Die deutsche Wirtschaft ist wieder in Rekordstimmung. Nach einem tiefen Einbruch im Vorjahr – mit einem BIP-Rückgang von 4,7% – haben die deutschen Unternehmen die Krise deutlich schneller überwunden, als gedacht. Mit dem für dieses Jahr erwarteten Wirtschaftswachstum von 3,5% dürfte Deutschland am Jahresende 2010 schon etwa 80% der rezessionsbedingten Produktionsverluste wieder aufgeholt haben.

Wachstumsmotor war insbesondere das starke Auslandsgeschäft. Die Exportnation Deutschland profitierte überproportional von der anziehenden globalen Nachfrage. Vor allem eine Auftragswelle aus aufstrebenden Schwellenländern trug zum Aufschwung bei. Hochwertige Produkte „made in Germany“ finden reißenden Absatz in Asien, vor allem in China. Auch andere Schwellenländer wie Brasilien und Russland gewinnen an Bedeutung. Zwar machen die Lieferungen in die EU-Staaten nach wie vor fast 2/3 des deutschen Exports aus. Doch während sich traditionelle Industriestaaten wie die USA, Japan oder die Länder der Europäischen Union eher verhalten entwickeln, geht von den BRIC-Staaten eine immer stärkere Wachstumsdynamik aus.

Auch wenn vom Auslandsgeschäft in den nächsten Monaten nicht mehr ganz so starke Impulse zu erwarten sind, so zeigt die Entwicklung der letzten 24 Monate doch eindeutig: Eine konsequente Internationalisierungsstrategie hat sich für den deutschen Mittelstand als überlebenswichtiger Faktor erwiesen. Wer weltweit präsent ist, kann selbst in der größten Krise noch Märkte finden, die das Geschäft stabilisieren.

Zweifelsohne kann es sich die deutsche Wirtschaft nicht leisten, auf die Präsenz in weltweiten Absatz- und Beschaffungsmärkten zu verzichten. Wachstumschancen und Einsparpotenzialen stehen aber auch Herausforderungen gegenüber: Kulturelle Unterschiede müssen überwunden, Finanzierungsstrategien über verschiedene Währungsräume hin entwickelt und Produktpiraterie bekämpft werden.

Markus Hofelich
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