitätsausbau sind nachgeordnet. Die Digitalisierung folgt auf dem zweiten Platz der Hauptziele. Investitionen in den Klimaschutz sind relevant, aber keine treibende Kraft.
Unternehmen ohne Investitionen nennen vor allem die unsichere Gesamtlage. Stark gestiegene Kosten für Energie und Löhne engen Spielräume ein. Finanziell bremsen fehlende Eigenmittel und ungünstige Konditionen. Auch bürokratische Anforderungen wirken nachweislich hemmend. Zwar sehen fast alle Befragten grundsätzliche Investitionsbedarfe. Die größten Bedarfe bestehen in der Digitalisierung und Kostensenkung. Dennoch plant nur eine knappe Mehrheit konkrete Vorhaben. Eine echte Aufbruchsstimmung ist laut dem Institut nicht sichtbar. Zwischen den verschiedenen Branchen zeigen sich erhebliche Unterschiede.
Forderung nach besseren Rahmenbedingungen
Um wieder mehr investieren zu können, fordern Betriebe bessere Bedingungen. An erster Stelle steht ein deutlicher Bürokratieabbau. Gewünscht werden schlankere Genehmigungsverfahren und weniger Auflagen. Zudem sind bessere Finanzierungsbedingungen eine zentrale Voraussetzung. Steuerliche Entlastungen und verlässliche Energiepreise werden ebenfalls genannt.







