Patrimonium ist ein Investmentspezialist für Private Markets. Mit seinen Private-Equity-(PE-)Beteiligungen hilft der Investor mittelständischen Unternehmen dabei, den nächsten Wachstumsschritt zu vollziehen. Im Fokus sind dabei etablierte Geschäftsmodelle, die von langfristigen Trends profitieren. Wir sprachen mit Ulrich Mogwitz, Managing Director Patrimonium Asset Management AG, über den Beteiligungsansatz von Patrimonium, Entwicklungen im Mittelstand und aktuelle Perspektiven für Investoren und Unternehmen.
Unternehmeredition: Worin unterscheidet sich das PE-Geschäftsmodell von Patrimonium vom Wettbewerb?
Ulrich Mogwitz: Im Bereich Unternehmensbeteiligungen investieren wir in den Lower-Mid-Market, in mittelständische Unternehmen im deutschsprachigen Raum. Was uns von vielen Wettbewerbern abgrenzt: Wir investieren in Partnerschaften mit Unternehmern, mit Gründern. Wir übernehmen nie 100 % an einem Unternehmen.
Wir wollen, dass der Verkäufer beteiligt bleibt und Teil der gemeinsamen Reise wird. Unsere Aufgabe sehen wir darin, aus einem eigentümergeführten Unternehmen ein managementgeführtes Unternehmen zu machen, moderne Go-to-Market- und Finanzorganisationen zu etablieren und das Unternehmen dann mit einer Buy-and-Build-Strategie in seinem spezifischen Marktsegment relevant aufzustellen.
Wichtig ist uns auch, dass unsere Zukäufe integriert sind, um echte Synergien zu erzielen. Deshalb achten wir darauf, dass in gemeinsamen Prozessen gearbeitet wird, dass die einzelnen Unternehmen wissen, was die anderen tun und welches Know-how in der Gruppe vorhanden ist.
Sind heute viele Unternehmen bereit, sich auf diese Reise einzulassen?
Die Bereitschaft nimmt zu. In den letzten Jahren haben wir festgestellt, dass auch immer mehr jüngere Unternehmer offen dafür sind, einen Partner mit an Bord zu nehmen, der ihnen hilft, ihr Unternehmen relevanter zu machen. Manche dieser Unternehmer bleiben auch noch im Unternehmen, wenn unsere Beteiligungsperiode endet. Dennoch ist es unser Ziel, das Unternehmen vom Gründer unabhängiger zu machen. Darin liegt ein erheblicher Teil der Wertsteigerung. Der nächste Eigentümer soll das Unternehmen nahtlos übernehmen und erfolgreich weiterführen können.
Haben Sie einen Branchenfokus?
Wir haben keinen speziellen Branchenfokus. Wir interessieren uns für so genannte Asset-light-Geschäftsmodelle, also Unternehmen mit schlanken Bilanzen und hohen Cashflows. Das sind häufig Dienstleistungsunternehmen. Wir mögen Geschäftsmodelle, die von langfristigen gesellschaftlichen oder technologischen Megatrends profitieren. Heute sind das Themen wie Energie, Convenience oder Digitalisierung. Ein Beispiel ist die Demografie – also die Tatsache, dass unsere Bevölkerung altert, fördert etwa den Bedarf an Erleichterungen im Haushalt. Technologische Lösungen und Digitalisierung spielen dabei häufig eine Rolle.
Viele Unternehmer in Deutschland finden keinen Nachfolger. Kann Patrimonium davon profitieren?
Die Boomergeneration geht sukzessive in Rente. Ja, es gibt einen Nachfolgedruck. Der größte Nachfolgedruck besteht jedoch in kleinen und kleinsten Unternehmen, die bis zu 1 Mio. EUR Umsatz erwirtschaften. Das ist typischerweise ein Segment, das für Private Equity weniger interessant ist. Für Investoren werden Unternehmen interessant ab 10 Mio. EUR Umsatz. Der Nachfolgedruck bedeutet aber auch nicht, dass wir es augenblicklich mit einem reinen Käufermarkt zu tun haben, auf dem man zahlreiche sogenannte Perlen zu niedrigen Preisen findet, weil die Unternehmer keinen Nachfolger haben. Wer heute als Unternehmer gut dasteht, der kann auch einen höheren Kaufpreis erzielen: Denn um diese Unternehmen herrscht reger Wettbewerb. Bei weniger gut aufgestellten Unternehmen sind die Investoren inzwischen wesentlich vorsichtiger und nur bereit, signifikant niedrigere Preise zu bezahlen. Diese wiederum werden vom Verkäufer oft nicht akzeptiert, sodass solche Unternehmen heute wesentlich länger am Markt oder auch gänzlich unverkäuflich sind.
Wie schlagen sich Ihre Beteiligungen in der aktuellen Lage?
Die Strategie unseres Fonds war es von Anfang an, ein breit diversifiziertes Portfolio aufzubauen. Das kommt uns in schwierigen Zeiten zugute. Zwar haben auch wir Unternehmen, die stärker von dem seit Jahren konstanten Krisenmodus betroffen sind – aber das sind wenige. Die meisten unserer Unternehmen schlagen sich hervorragend. Ein Grund dafür liegt in dem Umstand, dass wir uns nur an Unternehmen beteiligen, deren Geschäftsmodelle wir gut verstehen und denen wir aktiv bei ihrer Entwicklung helfen können; ein anderer darin, dass wir stärker auf Branchen achten, die langfristig und nachhaltig Wachstum generieren. Deshalb haben wir uns zum Beispiel nicht am Softwarehype der letzten Jahre beteiligt, der zu teils irrwitzigen Kaufpreisen geführt hat.
Das zahlt sich heute aus. Wir sind hier keine Risiken eingegangen, die wir nicht verstehen.
Sehen Sie derzeit auch Chancen?
Künstliche Intelligenz ist ein gutes Beispiel dafür, dass sich aus einer disruptiven Technologie in vielerlei Bereichen neue Chancen ergeben können. KI erfordert Rechenzentren – die müssen gebaut werden. Es braucht dafür Kühlungstechnologie, Energiemanagement, den richtigen Umgang mit der Regulatorik und vieles mehr. Es gibt Unternehmen, die die dafür nötigen Geschäftsmodelle haben oder entwickeln und in die wir investieren können. Für einen Mittelstandsinvestor wie uns ergeben sich aus Disruptionen in der Regel auch immer gute Investitionschancen.
👉 Dieser Beitrag erscheint auch im Spezial „Investoren im Mittelstand 2026“ (Erscheinungsdatum: 15. Mai)
ZUM INTERVIEWPARTNER

Managing Director
Patrimonium Asset Management AG







