Der Unternehmer Frank Nozar übernimmt den Geschäftsbetrieb der Weha Ludwig Werwein GmbH. Die Übertragung erfolgte zum ersten Oktober. Nach Angaben der Beteiligten sichert die Transaktion den Erhalt aller Arbeitsplätze. Der Geschäftsbetrieb läuft uneingeschränkt weiter. Die Übernahme erfolgt durch die neu gegründete Weha GmbH i. G.. Frank Nozar ist Gründer und alleiniger Gesellschafter der neuen Gesellschaft. Er leitet auch das Unternehmen Nozar Diamantwerkzeuge. Alle 44 Mitarbeiter der Weha Ludwig Werwein GmbH wechseln in die neue Gesellschaft. Der Standort in Königsbrunn bleibt somit erhalten. Über den Kaufpreis vereinbarten die Parteien Stillschweigen. Die Investorenlösung beendet eine Phase der Unsicherheit. Das Familienunternehmen blickt nun wieder nach vorne. Der Verkauf stellt die Weichen für die Zukunft.
Erfolgreiche Begleitung der Eigenverwaltung

Die Weha Ludwig Werwein GmbH befand sich in einem Eigenverwaltungsverfahren. Dr. Paul Abel von der Kanzlei Wellensiek begleitete das Verfahren als Generalbevollmächtigter. Er sieht die Rettung der Firma als Ergebnis einer geschlossenen Teamleistung. Der Geschäftsbetrieb blieb über den gesamten Sanierungszeitraum hinweg lückenlos und stabil. Das Amtsgericht Augsburg hatte das Verfahren im Juli eröffnet. Dr. Alexander Zarzitzky von Anchor Rechtsanwälte agierte als vorläufiger Sachwalter. Laut Dr. Alexander Zarzitzky ist der Verkauf die beste Lösung im Sinne der Gläubiger. Er lobt die zielorientierte Zusammenarbeit des Teams. Ohne eine zügige Übertragung hätte dem Unternehmen die Stilllegung gedroht.
Das Unternehmen litt unter einer anhaltenden Schwäche der Baukonjunktur. Die Nachfrage in der DACH-Region war stark zurückgegangen. Lieferprobleme belasteten zusätzlich die Liquidität. Diese Probleme entstanden bei der Restrukturierung einer früheren polnischen Produktion. Die Umsatzerlöse sanken infolgedessen auf knapp 12 Mio. EUR. Die Geschäftsführung stellte im Juli den Insolvenzantrag. Das Gericht ordnete daraufhin die vorläufige Eigenverwaltung an. Die M&A-Beratung Raab & Kollegen führte anschließend einen strukturierten Investorenprozess durch. Dabei wurden 181 potenzielle Interessenten angesprochen. Das hohe Interesse zeigt die Relevanz des Unternehmens. Die Suche nach einem Käufer verlief zügig und brachte das gewünschte Resultat.
Ausrichtung für die Zukunft

Die neue Gesellschaft führt das operative Geschäft als eigenständiges Unternehmen weiter. Frank Nozar agiert als geschäftsführender Gesellschafter. Julia-Claire Möbius ist ebenfalls für die Geschäftsführung vorgesehen. Sie hatte die Verantwortung bei Weha kurz vor dem Insolvenzantrag übernommen. Sie betont die Erleichterung über die Fortführung des Unternehmens. „Für die Zukunft der Weha konnten wir eine sehr gute Lösung finden“, sagt Julia-Claire Möbius. Geplant sind die Weiterentwicklung von Sortiment, Prozessen und Beschaffungsstrukturen. Auch der Ausbau der digitalen Angebote und des Onlineshops steht im Fokus. Kunden sollen weiterhin verlässlich bedient werden. Das Management treibt die Digitalisierung aktiv voran.
Das Unternehmen wurde im Jahr 1977 gegründet. Es agierte über Jahrzehnte als Familienunternehmen in der zweiten Generation. Gegenstand des Unternehmens ist der Großhandel und Fachhandel. Verkauft werden Maschinen, Werkzeuge und Zubehör für die steinbearbeitende Industrie. Auch das Handwerk gehört zum Kundenstamm. Die wichtigsten Kunden stammen aus Europa, den USA und Asien. Zu den umsatzstärksten Segmenten zählen Transporttechnik und Lagertechnik. Auch Diamantwerkzeuge gehören zum Kernsortiment des Unternehmens. Ergänzt wird das Angebot durch Arbeitsschutz, Trenntechnik, Schleiftechnik und Oberflächentechnik. Auch Grabschmuck ist Teil des Portfolios. Der Wareneinkauf erfolgt in Deutschland, Europa, den USA und Asien.








