Die Demmel Gruppe übernimmt den Geschäftsbetrieb der insolventen GWSPA Produktion GmbH in Wasserburg am Inn. Das bayerische Unternehmen firmiert künftig unter dem neuen Namen Demmel GronTec GmbH. Die operative Geschäftsführung verbleibt bei dem bisherigen Geschäftsführer Gerald Seidinger. Der Verkauf steht noch unter dem Vorbehalt branchenüblicher Bedingungen. Deren Eintritt wird in den kommenden Tagen erwartet. Laut der Kanzlei Anchor bleibt der Produktionsstandort in Wasserburg am Inn dauerhaft erhalten. Im Zuge der Übernahme wechseln 107 Mitarbeitende zu der neuen Gesellschaft. Eine Anpassung der Personalstruktur war jedoch unumgänglich. Daher wechseln 43 Mitarbeitende in eine Transfergesellschaft. Dort können sie bis zu sechs Monate beschäftigt werden. Sie erhalten in dieser Zeit Unterstützung bei der Suche nach neuen Arbeitsplätzen. Die österreichischen Tochtergesellschaften der GWSPA Produktion GmbH, ehemals Wilhelm Gronbach GmbH, wurden bereits zuvor veräußert.
Insolvenz in der Eigenverwaltung
Strategische Diversifizierung
Die Demmel Gruppe ist ein Familienunternehmen mit Hauptsitz im Westallgäu. Die Gruppe erwirtschaftet weltweit einen Umsatz von 240 Mio. EUR. Die Unternehmensgruppe beschäftigt rund 1.200 Mitarbeitende an Standorten im In- und Ausland. Der Investor bringt eigene Aufträge an den Standort in Wasserburg ein. Dadurch kann die Auslastung der Produktion dort signifikant gesteigert werden. „Durch die Übernahme und die Weiterführung als Demmel GronTec GmbH stärken wir unsere strategische Diversifizierung in den Non-Automotive-Sektor gezielt“, erklärt Sabrina Hirniak, CFO der Demmel Gruppe. Das hohe technische Know-how am Standort ermöglicht die Erschließung neuer Geschäftsbereiche. Der Sachwalter Volker Böhm von der Kanzlei Schultze & Braun begrüßt die gefundene Lösung. Die Übernahme sorgt für den Erhalt zahlreicher Arbeitsplätze. Sie stellt nach Angaben des Sachwalters auch ein sehr gutes Ergebnis für alle Gläubiger dar.
Fundament für den Neuanfang

Der Verkaufsprozess wurde von der PLUTA Management GmbH unter Leitung von Ludwig Stern gesteuert. Die rechtliche Beratung übernahm ein Team der Kanzlei Taylor Wessing. Die betriebswirtschaftliche Begleitung erfolgte durch die Unternehmensberatung allea consult. Die Sanierungsexperten stabilisierten den operativen Betrieb sehr schnell. Dies ermöglichte eine maßgeschneiderte Lösung im Rahmen des strukturierten Investorenprozesses. Die Belegschaft trug durch ihren Einsatz maßgeblich zu dem Sanierungserfolg bei. „Dass wir auch dank unserer Mitarbeiter den Geschäftsbetrieb über den gesamten Zeitraum hinweg ohne Einschränkungen aufrechterhalten konnten, war das Fundament für diesen erfolgreichen Verkauf“, betont Gerald Seidinger. Das Unternehmen blickt nun zuversichtlich in die Zukunft. Die neuen Aufträge des Partners bieten eine gute Basis für den Neustart. Kunden und Lieferanten hielten dem Unternehmen in der anspruchsvollen Phase stets die Treue.
Die GWSPA Produktion GmbH wurde im Jahr 1964 von Wilhelm Gronbach gegründet. Das Unternehmen hat sich als internationaler Anbieter fest etabliert. Die Schwerpunkte liegen in der Metall- und Kunststoffverarbeitung sowie der Lüftungstechnik. Auch die Oberflächenveredelung und die Kinematik gehören zu den Spezialgebieten. Die Demmel Gruppe startete ihre über 130-jährige Geschichte als Schilderfabrik. Heute fertigt die Gruppe Zierteile, dekorative Oberflächen und Bediensysteme. Auch Elektronik und Systeme zur mobilen Energieversorgung zählen zum Portfolio. Die Produktion erfolgt an fünf Standorten in Deutschland sowie im Ausland. Zu den internationalen Standorten gehören die Schweiz, Italien, China, Singapur und die USA. Zu den Kunden der Demmel Gruppe zählen vor allem der Maschinenbau und die Automobilindustrie.
Zusammenarbeit der Experten
Das Insolvenzverfahren in Eigenverwaltung erforderte eine enge Zusammenarbeit mehrerer Beratungsunternehmen. Die Kanzlei Anchor gehört zu den großen Restrukturierungseinheiten in Deutschland. Das Team von Anchor begleitete das Eigenverwaltungsverfahren der GWSPA Produktion GmbH operativ. Neben Markus Fauser und Johannes Chrocziel waren daran auch David Blum und Alina Wallentin beteiligt. Die Kanzlei Schultze & Braun unterstützte das Verfahren in der Rolle des Sachwalters. Die Kanzlei ist auf Insolvenzverwaltung und Beratung im Sanierungsrecht spezialisiert. Die betriebswirtschaftliche Beratung durch allea consult wurde von Lars Steinhagen und Bernd Grupp verantwortet. Sie wurden bei dem Projekt von Justin Weiland und Jan Zell unterstützt.









