„Die Berührungsängste gegenüber Beteiligungsgesellschaften gehen zurück“

 

Die Private-Equity-Branche befindet sich derzeit in einer Konsolidierungsphase: Der Rückgang der Investitionen betrifft auch die Unternehmensnachfolge. Dennoch nimmt die generelle Bedeutung von Beteiligungsgesellschaften als Käufer von Unternehmen zu.
Die Private-Equity-Branche befindet sich derzeit in einer Konsolidierungsphase: Der Rückgang der Investitionen betrifft auch die Unternehmensnachfolge. Dennoch nimmt die generelle Bedeutung von Beteiligungsgesellschaften als Käufer von Unternehmen zu. Im Interview spricht Andreas Ziegler, Investment Director der Schweizer Private-Equity-Beratungsgesellschaft Zurmont Madison Management AG, über die Bedeutung von Private Equity (PE) im Rahmen von Nachfolgelösungen.
Unternehmeredition: Welche Rolle spielt Private Equity derzeit bei der Unternehmensnachfolge? Steht noch genügend Geld für den Mittelstand zur Verfügung?
Ziegler: Geld steht bei den im deutschsprachigen Europa tätigen Private-Equity-Fonds genügend zur Verfügung – es gab in den Jahren 2007 und 2008 mehrere Mittelstands-Fonds, die erfolgreich lanciert wurden und jetzt investieren wollen. Dazu zählt Zurmont Madison. Auch gibt es eine große Anzahl interessanter Firmen, bei denen eine Nachfolgeregelung gefunden werden muss. Trotzdem gab es 2009 nur eine Handvoll Transaktionen. Der Grund dafür lag insbesondere in der Preisfindung. Im gegenwärtig schwierigen Marktumfeld gehen die Bewertungsvorstellungen von Verkäufer und Kaufinteressenten oft weit auseinander. Auch wir mussten aus diesem Grund leider einige Male einen zum Teil bereits weit fortgeschrittenen Prozess trotz überzeugender industrieller Logik abbrechen.
Unternehmeredition: Wieso finden Ihrer Meinung nach Unternehmer und Finanzinvestoren nicht häufiger zusammen?
Ziegler: Natürlich gibt es da das Heuschrecken-Thema, verursacht durch mehrheitlich größere und oftmals von angelsächsischen Investoren durchgeführte Private-Equity-Transaktionen, die zu aggressiv gehandhabt wurden. Insgesamt aber glauben wir, dass sich Unternehmer im deutschsprachigen Raum vermehrt mit dieser Option auseinandersetzen und die Berührungsängste gegenüber Beteiligungsgesellschaften zurückgehen. Es gibt genügend erfolgreiche Beispiele von durch Private Equity finanzierten Nachfolgen, bei denen sich die Firmen gut entwickelt haben.
Unternehmeredition: Was ist Ihr USP? Wie unterscheiden Sie sich hauptsächlich von anderen Private-Equity-Häusern?
Ziegler: Zurmont Madison Private Equity versteht sich als „Unternehmer in Private Equity“. Damit wollen wir zum Ausdruck bringen, dass wir einerseits selbst alle aus der Industrie kommen und viel operative Erfahrung aus mittelständischen Firmen mitbringen. Andererseits ist für uns die längerfristige nachhaltige Entwicklung unser Portfoliogesellschaften – auch nach „unserer“ Zeit – wichtiger ist als die kurzfristige finanzielle Maximierung. Denn ein guter Ruf eilt uns bei den kommenden Projekten ja voraus. Wir agieren deshalb konservativ im Sinne von Finanzierungsstrukturen und setzen unseren Fokus auf die partnerschaftliche Unterstützung der Managementteams bei der Festlegung und Umsetzung der Wachstumsstrategie.
Unternehmeredition: Herr Ziegler, vielen Dank für das Gespräch.
Das Interview führte Markus Hofelich.
markus.hofelich@unternehmeredition.de


Zum Interviewpartner: Andreas Ziegler
Andreas Ziegler (ziegler@zurmontmadison.ch) ist Investment Director der in Zürich ansässigen Private-Equity-Beratungsgesellschaft Zurmont Madison Management AG. www.zurmontmadison.ch

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