Tagebau für Steinkohle: China fragt mehr nach, die USA produzieren mehr.
Tagebau für Steinkohle: Die Nachfrage aus China steigt und somit auch der Angebotspreis.

Die Entwicklung der globalen Wirtschaft wird unberechenbarer durch neue Krisen, überraschende Wahlausgänge und einschneidende Innovationen. Bei der Geldanlage ist deshalb ein differenzierter Blick immer wichtiger.

Das vergangene Jahr war geradezu gespickt mit Überraschungen. Die Börsen zeigten sich dagegen vergleichsweise robust beziehungsweise setzten ihren Höhenflug fort. Auch 2017 könnten einige politische Weichen mit den Wahlen für das oberste Amt im Staat in Frankreich und Deutschland neu gestellt werden. Die Erfahrungen aus dem vergangenen Jahr lassen vermuten, dass die Finanzplätze, gerade in Deutschland, ihren Optimismus beibehalten. Neben dem globalen Trend gibt es allerdings Nischen, die jede für sich betrachtet werden sollte und von singulären Faktoren abhängig ist.


Rohöl: Die USA sind am Zug

Beim Öl herrscht derzeit ein Überangebot. Experten gehen von einem Preisverfall um die 20 Prozent in den kommenden Monaten aus. Doch ist der Ölpreis seit jeher durch marktverzerrende Ereignisse wie Rohstoffkriege, Kartelle oder Sanktionen beeinflusst. Daneben gibt es eine große Unbekannte in der Rechnung: Wie stark wird die US-Regierung künftig die inländische Ölförderung ankurbeln und damit das Angebot weiter erhöhen?

Die Renaissance der Kohle

Eigentlich war Kohle als Klimakiller schon abgeschrieben. Doch seit vergangenem Jahr zieht die Nachfrage und damit der Angebotspreis wieder deutlich an. Hinter der neuen Begehrlichkeit steckt Analysten zufolge China, das zwar immer stärker auf Umweltschutz setzt, gleichzeitig aber hochwertige Steinkohle zur Stahlerzeugung benötigt. Die jüngste Entscheidung Donald Trumps, alte Kohlezechen zu erweitern und den Abbau zu fördern, verstärkt die Trendwende zusätzlich.

Silber volatiler als Gold

Sicherer Hafen in Gold und Silber

Edelmetalle sind und bleiben eine wichtige Geldanlage. Auch hier werden die Marktbewegungen in den vergangenen Jahren immer deutlicher durch das politische Umfeld beeinflusst. Die Niedrigzinspolitik der Europäischen Zentralbank sowie steigende Inflationserwartungen machen gerade Gold mehr denn je zur Krisenwährung. Die massive physische Nachfrage, zum Beispiel aus China oder künftig aus den arabischen Ländern, sollte die Preise weiter signifikant erhöhen. Der Wert von Silber, das vor allem als Industriemetall nachgefragt wird, orientiert sich traditionell am gelben Bruder. Allerdings sind die Ausschläge noch wesentlich größer und führen derzeit zu einem enormen Kurspotenzial.

Stoffe, aus denen das E-Zeitalter gemacht wird

Die Vorgaben der Klimaziele sowie verkehrspolitische Entscheidungen verhelfen vor allem zwei Industriemetallen zu einem Boom: Kupfer und Lithium. Doch muss man zwischen den beiden unterscheiden. Bei Kupfer kann die aktuelle Nachfrage gerade bedient werden. Allerdings sind beim Angebot keine großen Sprünge möglich, da entsprechende Minen fehlen. Dabei ist die Massenproduktion von Elektroautos noch gar nicht richtig angelaufen. Perspektivisch sollte sich Kupfer damit deutlich verteuern. Anders sieht es da bei Lithium aus, das vor allem in Batterien vorkommt. Auch hier kann die Nachfrage, vor allem aus China, in den kommenden Jahren exponentiell ansteigen. Allerdings gilt Lithium nicht als knapper Rohstoff, weshalb die Preise stabil bleiben sollten.