Creditreform meldet dramatischen Anstieg der Restaurantpleiten

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Die Zahl der Unternehmensschließungen und Insolvenzen in der Gastronomie steigt laut einer Untersuchung der Creditreform Wirtschaftsforschung weiter an. In den Jahren 2024 und 2025 gaben bundesweit rund 24.500 Gaststätten, Restaurants und Lokale auf. Die Zahl der Insolvenzen legte im Jahr 2025 um fast 30% zu. Dieser Anstieg verlief damit deutlich stärker als im gesamtwirtschaftlichen Durchschnitt„Pandemie, Energiekrise und Inflation haben die Gastronomie hart getroffen. Viele Betriebe haben diese Abfolge von Krisen nicht überlebt. Zehntausende Restaurants und Lokale mussten seitdem schließen“, sagt Patrik-Ludwig Hantzsch, Leiter der Creditreform Wirtschaftsforschung. Nach Angaben von Creditreform soll die Absenkung der Umsatzsteuer der Branche zwar Luft verschaffen, für viele Unternehmen komme diese Entlastung jedoch vermutlich zu spät. Gleichzeitig verschiebe sich der Konsum laut Hantzsch immer stärker hin zu Lieferdiensten statt zu klassischen Restaurantbesuchen. Ähnliche Verhaltensänderungen machten nach seiner Einschätzung auch dem stationären Einzelhandel zu schaffen.

Entwicklung der Insolvenzzahlen

Der starke Anstieg der Insolvenzen in den Jahren 2024 um 26,5% und 2025 um 29,6% spiegelt laut der Untersuchung die angespannte Lage wider. Im Jahr 2025 mussten rund 2.900 Betriebe Insolvenz anmelden. Dies entspricht mehr als einer Verdopplung gegenüber dem Jahr 2022 mit 1.394 Fällen. Im Zeitraum von 2020 bis 2025 summierte sich die Zahl der Insolvenzen in der Gastronomie bundesweit auf 11.252. Zu den bekanntesten Fällen der letzten Jahre gehörte laut der Presseinformation die Restaurantkette Sausalitos mit über 1.000 Beschäftigten. Besonders stark stiegen die Insolvenzen zuletzt in den Unterbranchen Restaurants, Gaststätten und Imbissstuben mit einem Plus von 30,5%. Bei Caterern und Verpflegungsdienstleistern betrug der Zuwachs 30,7%. Ein weniger deutlicher Anstieg von 23,9% fiel bei Diskotheken und dem Getränkeausschank an.

Finanzielle Instabilität der Betriebe

Die finanzielle Lage der Branche sieht nach Angaben der Forscher nicht gut aus. So liegen die Eigenkapitalquoten deutlich unter dem gesamtwirtschaftlichen Durchschnitt. Bei 38,7% der Unternehmen beträgt die Quote weniger als 10%. Im Jahr 2022 war laut der Statistik sogar mehr als jedes zweite Unternehmen mit 52,1% eigenkapitalschwach. Rund ein Drittel der Betriebe weist zudem eine negative Gewinnmarge auf. Weitere 30,0% der Unternehmen erzielen laut Creditreform nur geringe Margen von unter 5%. Oft übersteigen die kurzfristigen Verbindlichkeiten die liquiden Mittel. In solchen Fällen besteht nach Angaben von Hantzsch ein erhöhtes Insolvenzrisiko. „Daher dürfte die Zahl der Insolvenzen 2026 nochmals steigen“, so Hantzsch. Besonders kleine, inhabergeführte Betriebe kämpfen laut seiner Warnung angesichts hoher Energie-, Miet- und Lebensmittelkosten ums Überleben. In kleinen Städten und Dörfern dürfte dieser Wandel deutlich sichtbar werden.

Autorenprofil

Als Redakteur der Unternehmeredition berichtet Alexander Görbing regelmäßig über Unternehmen und das Wirtschaftsgeschehen. Zu seinen Schwerpunkten gehören Restrukturierungen, M&A-Prozesse, Finanzierungen und Tech-Start-ups.

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