Die rasante Entwicklung Künstlicher Intelligenz (KI) wird auch 2026 weiter an Tempo gewinnen. Gleichzeitig forciert die Politik strengere Regeln, während Europa seine digitale Unabhängigkeit ausbauen möchte. Vor diesem Hintergrund identifizieren die Technologie-Experten von d.velop vier zentrale Trends, die Unternehmen jetzt beachten sollten. Trotz hoher Nutzung von Standard-Chatbots scheitern viele KI-Projekte daran, echten Mehrwert zu liefern. Häufig fehlen maßgeschneiderte Lösungen und eine tiefe Integration in bestehende Workflows. Für 2026 wird erwartet, dass native KI-Integrationen zunehmend Mitarbeitende direkt in den gewohnten Prozessen unterstützen. KI-Agenten gehen darüber hinaus über starre Wenn-Dann-Logiken hinaus: Sie können eigenständig Situationen bewerten, Optionen abwägen und Handlungsvorschläge vorbereiten – ein entscheidender Schritt hin zu autonomer Automatisierung.
Digitale Souveränität wird geschäftskritisch
Europäische Unternehmen setzen zunehmend auf lokale Cloud-Lösungen, um Abhängigkeiten von internationalen Hyperscalern zu reduzieren. Die geopolitische Lage zeigt, wie schnell externe Abhängigkeiten problematisch werden können. 2026 werden immer mehr SaaS-Angebote auch als „Hosted-in-Europe“-Variante verfügbar sein, um Regularien einzuhalten und unabhängige digitale Infrastruktur zu fördern.
EUDI-Wallet: Digitale Identität für effizientere Abläufe
Ab Ende 2026 müssen alle EU-Mitgliedsstaaten eine kostenfreie digitale Brieftasche für elektronische Identitäten bereitstellen. Die European Digital Identity Wallet (EUDI-Wallet) ermöglicht eine effizientere Interaktion mit Behörden, reduziert Medienbrüche und erleichtert Unternehmen die Umsetzung von Compliance-Prozessen, etwa KYC-Anforderungen im Finanzwesen.
AI Act: Verpflichtende Regeln für Hochrisiko-KI
Seit August 2024 gilt der AI Act in der EU, der den Einsatz von KI risikobasiert reguliert. 2026 endet die zweite Umsetzungsphase für Hochrisikosysteme. Unternehmen müssen sich auf strengere Anforderungen an Risikomanagement, Datenqualität, Transparenz und menschliche Aufsicht einstellen – sowohl Anbieter als auch Anwender. Eine frühzeitige Vorbereitung ist entscheidend, um Compliance, Dokumentation und technische Anpassungen rechtzeitig umzusetzen.




