DBAG übernimmt Minderheit an Wehrtechnik-Firma

Die Deutsche Beteiligungs AG erwirbt eine signifikante Minderheitsbeteiligung an der Vected GmbH. Das Beteiligungsunternehmen vollzieht damit die achte Transaktion im laufenden Jahr. Die Investition ist Teil der Strategie für langfristige Beteiligungen. Die finanziellen Mittel für diesen Unternehmenskauf stammen direkt aus der eigenen Bilanz. Über den genauen Kaufpreis haben die Parteien ein Stillschweigen vereinbart. Die üblichen behördlichen Freigaben für diese Transaktion stehen jedoch noch aus.

Der Gründer und bisherige Geschäftsführer Wolfgang Schöberl führt das operative Geschäft weiter. „Die Nachfrage nach unseren Produkten ist hoch“, sagt Schöberl zur Situation. „Wir bereiten das Unternehmen auf weiteres Wachstum vor.“ Die Führungsebene möchte die Gesellschaft laut Schöberl nun weiter professionalisieren. Gemeinsam mit der DBAG will das Unternehmen die Produktionskapazitäten ausbauen und erweitern. Laut der Beteiligungsgesellschaft steht ein personeller Ausbau im Mittelpunkt. Bis zum Jahr 2030 soll das Team des Unternehmens nachhaltig wachsen. Gleichzeitig plant der Hersteller den stetigen Ausbau der eigenen Produktpalette. Das Unternehmen möchte dadurch lukrative und neue Marktpotenziale in Europa erschließen.

Spezialist für moderne Wärmebildtechnik

Die Firma aus dem Bereich der Optronik wurde im Jahr 2012 gegründet. Der Kern des operativen Geschäfts umfasst die Entwicklung von Wärmebildgeräten. Der Hersteller integriert diese optischen Komponenten in einsatzfertige Endprodukte. Zu den Lösungen zählen tragbare Geräte sowie Systeme für Fahrzeuge. Auch für fliegende Drohnen entwickelt der Hersteller hochpräzise optische Systeme. Das Unternehmen verwendet künstliche Intelligenz für eine exakte Objekterkennung. Zudem kommt eine selbst entwickelte Software für die digitale Bildverarbeitung zum Einsatz. Die Produkte eignen sich für kritische militärische Einsätze. Sie können nach Angaben des Unternehmens jedoch auch für zivile Zwecke dienen.

Hohe Nachfrage bei staatlichen Behörden

Der europäische Markt für ungekühlte Wärmebildgeräte umfasst rund 1.100 Mio. EUR. Branchenexperten erwarten bis zum Jahr 2030 ein Marktwachstum von beachtlichen 12 %. Bei speziellen Systemen für Fahrzeuge fallen diese Erwartungen noch deutlich höher aus. Die europäischen Verteidigungsbudgets verzeichnen seit dem Jahr 2022 einen stetigen Anstieg. Optronische Speziallösungen gewinnen im Bereich der staatlichen Beschaffung zunehmend an Relevanz. Die Wärmebildtechnologien gewährleisten eine gute Sichtbarkeit unter anspruchsvollen klimatischen Bedingungen. Laut der finanzierenden Beteiligungsgesellschaft decken in Europa nur sehr wenige Unternehmen diesen Bereich ab.

Der spezialisierte Hersteller fertigt elektronische Module und optische Geräte ausschließlich in Deutschland. Das mittelständische Unternehmen entspricht damit den strengen Anforderungen von europäischen Beschaffungsstellen. Diese staatlichen Behörden verlangen in der heutigen Zeit zunehmend nach lokalen Lieferketten. Das Unternehmen profitiert laut eigenen Angaben stark von sehr hohen Markteintrittsbarrieren. Auch das erfolgreich aufgebaute Fachwissen der Belegschaft ist ein großer strategischer Vorteil.

Technologischer Vorsprung im Rüstungssektor

„Wärmebildtechnik war viele Jahre lang ein absolutes Nischenthema“, sagt Jannick Hunecke. Er ist Mitglied des Vorstands bei dem großen Frankfurter Beteiligungsunternehmen. Hunecke sieht nun eine starke Veränderung auf dem Markt. „Heute ist sie eine hochrelevante Komponente in der Beschaffung.“ Das neue Portfolio-Unternehmen gehört laut Hunecke zu wenigen europäischen Marktteilnehmern. Diese Firmen beherrschen den gesamten Prozess von der Sensorik bis zur Hardware. „Und das mit einer Lieferkette, die weder von US-Exportgenehmigungen noch Komponenten außerhalb Europas abhängig ist“, ergänzt Hunecke. Das sei ein starker technologischer Vorsprung im Wettbewerb. Dieser Vorsprung lasse sich von Konkurrenten in der Praxis nur schwer kopieren.

Kursrückgang der Aktie im Monatsverlauf

Die Aktie der Beteiligungsgesellschaft notiert derzeit bei einem Wert von 19,56 EUR. Im Verlauf des vergangenen Monats verzeichnete das Wertpapier einen sehr spürbaren Rückgang. Ende August lag der Kurs noch bei einem höheren Niveau von 21,00 EUR. Seitdem gab der Wert an der Börse fast ununterbrochen nach. Der aktuelle Stand am Finanzmarkt entspricht einem Verlust von rund 6,86 %. Die Marktkapitalisierung des Unternehmens liegt derzeit bei einem Betrag von etwa 370 Mio. EUR. Die Spanne der vergangenen 52 Wochen reichte von 19,14 EUR bis zu 26,35 EUR.

Autorenprofil

Als Redakteur der Unternehmeredition berichtet Alexander Görbing regelmäßig über Unternehmen und das Wirtschaftsgeschehen. Zu seinen Schwerpunkten gehören Restrukturierungen, Insolvenzen, M&A-Prozesse, Finanzierungen und Unternehmensnachfolgen.

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