Mayer & Cie. Global nimmt nach dem Vollzug eines Asset Deals mit dem chinesischen Investor Xu Hongjie den Geschäftsbetrieb am Standort Albstadt wieder auf. Damit wird der Neustart des traditionsreichen Rundstrickmaschinenbereichs des deutschen Maschinenbauunternehmens Mayer & Cie. ermöglicht, das sich zuvor in einem Insolvenzverfahren befand. Wie aus einer aktuellen Pressemitteilung hervorgeht, wurde der bereits im Februar 2026 geschlossene Kaufvertrag über Vermögensgegenstände aus dem Rundstrickmaschinenbau nun formal vollzogen.
Der Erwerb durch Xu Hongjie sei am 16. April 2026 rechtlich abgeschlossen worden. Voraussetzung hierfür waren demnach insbesondere die erforderlichen Genehmigungen chinesischer Behörden für Auslandsinvestitionen sowie eine Unbedenklichkeitsbescheinigung des zuständigen deutschen Bundesministeriums für Wirtschaft und Energie. Der Abschluss markiert den Übergang der relevanten Vermögenswerte in eine neue Gesellschaftsstruktur unter dem Namen Mayer & Cie. Global.
Neustart mit Standort in Albstadt und rund 30 Beschäftigten
Der neue Geschäftsbetrieb soll laut Angaben des Investors mit rund 30 Mitarbeitenden beginnen. Diese würden insbesondere in den Bereichen Konstruktion, Produktmanagement und Vertrieb tätig sein. Ziel sei es, die Traditionsmarke stärker auf Kundenanforderungen auszurichten und zugleich bestehende industrielle Kompetenzen am Standort Albstadt zu erhalten.
Der Investor plane zudem, Synergien zwischen seinem bestehenden Unternehmen in China und dem deutschen Standort zu nutzen. Dies betreffe insbesondere Beschaffung, den Zugang zu asiatischen Märkten sowie die Entwicklung von Softwarelösungen für Strickmaschinen.
Huixing, das Unternehmen des Investors mit Sitz in Shishi City in Quanzhou, ist nach eigenen Angaben in der Textil- und Maschinenbauindustrie tätig und stellt selbst Strickmaschinen her.
Bewertung durch Beteiligte und Berater
Der begleitende Sanierungsexperte Martin Mucha von der Kanzlei Grub Brugger erklärte laut Mitteilung, mit dem Verkauf sei eine tragfähige Perspektive für den Standort geschaffen worden. Der Investor bringe neben finanziellen Mitteln auch Branchenkenntnis und Marktzugänge, insbesondere in Asien, ein. Diese Faktoren würden als Grundlage für die Weiterentwicklung des neuen Unternehmens gesehen.
Auch die M&A-Berater von Wintergerst Societät für Unternehmer-Beratung hatten den internationalen Investorenprozess begleitet. Nach zunächst erfolgloser Investorensuche sei kurz vor einer möglichen Stilllegung der Käufer gefunden worden.
Einordnung der Unternehmenssituation
Mayer & Cie. war ein seit 1905 bestehender Hersteller von Rundstrickmaschinen mit Sitz in Albstadt und über vier Generationen in Familienbesitz. Im Laufe seiner Unternehmensgeschichte wurden nach Angaben des Unternehmens mehr als 80.000 Maschinen weltweit ausgeliefert. Im Dezember 2025 wurde das Insolvenzverfahren eröffnet. Der Bereich der Flechtmaschinen war bereits zuvor an einen italienischen Investor veräußert worden.
Mit dem nun erfolgten Abschluss der Transaktion wird der verbliebene Rundstrickbereich unter neuer Eigentümerschaft weitergeführt. Der Neustart erfolgt damit unter veränderten strukturellen und finanziellen Rahmenbedingungen sowie mit internationaler Eigentümerstruktur.







