Cutting Company übernimmt insolvente Angerer-Betriebe

Die Zahl der Insolvenzen in Deutschland steigt regional unterschiedlich stark an. Berlin verzeichnet bundesweit die höchste Quote.
Foto: © CrazyCloud_AdobeStock

Die Cutting Company GmbH übernimmt zwei spezialisierte Handwerksbetriebe aus Garmisch-Partenkirchen. Dazu gehört die Angerer Gesellschaft mit beschränkter Haftung Sägen und Bohren in Stahlbeton & Co. Betriebs KG. Zudem erwirbt das Unternehmen die Angerer Gesellschaft mit beschränkter Haftung Sägen und Bohren in Stahlbeton. Nach Angaben der Kanzlei Anchor Rechtsanwälte stimmten die Gläubigerversammlungen dem Verkauf bereits vollumfänglich zu. Die beiden Insolvenzverwalter Dr. Robert Hänel und Michael Verken schlossen die Sanierung ab.

Geschäftsbetrieb durchgehend gesichert

Die beiden Angerer-Betriebe arbeiteten seit Ende März 2026 ohne jede Unterbrechung weiter. Auch nach der Eröffnung der Insolvenzverfahren am 1. Juni 2026 lief der Betrieb stabil. Laufende Aufträge wurden weiterbearbeitet und die Kundenbeziehungen blieben stabil erhalten. Alle 14 Arbeitsverhältnisse der Betriebe gehen nun vollständig auf die Erwerberin über. „Mit der Cutting Company haben wir einen branchenerfahrenen Erwerber gefunden“, erklärt Dr. Robert Hänel. Dieser könne den Kunden sowie den Beschäftigten eine verlässliche Perspektive bieten. „Dass der Betrieb aufrechterhalten werden konnte, war eine wesentliche Voraussetzung für diese Lösung.“

Für die Investorensuche beauftragten die Insolvenzverwalter die Beratungsgesellschaft Raab & Kollegen GbR. Die strukturierte Suche leiteten Peter Raab und Tobias Raab federführend. Die Berater sprachen im Verfahren insgesamt rund 86 potenzielle Interessenten gezielt an. Nach Prüfung der Angebote und Verhandlungen mit den letzten Bietern erhielt die Cutting Company den Zuschlag. Die Erwerberin führt Projekte im süddeutschen Raum sowie in Tirol und im Salzburger Land aus. Zum Leistungsspektrum gehören Kernbohrungen, Betonschneiden, Seilsägen, Fugenschneiden sowie Abbruch- und Demontagearbeiten. Das Unternehmen verfügt über langjährige Erfahrung im Bereich der Diamantdienstleistungen und Betonbearbeitung. Die Käuferin bietet gute Voraussetzungen für die Fortführung.

Perspektiven für Kunden und Belegschaft

„Mit der Veräußerung konnten die Strukturen erhalten werden“, erläutert Insolvenzverwalter Michael Verken. Die Interessen der Gläubiger seien dabei bestmöglich berücksichtigt worden. Verken dankte den Beschäftigten, Kunden und Partnern für die Unterstützung während des Verfahrens. Die Geschäftsführer Johannes Heuwieser und Horatiu Surdu leiten die Cutting Company GmbH. „Die Angerer-Betriebe verfügen über erfahrene Beschäftigte und gewachsenes Know-how in der Betonbearbeitung.“ Die Käuferin wolle die Kundenbeziehungen gemeinsam mit dem übernommenen Team weiterentwickeln. Rechtsanwalt Gregorio Calocero und Wirtschaftsjuristin Deborah Walther begleiteten die Sanierung für Anchor Rechtsanwälte.

vier Jahrzehnte regionale Handwerksgeschichte

Die Wurzeln der Betriebe reichen bis in das Jahr 1981 zurück. Die Brüder Xaver Angerer und Anton Angerer gründeten damals das Handwerksunternehmen. Der Schwerpunkt lag seither auf Betonsägearbeiten und Kernbohrungen mit Diamantwerkzeugen. Die Betriebe arbeiteten für Auftraggeber in ganz Deutschland und Österreich. Laut Anchor Rechtsanwälte führten erhebliche Umsatzrückgänge zu finanziellen Engpässen. Zudem belasteten Finanzierungen und gruppeninterne Verflechtungen die Liquidität der Gesellschaften schwer. Am 23. März 2026 stellten die Unternehmen daher Insolvenzanträge beim zuständigen Amtsgericht. Durch die übertragende Sanierung bleibt der Geschäftsbetrieb dauerhaft erfolgreich gesichert.

Autorenprofil

Als Redakteur der Unternehmeredition berichtet Alexander Görbing regelmäßig über Unternehmen und das Wirtschaftsgeschehen. Zu seinen Schwerpunkten gehören Restrukturierungen, Insolvenzen, M&A-Prozesse, Finanzierungen und Unternehmensnachfolgen.

Vorheriger ArtikelInsolvenzen sind Strukturwandel statt Krise