Der Cottbusser Lutz Stache hat mit der AHG Industry eine international agierende Firmengruppe aufgebaut und macht über 90 Prozent seines Umsatzes im Ausland. Nachdem er in seiner Heimat eine traditionsreiche Glashütte gekauft hat, will er mit der VIP Pictures World GmbH ins weltweite Geschäft mit Merchandising-Artikeln einsteigen. 

Wie sicher lässt sich eine Produktionsstätte im Irak betreiben?


Sicherheit hat im Irak eine völlige andere Bedeutung als in Deutschland, gerade auch unter den aktuellen politischen Bedingungen innerhalb des Iraks. Im Irak muss man die Sicherheit der Produktionsstätte an die erste Stelle rücken, erst danach geht es um das Produkt und dessen Vertrieb. Das ist in Deutschland genau andersherum. Sicherheit heißt im Irak, dass wir die Fabrik der AHG Industry mit ausgebildetem, bewaffnetem Sicherheitspersonal schützen. Über die Dolmetscher kommunizieren wir darüber hinaus auch ständig mit den Behörden vor Ort. Ansonsten haben wir mittlerweile ein typisch deutsches Problem: Je mehr junge Leute aus dem Land flüchten, desto mehr haben wir im Irak einen Fachkräftemangel zu verzeichnen.

Sie haben ein Konglomerat verschiedenster Unternehmen. Dazu gehört auch der Betrieb einer Güterbahn in Deutschland. Nach welchen

Güterbahn für die Baustoffindustrie: Auch sie betreibt AHG Industry (© AHG Industry)
Güterbahn für die Baustoffindustrie: Auch sie betreibt AHG Industry. (© AHG Industry)

Kriterien bauen Sie Ihre Unternehmen auf?

Meine Philosophie ist, bestehende Unternehmen in der Baustoffindustrie teilweise mit Partnern zu übernehmen, zu stabilisieren und deren Marktposition weiter auszubauen. Dazu gehört auch die Güterbahn, mit welcher wir unter anderem Braunkohleflugasche transportieren, die in der Baustoffindustrie gebraucht wird. Dabei konzentriere ich mich auf Übernahmen und Beteiligungen. Ansonsten gilt für mich: Neue Projekte wie die Übernahme der Glashütte müssen eine Herausforderung für mich darstellen, aber auch eine Perspektive haben.

Wie finanzieren Sie Ihre Aktivitäten?

In einigen Fällen, wie in Rumänien, habe ich Not leidende Betriebe in den jeweiligen Ländern übernommen und saniert. Einen davon habe ich im Rahmen eines M&A-Deals verkauft. Das brachte dann rund 50 Mio. Euro. Dadurch konnte ich einen Teil in Deutschland beim Kauf der Glashütte in Döbern wieder reinvestieren. Jedes Unternehmen habe ich dezentral organisiert. Das ermöglicht mir, in einzelnen Projekten ausgewählte Partner miteinzubeziehen. Zudem kann man dadurch auch die jeweiligen landesspezifischen Möglichkeiten nutzen. Im Irak müssen wir für die AHG Industry beispielsweise keine Gewerbe- und Umsatzsteuer zahlen, die gibt es dort nicht. Dadurch lässt es sich mit einer besseren Marge produzieren.