Industrie 4.0 erkennen und nutzen

Industrie 4.0 braucht Innovationen. (© fotolia/fotohansel)
Vernetzte Produktion: Industrie 4.0 braucht Innovationen.

Man mag zu dem Begriff „Industrie 4.0“ stehen, wie man will: Unabhängig von ihm gilt, dass die Digitalisierung der Industrie in den nächsten fünf bis zehn Jahren zu einem tiefgreifenden Wandel führen wird. Unternehmen sollten die Zeit nutzen, um individuelle Chancen herauszuarbeiten. 

Aus Sicht eines produzierenden Unternehmens kann sich die Digitalisierung der Industrie in zwei unterschiedlichen Gestaltungsfeldern niederschlagen. Einerseits natürlich in der Produktion, auf die sich ja grundsätzlich das Augenmerk der Industrie 4.0 richtet. Andererseits werden auch die Produkte und Leistungen eines Unternehmens zunehmend mit digitalen Technologien durchsetzt, wodurch dem Kunden ein höherer Nutzen geboten werden kann.

Zwei Seiten der Industrie 4.0

Das Geschäftsmodell eines Unternehmens, also die Festlegung dessen, was welchem Kunden geboten wird, wie diese Leistung erbracht und wie damit Geld verdient wird, lässt sich in die beiden Bereiche Back end (Produktion/Kosten) und Front end (Produkte/Umsatz) unterteilen. Dies entspricht genau den unternehmerischen Gestaltungsfeldern der Industrie 4.0, die als Ausgangspunkt für die Umsetzung zu beleuchten sind:

  1. Back end: Die Durchdringung der internen Prozesse mit IT und die Vernetzung der Daten senken die Kosten bei einer gleichzeitigen Steigerung der Flexibilität. Unterdessen resultiert aus der zunehmenden Serviceorientierung der Industrie noch viel stärker als bisher die Möglichkeit, nicht mehr alle notwendigen Leistungen im Back end selbst erbringen zu müssen. Um Ansatzpunkte für eine Veränderung zu finden, können beispielsweise folgende Fragen hilfreich sein:
    1. Welche Partnerschaften werden gebraucht oder bieten sich an, um das geplante Wertangebot zu erstellen?
    2. Bieten sich disruptive Technologien zur kundenintegrierten Fertigung an?
    3. Stehen relevante Fertigungsparameter in Echtzeit zur Verfügung?
    4. Wie fließen die Betriebsdaten der Produkte in deren Weiterentwicklung ein?
    5. Kann die Kostenstruktur durch die Digitalisierung von Produktfunktionen verändert werden?

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