Einkauf als Renditehebel: Nach einem M&A-Prozess kann hier angesetzt werden.
Einkauf als Renditehebel: Nach einem M&A-Prozess kann hier angesetzt werden.

War der Einkauf vor einigen Jahren noch das Mauerblümchen im Unternehmen, erkennen Vorstände und Geschäftsführer heute verstärkt sein Potenzial als Werttreiber und Renditehebel. Das gilt auch für die M&A- und Private-Equity-Branche, wenn nach einer Übernahme Prozesse optimiert werden können.

Insbesondere im M&A-Bereich, sprich bei der Übernahme oder bei Zusammenschlüssen von Unternehmen, kann der Einkauf den Unternehmenswert enorm steigern. Durch gezieltes und nachhaltiges Optimieren können in nur wenigen Wochen Renditeschätze gehoben werden, für die das Unternehmen bei natürlichem Wachstum erheblich länger brauchen würde. Dies lässt sich anhand einer Beispielrechnung verdeutlichen:

Rechenbeispiel

Die Beteiligungsgesellschaft GmbH verzeichnet für das Jahr 2016 einen Umsatz von 50 Mio. Euro und Einkaufskosten von 30 Mio. Euro. Gehen wir von einem ursprünglichen EBITDA (Gewinn vor Zinsen, Steuern und Abschreibungen) von fünf Mio. Euro aus, kann eine Senkung der Einkaufskosten in Höhe von sechs Prozent für ein neues EBITDA von 6,8 Mio. Euro sorgen. Dies entspricht einer prozentualen Steigerung von 36 Prozent des EBITDA. Die Umsatzrentabilität des Unternehmens beträgt zehn Prozent. Um eine Gewinnsteigerung in Höhe von 1,8 Mio. Euro über den Umsatz zu erzielen, müsste die Beteiligungsgesellschaft GmbH ihren Umsatz um 18 Mio. Euro erhöhen.

Vorteile für Beteiligungsgesellschaften

Neben den reinen Kostenvorteilen profitieren Beteiligungsgesellschaften bei einer intensiveren Beschäftigung mit dem Einkauf auch von einer Verbesserung des Bilanzbildes ihrer Portfoliounternehmen. Denn durch Kosteneinsparungen fallen bestimmte Kostenpositionen weg, welche das Bilanzbild vereinfachen und übersichtlicher gestalten. Plant man in Zukunft mit der Aufnahme eines Unternehmenskredits, kann die aus einer Einkaufsoptimierung entstehende Verbesserung des Ratings die Höhe des zu zahlenden Zinses schmälern. Darüber hinaus gewinnen Beteiligungsgesellschaften wertvolle Informationen aus dem Tagesgeschäft und erhalten durch Einkaufsdienstleister schon während der Due Diligence Unterstützung. Insgesamt erhöht sich für Portfoliounternehmen die Transparenz über Kostenstrukturen. Auch die Mitarbeiter können, je nach Umfang der vom Dienstleister angebotenen Maßnahmen, weiterqualifiziert werden, um nachhaltig den Einkaufserfolg zu sichern. So kann auch langfristig garantiert werden, dass der Einkauf selbstständig die aufkommenden Potenziale heben kann.