Motorsägenhersteller Stihl: Seit Jahrzehnten beteiligt er seine Mitarbeiter.
Motorsägenhersteller Stihl: Seit Jahrzehnten beteiligt er seine Mitarbeiter.

Modernes Instrument der Unternehmensführung einerseits, lukrative Möglichkeit der Vermögensbildung andererseits: Beim Motorsägenhersteller Stihl ist die vor mehr als drei Jahrzehnten eingeführte Mitarbeiterkapitalbeteiligung über Genussrechte ein Erfolgsmodell.

Sie sind nicht schwer, liegen gut in der Hand und bieten eine starke Leistung: Es gibt viele Gründe dafür, dass die Marke Stihl für die meistverkaufte Motorsägenmarke der Welt steht. Ähnliche Vorteile bieten auch die Motorsensen, Trennschleifer, Heckenscheren und viele andere motor- oder akkubetriebene Geräte des Herstellers, der immer wieder die Innovation sucht. Derzeit etwa entwickeln die Schwaben die weltweit erste Motorsäge mit elektronisch gesteuerter Kraftstoffeinspritzung. Auch das wird dazu beitragen, dass den Nutzern die Arbeit leicht von der Hand geht. Im Unternehmen selbst trägt eine partnerschaftliche Firmenkultur viel dazu bei, dass die Beschäftigten produktiv und begeistert arbeiten. Ein wichtiger Baustein dabei ist die Mitarbeiterbeteiligung. „Sie fördert die Identifikation mit dem Unternehmen ebenso wie das unternehmerische Denken und Handeln“, sagt Dr. Nikolas Stihl, Vorsitzender des Beirats und Aufsichtsrats der STIHL Holding AG & Co. KG.

Teilnehmerquote kontinuierlich gestiegen

Bei dem traditionsreichen Familienunternehmen haben gute Arbeitsbedingungen und soziales Engagement schon immer einen hohen Stellenwert. Die frühzeitige Etablierung der betrieblichen Altersvorsorge und die seit 1972 gezahlten Erfolgsprämien stehen dafür. In einem nächsten Schritt wurde 1985 für die Belegschaft des Stammhauses, der ANDREAS STIHL AG & CO. KG, die Möglichkeit geschaffen, sich in Form von Genussrechten am Unternehmen zu beteiligen. Was damals bundesweit noch Neuland war, hat sich für Stihl zum Erfolgsmodell entwickelt. Das zeigt die Beteiligungsquote der zeichnungsberechtigten Mitarbeiter, die von 20 Prozent in der Anfangsphase auf heute 75 Prozent kontinuierlich gestiegen ist.

Hoher Zuschuss vom Unternehmen

Ganz entscheidend für diesen starken Zuspruch ist der vom Unternehmen gewährte Zuschuss in Höhe von zwei Dritteln des gezeichneten Kapitals. Jeder Mitarbeiter des Stammhauses kann jährlich innerhalb einer Bandbreite von 450 bis 1.350 Euro Genussrechte erwerben. Wer sich für den Maximalbetrag entscheidet, zahlt also nur 450 Euro selbst, die restlichen 900 Euro übernimmt das Unternehmen. Die Erfolgsbeteiligung in Form einer jährlich neu festgelegten Verzinsung gibt es auf das gesamte eingesetzte Kapital. Die Verzinsung kann sich dabei in einem Spektrum von minus fünf Prozent (wenn das Unternehmen Verluste schreiben würde) bis hin zu plus zehn Prozent in Jahren mit Gewinn bewegen. Stihl hat sich bewusst für das Instrument der Genussrechte, die sowohl eine Gewinn- als auch eine Verlustbeteiligung vorsehen, entschieden. „Die Beschäftigten sollten sich direkt am Unternehmenserfolg beteiligen und spüren, wenn es dem Unternehmen gut oder schlecht geht“, erläutert Dieter Weißhaar, Leiter Personalwirtschaft.