Familienunternehmen sind an der Börse langfristig erfolgreich. Diese Meinung vertritt Volker Riehm. Er verantwortet den Unternehmerfonds von Hauck & Aufhäuser seit mehr als einem Jahrzehnt.

Unternehmeredition: Sie investieren mit Ihrem Fonds ausschließlich in westeuropäische Familienunternehmen, warum?

Fondsmanager Volker Riehm: Er setzt auf westeuropäische Familienunternehmen

Riehm: Weil deren Chancen-Risiko-Profil nachhaltig gut ist. Das liegt daran, dass es Anlegern möglich ist, in Personen zu investieren, die Entscheider und zugleich Nutznießer ihrer Strategie sind. Daraus resultiert eine ganze Reihe von Vorteilen, insbesondere die langfristige Ausrichtung. Die wenigsten Unternehmen schieben einen Bauchladen vor sich her. Sie konzentrieren sich auf das, was sie gut können. Ihr Wissen setzen sie auch gerne weltweit ein. Meist haben sie zudem ein hohes Eigenkapital. Das hilft in Abschwüngen.

Viele inhabergeführte Unternehmen haben überhaupt kein Interesse an die Börse zu gehen. Das beschränkt Ihr Anlageuniversum.

Leider ist das so. Viele Nischenplayer wollen nicht an die Börse, weil sie sich weder von Finanzinstituten noch von Analysten oder Portfoliomanagern reinreden lassen wollen.

Die Bewertung der Unternehmen ist mittlerweile recht hoch. Was erwarten Sie für die Zukunft?

Man rechtfertigt das Niveau momentan vor allem mit den niedrigen Zinsen. In den USA sieht es allerdings so aus, als ob es einen Zinsdreh gibt. In Europa wird die expansive Geldpolitik wohl weitergeführt.

Was erwarten Sie von den Märkten im kommenden Jahr?

Vor allem ein stärkeres Wachstum in den USA durch den Trump-Effekt. Es dürften Unternehmen profitieren, die einen Fokus auf Nordamerika legen. Deswegen haben wir aktuell den Versandhändler Takkt aufgenommen. In der übrigen Welt dürfte das Wachstum etwas schwächer ausfallen.

Wie wählen Sie die Titel aus?

Wir haben rund 110 Unternehmen, die in unserem näheren Anlageuniversum liegen. Für sie haben wir Preise ausgerechnet, die wir angesichts der Gewinnperspektiven für fair halten. Gibt es Differenzen und stimmen die Perspektiven, sind dies Kaufgelegenheiten. Wir wetten allerdings nicht auf Quartalsberichte.

Wie hoch ist denn der Anteil deutscher Unternehmen in Ihrem Fonds?

Momentan liegt er bei rund 40 Prozent. Das war schon mal weniger. Weder bei den Ländern noch bei den Branchen haben wir Obergrenzen. Wir konzentrieren uns auf die Stärke einzelner Unternehmen und verfolgen keine kurzfristigen Trends.