Welle der Hilfe von Unternehmen wegen Ukraine-Krieg

Der Krieg in der Ukraine hat auch in Deutschland Bestürzung ausgelöst. Zugleich gibt es eine Welle der Hilfsbereitschaft der Bevölkerung – aber auch bei vielen Unternehmen.

Schwarz-Gruppe spendet 10 Mio. EUR

So hat die Schwarz-Gruppe (LIDL, Kaufland) angekündigt, dass sie Geld- und Sachspenden im Wert von 10 Mio. EUR zur Verfügung stellen wird. Mit haltbaren Lebensmitteln, Heimtextilien, Hygieneartikeln und weiteren dringend benötigten Produkten soll schnellstmöglich ein wesentlicher Beitrag zur Versorgung der Flüchtlinge in den grenznahen Gebieten zur Ukraine geleistet werden. „Insbesondere in einer solchen schwierigen Zeit ist es der Unternehmensgruppe wichtig, ihrer Verantwortung als großes Handelsunternehmen gerecht zu werden. Schnelle und unbürokratische Hilfe hat jetzt oberste Priorität“ – heißt es dazu in einer Presseerklärung.

Serafin Gruppe bietet Hilfe an

Die Serafin Unternehmensgruppe möchte zur Unterstützung der ukrainischen Bevölkerung beitragen und hat sich deshalb entschlossen, eine Soforthilfe bereitzustellen. Serafin will mit einer Spende in Höhe von 500.000 EUR die humanitäre Hilfe vor Ort unterstützen und damit gleichzeitig die Solidarität mit der Ukraine zum Ausdruck bringen. Die Soforthilfe soll zur Unterstützung der in Not geratenen Zivilbevölkerung eingesetzt werden. Geplant ist eine Unterstützung mehrerer Organisationen bei der Bereitstellung von Sachspenden und bei Hilfstransporten in die Region.

Henkel liefert Produkte und spendet

Die Henkel AG & Co. KGaA hat ein finanzielles Hilfspaket von mehr als 1 Mio. EUR auf den Weg gebracht. Dieses beinhaltet nach Angaben des Düsseldorfer Unternehmens finanzielle Soforthilfe für betroffene Mitarbeiter, eine Spende an das Internationale Rote Kreuz und die bezahlte Freistellung für freiwillige Henkel-Helfer, die Flüchtlinge oder Hilfsorganisationen an den Grenzen unterstützen. Zunächst beabsichtigt Henkel auch, weiterhin Produkte des täglichen Bedarfs wie Haushalts- und Körperpflegeprodukte in Russland zu liefern. Parallel wurden die Werbung in staatlichen Medien in Russland eingestellt und es wurden alle Sponsoringaktivitäten in Russland beendet.

Liqui Moly organisiert Hilfslieferungen

„Wir organisieren die Lieferung von Hilfsgütern in die Ukraine. Wir kaufen mit den Spendeneinnahmen Verbandmaterial, Medikamente, medizinische Ausrüstung, Nahrungsmittel und vieles mehr, was gerade gebraucht wird“, beschreibt der scheidende Geschäftsführer Ernst Prost der Liqui Moly GmbH sein Vorhaben zur Unterstützung der betroffenen Menschen. Das Projekt sieht vor, dass die gesammelten Hilfsmittel direkt an die Orte geliefert werden, wo sie benötigt werden. Spenden werden unter anderem gesammelt über:  https://www.ernst-prost-stiftung.org/spenden

Würth spendet 1 Mio. EUR und leistet Sachspenden

Mit einer Spende in Höhe von 1 Mio. EUR und Sachspenden hilft die weltweit tätige Würth-Gruppe mit Sitz in Künzelsau den vom Krieg betroffenen Menschen in der Ukraine. Das Unternehmen möchte damit einen Beitrag leisten, um ihnen zur Seite zu stehen und seine Solidarität zum Ausdruck bringen. Zusammen mit Bettina Würth, Vorsitzende des Beirats der Würth-Gruppe, sowie den Führungsgremien der Würth-Gruppe wurde beschlossen, eine Million Euro zur schnellen Hilfe zur Verfügung zu stellen. Zudem sammelt das Unternehmen Sachspenden. In der Ukraine beschäftigt der Konzern 118 Mitarbeiterinnen und Mitarbeiter.

ÖPNV-Unternehmen bieten Unterstützung

Zahlreiche ÖPNV-Anbieter in Deutschland haben angekündigt, dass sie Menschen, die aus der Ukraine geflüchtet sind, kostenlose Fahrten in Bus und Bahn ermöglichen. Das gilt auch für die Deutsche Bundesbahn. Zudem bieten auch verschiedenen Mobilfunkanbieter den geflüchteten kostenlose SIM-Karten an, um mit ihren Verwandten in Verbindung bleiben zu können.

Autobauer Stellantis will 1 Mio. EUR spenden

Der Autobauer Stellantis (Marken u.a. Alfa Romeo, Citroën, Fiat, Jeep, Opel, Peugeot) kündigte an, dass er über seine Stiftung 1 Mio. EUR für humanitäre Hilfe bereitstellt. Damit sollen ukrainischen Flüchtlinge und Bürger unterstützt werden, die durch die Krise vertrieben wurden. In enger Zusammenarbeit mit örtlichen Vertretern werde sich Stellantis auf lokale Organisationen stützen, um Flüchtlingen und Zivilisten in der Ukraine durch die Nutzung dieser Mittel zu helfen.

DIHK sammelt Angebote ein

Der Deutsche Industrie- und Handelskammertag (DIHK) hält auf seiner Webseite eine aktuelle Übersicht mit den am dringendsten benötigen Hilfsgütern für die Ukraine bereit. „Über unser AHK-Netzwerk gerade aus den direkten Nachbarländern der Ukraine wie Polen, Tschechien und Slowakei erfahren wir schnell, was am dringendsten gebraucht wird“, sagt DIHK-Präsident Peter Adrian. Als Erstkontakt bieten sich vor Ort die IHK-Flüchtlingskoordinatoren an, die aus den vergangenen Jahren viele Erfahrungen im Zusammenhang mit der Aufnahme von Geflüchteten haben – häufig in enger Kooperation mit den Handwerkskammern, die über vergleichbare Strukturen vor Ort verfügen. Den Kontakt zu den IHK-Flüchtlingskoordinatoren sowie weitere Ansprechpartner zum Thema vermittelt der DIHK unter der E-Mail-Adresse flucht@dihk.de.

Job-Initiative für geflüchtete Menschen aus der Ukraine

Die Initiative Händler helfen Händlern unter der Federführung von Unternehmer Marcus Diekmann startet mit www.jobaidukraine.com eine kostenfreie Job-Plattform, um geflüchteten Menschen aus der Ukraine eine schnelle Perspektive in Deutschland zu bieten. „Es fehlen in Deutschland über eine Million Arbeitskräfte in Pflege, Landwirtschaft, Gastronomie und auch in der Digitalwirtschaft. Zeitgleich gelingt eine Integration von Flüchtenden nur dann, wenn wir den Menschen Jobs besorgen“, erklärt Marcus Diekmann, Geschäftsführer IB Company bei Peek & Cloppenburg sowie Gesellschafter bei Rose Bikes, einer der Initiatoren, der dieses Projekt zusammen mit Christian Weis, Geschäftsführer bei Business-On, angeschoben hat. Die Homepage ist zweisprachig aufgebaut. Alle Informationen sind sowohl in englischer, als auch ukrainischer Sprache zu finden. Jobsuchende können sich die bereits vorhandenen Stellenangebote anschauen, Firmen können kostenfrei Stellen inserieren. Seit dem Wochenende sind bereits über 1.200 Jobangebote online, unter anderem von BabyOne, Eismann und Bergfreunde. Weitere Unternehmen wie Douglas und SAP haben angekündigt, zeitnah Angebote einzustellen. „Die Plattform ist branchenübergreifend, alle Unternehmen, Händler, Hersteller, Gastronomen, landwirtschaftliche Betriebe, Pflege-Unternehmen etc. können auf unserer Plattform kostenlos Jobs einstellen und Menschen aus der Ukraine diese dort finden“, so Marcus Diekmann weiter.

Autorenprofil

Als Redakteur der Unternehmeredition berichtet Alexander Görbing regelmäßig über Unternehmen und das Wirtschaftsgeschehen. Zu seinen Schwerpunkten gehören dabei Restrukturierungen, M&A-Prozesse, Finanzierungen sowie Tech-Startups.

Vorheriger ArtikelWachstumsmotor Personal
Nächster ArtikelGlobal Private Equity Report 2022: Branche bricht alle Rekorde