Al Ghurair Group übernimmt den Folienhersteller Treofan. Der operative Geschäftsbetrieb am Standort Neunkirchen firmiert künftig unter dem Namen Polyopt GmbH. Nach Angaben der Beteiligten ist die Transaktion rund fünf Monate nach Beginn des Insolvenzverfahrens abgeschlossen. Laut der Mitteilung bleiben der Standort sowie rund 290 Arbeitsplätze dauerhaft erhalten. Die kartellrechtlichen Genehmigungen liegen für den Vollzug des Kaufs bereits vor. Mit diesem Schritt endet das Insolvenzverfahren in Eigenverwaltung offiziell.
Einstieg eines strategischen Investors
Hinter der neuen Gesellschaft steht die familiengeführte Al Ghurair Group mit Sitz in Dubai. Nach Angaben des Unternehmens erweitert der Investor damit seine weltweiten Aktivitäten im Bereich Kunststoff. Innerhalb des Konzerns ist bereits der Hersteller Taghleef Industries für Polypropylen-Folien aktiv. Die Polyopt GmbH und das neue Schwesterunternehmen sollen künftig operativ als Partner agieren. Am Standort Neunkirchen erfolgt weiterhin die Entwicklung und Produktion von speziellen Kondensatorfolien. Auch die Fertigung flexibler Verpackungsfolien bleibt laut dem Erwerber vollumfänglich bestehen. Über die Höhe des Kaufpreises wurde laut den beteiligten Vertragsparteien Stillschweigen vereinbart.
Stabilisierung in der Eigenverwaltung
Treofan hatte am 4. September 2025 ein Insolvenzverfahren in Eigenverwaltung beantragt. Das Unternehmen stabilisierte den Geschäftsbetrieb während dieser Phase erfolgreich und ohne Unterbrechung. Dr. Anna Katharina Wilke von der Sanierungskanzlei Flöther & Wissing begleitete den Prozess als Generalbevollmächtigte. „Mit dem Vollzug der Übernahme lässt der Standort in Neunkirchen das Kapitel Insolvenz hinter sich“, erklärte Wilke. Laut der Sanierungsexpertin kann das Unternehmen nun wieder positiv in die Zukunft blicken. Sie betonte zudem ausdrücklich das Engagement der Belegschaft und des Betriebsrats. Auch die Unterstützung durch treue Kunden und Lieferanten war laut Wilke entscheidend. Aus einer schwierigen Situation heraus haben sich alle Beteiligten in den letzten Monaten zusammengerauft.
Abschluss des Verkaufsprozesses
Der Sachwalter Dr. Sebastian Mohrs von der Kanzlei Abel und Kollegen überwachte das Verfahren. Gemeinsam mit Lukas Eisenhuth begleitete er den strukturierten M&A-Prozess im Interesse der Gläubiger. „Nach einem transparenten Verkaufsprozess hat der Standort mit der Übernahme durch einen strategischen Investor jetzt gute Aussichten“, ergänzte Mohrs. Die Gläubiger können laut der Einschätzung des Sachwalters mit dieser Lösung zufrieden sein. Beratend stand die KPMG AG Wirtschaftsprüfungsgesellschaft dem Team der Eigenverwaltung zur Seite. Ein Team um Michael Königer und Dominik Ziems begleitete den Prozess als Financial Advisor. Christoph Köllmer und Konrad Herholz unterstützten zudem bei den Unternehmens- und Liquiditätsplanungen.
Die rechtliche Gestaltung der Verträge übernahm die Kanzlei Grub Brugger Rechtsanwälte. Das Team beriet umfassend in den Bereichen M&A sowie im IP- und Immobilienrecht. Der bisherige Gesellschafter Jindal Films wurde durch die Kanzlei DLA Piper vertreten. Nach Angaben der Kanzlei erfolgte Beratung durch Dr. Dietmar Schulz. Der Standort Neunkirchen fungiert nun als rechtlich eigenständige Einheit. Die strategische Neuausrichtung unter dem Dach der neuen Muttergesellschaft soll die Wettbewerbsfähigkeit sichern. Laut Beteiligten bietet dies nun beste Chancen für alle.





