Sicher übergeben

Hoher Geldbedarf: beim Unternehmenskauf hört die Finanzierung nicht auf.
Hoher Geldbedarf: beim Unternehmenskauf hört die Finanzierung nicht auf.

Noch nie standen so viele Unternehmen vor der Übergabe an die nächste Generation wie heute. Führende deutsche Wirtschaftsverbände sehen die Gestaltung der Unternehmensnachfolge als die zentrale Herausforderung für einen zukunfts- und wettbewerbsfähigen Mittelstand an. Die Finanzierung bleibt weiterhin die größte Hürde bei der Betriebsübernahme.

Fast jeder zweite potenzielle Übernehmer hat Schwierigkeiten, die Unternehmensnachfolge finanziell zu stemmen. Ein neuer Gesellschafter im Rahmen der Unternehmensnachfolge – sei es von extern oder aus der eigenen Familie – stellt für das Unternehmen zunächst eine große Zäsur dar. Banken und andere Finanzierer, Lieferanten, Kunden, Mitarbeiter – sie alle stellen den neuen geschäftsführenden Gesellschafter erst einmal auf den Prüfstand. Finanziell bedeutet das nicht selten, dass die Banken zusätzliche Sicherheiten verlangen, Mitarbeiter das Unternehmen verlassen und abgefunden werden müssen und im schlimmsten Fall Kunden wegbrechen oder Lieferanten Konditionen neu verhandeln wollen. Dazu kommen die Ablösung von Altverträgen, Risikovorsorge, Abwicklungskosten etc.

Größte Hürde: die Finanzierung

Mit der Finanzierung der Gesellschaftsübernahme ist der Käufer meist ausreichend belastet, hat Sicherheiten vergeben und Darlehen aufgenommen. Für den Kapitalbedarf für anstehende Investitionen und Erweiterungen, typische Finanzierungsherausforderungen bei der Nachfolge, ist dann meist kein Spielraum mehr. Was viele oft nicht im Blick haben: produzierende Unternehmen wie etwa aus dem Maschinenbau haben mit ihren Maschinenparks und Anlagen meist „stille Schätze“ im Unternehmen, die sich gut für das Generieren neuer Liquidität eignen. Wie das geht, lässt sich am besten an einem Beispiel verdeutlichen:

Ein Maschinen- und Metallbauunternehmen aus dem Emsland beschäftigt 35 Mitarbeiter. Das Unternehmen läuft gut, der Firmeninhaber, der die Firma Anfang der 80er-Jahre als selbstständiger Maschinenbaumeister mit damals Ende 20 gegründet hatte, ist stolz auf sein Lebenswerk. Jetzt mit Mitte 60 will er sich zur Ruhe setzen und das Unternehmen an einen Nachfolger übergeben. Da sein Sohn andere Pläne hat und als Nachfolger nicht infrage kommt, beginnt er frühzeitig mit der Suche nach einem geeigneten externen geschäftsführenden Gesellschafter, der das Unternehmen übernimmt und weiterführt. Der Nachfolger – ein junger, dynamischer Unternehmer aus der Region – schöpft mit dem Kauf bereits seine finanziellen Möglichkeiten so weit aus, dass für Investitionen keine weiteren finanziellen Mittel vorhanden sind. Der neue Gesellschafter möchte sowohl maschinelle Ersatz- als auch Erweiterungsinvestitionen durchführen und die räumlichen Kapazitäten erhöhen. Dafür benötigt er kurzfristig zusätzliche Liquidität. Sein Finanzberater empfiehlt ihm, diese mithilfe einer Sale-&-Lease-Back-Finanzierung zu generieren. Dazu prüft eine spezialisierte Leasinggesellschaft, ob sich das mobile Anlagevermögen bestehend aus Maschinen, technischen Anlagen, Peripherien und technischem Zubehör für eine Sale-&-Lease-Back-Finanzierung eignet.

Die Bewertung erfolgt auf Zeitwertbasis. Der Zeitwert ist der Wert, den ein Investor für die Maschinen abzüglich Abbau, Abtransport, Wiederaufbau und Ingangsetzungsaufwendungen zu zahlen bereit ist. Im Falle unseres Beispiels beträgt der Wert 1,4 Mio. Euro und ist damit ungefähr auf der Höhe der geplanten maschinellen Investitionen. Der junge Unternehmer entscheidet sich für die Transaktion.